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Stille im sechsten Stock - Murder in Apartment 603? (Ellen Greenberg)

Shownotes

281: Am 26. Januar 2011 endet ein Wintertag in Philadelphia mit einem Fund, der bis heute Fragen aufwirft: Ellen Rae Greenberg, 27 Jahre alt, wird tot in ihrer Wohnung entdeckt. Innerhalb weniger Stunden wird Apartment 603 zum Tatort – und aus einem scheinbar klaren Ereignis entwickelt sich ein Fall, der nie wirklich zur Ruhe kommt.

Offiziell wird Ellens Tod schnell als Suizid eingestuft. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr Details geraten in den Fokus: die Umstände in der Wohnung, widersprüchliche Einschätzungen von Experten – und eine Familie, die sich weigert, den Fall als beantwortet hinzunehmen.

⚠️ Triggerwarnungen: •⁠ ⁠Suizid •⁠ Depressionen • Genaue Beschreibungen von Verletzungen • Essstörungen

Hinweis: In dieser Folge sprechen wir über das Thema Suizid. Wenn du selbst betroffen bist oder dir Sorgen um jemanden machst, findest du rund um die Uhr anonym und kostenlos Hilfe bei der TelefonSeelsorge:

📞 0800 111 0 111 📞 0800 111 0 222

In akuten Notfällen wähle bitte 112.

✍🏼 Petition: https://www.change.org/p/justice-for-ellen-rae-greenberg-justiceforellen

🧦 Merch: https://www.eyesinthedark.de/products

🥃 Unser EITD Black Gin: https://www.brennerei-henrich.de

💌 Postfach: Laura Regenauer, PO102602, 68026 Mannheim

Nicht vergessen: Am Ende der Folge erwartet euch ein „Gänsehaut to Go“-Moment aus unserer Community & die besten Outtakes der Folge ❤️

Doku zum Fall (Auf Disney+ 📺): Death in Apartment 603 - What happened to Ellen Greenberg?

Buch zum Fall 📖: https://www.amazon.de/-/en/What-Happened-Ellen-American-Miscarriage/dp/B0DBG9333Y

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Transkript anzeigen

00:00:17: Der ist ein kalter Wintertag in Philadelphia.

00:00:22: Ein grauer Himmel liegt über der Stadt, die Temperaturen bleiben unter dem Gefrierpunkt.

00:00:27: Nichts deute darauf hin, dass dieser Mittwoch anders verlaufen wird als die vielen eisigen Tage zuvor.

00:00:33: Im Stadtteil Manayunk in einem modernen Mehrparteienhaus liegt Apartment sixhundert drei, eine Wohnung im sechsten Stock.

00:00:41: An diesem Nachmittag wirkt alles wie immer.

00:00:43: Kein Nachbehörd schreie, kein ungewöhnlicher Lärm bringt durch die Wände.

00:00:48: Und doch wird genau diese Wohnung nur wenige Stunden später offiziell als Tatort eingestuft.

00:00:54: Die Ermittlungen beginnen sofort und enden beinahe genauso schnell.

00:00:59: Für die Behörden scheint der Fall damit abgeschlossen.

00:01:02: Für die Angehörigen hingegen beginnt in diesem Moment erst etwas, dass sie jahrelang nicht mehr loslassen wird, die Suche nach Antworten.

00:01:10: Und so stellen wir uns heute die Frage, Was geschah wirklich in Apartment Sixhundert drei?

00:01:23: Und damit ein herzliches Hello an unsere True Crime Junkies, willkommen zurück bei Eyes in the Dark, eurem Blick ins Dunkel der Waren Verbrechen.

00:01:31: Ich bin Sarah

00:01:33: und ich bin Laura und jeden Sonntag öffnen wir für euch ein neues Kapitel echter Kriminalfälle.

00:01:38: Geschichten, die uns beim Recherchieren selbst oft sprachlos machen.

00:01:42: Von kaltblütigen Mördern über ungeklärte Rätsel bis hin zu tragischen Schicksalen.

00:01:47: Dafür wühlen wir uns nicht nur durch Artikel und Internetquellen, sondern auch durch Autopsieberichte, Polizeidokumente und Aussagen von Zeitzeuginnern.

00:01:55: Immer mit dem Bewusstsein, dass hinter jedem Fall echte Menschen stehen, deren Leben für immer verändert wurde.

00:02:01: Und jetzt macht es euch bequem, stellt euch euer emotional Support getränkt bereit und taucht mit uns ein ins Dunkel.

00:02:16: Also ich liebs, Sarah, dass du jetzt irgendwie in jeder Folge nochmal einen neuen Begriff... mit in den Ring schmeißt.

00:02:23: Ja, wir haben ja letztes Mal darüber gesprochen, dass wir den Begriff Spaßgetränk gerne haben.

00:02:27: Und ich mag den auch gern.

00:02:29: Uns hat dann aber eine Hörerin geschrieben, also ganz ehrlich, spätestens nach dem Fall müssen wir das umbenennen in emotional support getränk.

00:02:37: Und ich dachte mir so, ja, Mann, wirklich.

00:02:39: Also mit Spaß haben unsere Folgen ja gar nichts zu tun.

00:02:42: Das

00:02:42: kann man vielleicht in anderen Fällen benutzen.

00:02:44: Wir nennen unsere Getränke jetzt emotional support getränk.

00:02:48: Worauf finde ich richtig passend?

00:02:51: Ja, definitiv.

00:02:52: Kann man wahrscheinlich bei der heutigen Folge auch wieder gebrauchen.

00:02:56: Vor allem, weil sich es für mich so ein bisschen so anhört, das könnte man sich da auch ein bisschen darüber aufregen.

00:03:00: Boah, also ja, das trifft sehr, sehr gut.

00:03:03: Also ich habe mich sehr, sehr, sehr, sehr viel aufgeregt während der Recherche und ich kann mir vorstellen, dass es euch da ähnlich gehen wird heute.

00:03:12: Ja, das klingt so ein bisschen nach... sehr schnell abgeschlossenen Ermittlungen, was ja oftmals nicht so ein gutes Zeichen ist.

00:03:19: Also

00:03:19: für mich hört sich so ein bisschen an, als würde es dann vielleicht als Unfall oder als Suizid eingestuft werden, obwohl es das eigentlich gar nicht ist.

00:03:26: Also sowas in die Richtung.

00:03:28: Und ich kann mir schon vorstellen, dass ich da meinen emotionalen Supportgetränk brauchen kann.

00:03:35: Und das hab ich auch neben mir stehen.

00:03:36: Hier in meiner Höhle nämlich mein Eis-Matcher-Latte.

00:03:39: Oder bin ich jetzt ein bisschen neidisch, weil?

00:03:41: ich hab hier nur stilles Wasser.

00:03:43: Soll ich dir erzählen, was das für ein Eistmatcher ist?

00:03:47: Dann wirst du noch neidischer sein.

00:03:48: Den hat mir Raja nämlich gemacht

00:03:50: mit

00:03:50: selbstgemachter Kokosnussmilch.

00:03:52: Hat er die selbst gemacht?

00:03:54: Ja.

00:03:56: Oh, Jackpot Sarah, wirklich.

00:03:58: Es ist wirklich so.

00:03:59: Ich geb den einfach gar nicht mehr her, ganz ehrlich.

00:04:01: Und wenn wir dann wieder zu Hause in Deutschland sind, dann soll der für uns beide immer schön frisch Kokosnussmilch machen.

00:04:07: Voll geil einfach.

00:04:08: Also ich muss das unbedingt dann mal probieren.

00:04:10: Oh mein Gott.

00:04:12: Ja.

00:04:13: Und jetzt bin ich mal gespannt, Laura.

00:04:15: Hast du für den heutigen Fall eine Frage dabei?

00:04:18: Nicht direkt, aber ich musste sehr an dich denken bei der Recherche, weil, das habe ich dir nicht erzählt, obwohl ich kurz davor war, der Fall ereignet sich ja am sechstundzwanzigsten Januar, zwei Tausend Elf.

00:04:31: Und ich habe am sechstundzwanzigsten Januar, zwei Tausend Sechstundzwanzig angefangen, den Fall zu recherchieren.

00:04:38: Und es war wirklich ... Einfach kompletter Zufall.

00:04:41: und ich saß an meinem Schreibtisch und sehe dieses Datum, sehe das in

00:04:46: einem

00:04:46: Buch, was ich gelesen habe, war so, oh mein Gott, und ich hab richtig Gänseholt bekommen direkt, weil

00:04:51: ... Oh mein Gott, ja.

00:04:53: Das ist irgendwie noch mal, ja, eine ganz andere Stimmung bei mir irgendwie hervorgeholt hat so.

00:05:00: Das ist irgendwie so ein richtiger Full Circle Moment, den man aber eigentlich nicht unbedingt haben will.

00:05:04: Ja, ja.

00:05:06: Aber mir kam jetzt doch noch eine kleine Frage an dich in den Kopf.

00:05:11: Und zwar, du hast hier eben angebracht, dass du dir vorstellen könntest, dass die heutige Tat entweder als Unfall oder möglicherweise auch als Suizid eingestuft werden könnte.

00:05:22: Was sind denn da so Umstände, die du dir vorstellen könntest, die dafür sorgen, dass jemand das vielleicht anders einordnen könnte?

00:05:30: Naja, also es gibt ja schon auch immer mal wieder Tatorte, die auch extra so inszeniert werden.

00:05:35: Also ich könnte mir schon vorstellen, dass es so in die Richtung geht.

00:05:38: dass es einfach ein Tatort ist oder auf jeden Fall ein Fundort, bei dem man nicht genau weiß, was ist passiert und wo es in beide Richtungen gehen könnte.

00:05:49: Also wo es vielleicht Hinweise darauf gibt, dass da Fremdverschulden mit im Spiel ist, aber dass es eben auch ein Suizid oder ein einfacher Unfall gewesen sein könnte und dass die Ermittler sich das so ein bisschen einfach machen und halt einfach als eines von beiden einstufen.

00:06:06: Weil das natürlich enorme Ermittlungsarbeit, aber auch Kostenerspart.

00:06:11: Oder natürlich auch, weil der Täter oder die Täterin Einfluss hat.

00:06:16: Okay, also das behalten wir uns jetzt mal alles im Hinterkopf, alles, was du gerade gesagt hast.

00:06:21: Und ich bin wirklich unfassbar gespannt auf deine Gedanken während der heutigen Folge.

00:06:29: Ein kurzer, aber wichtiger Hinweis an der Stelle, bevor wir gleich in den Fall starten.

00:06:34: In dieser Folge nimmt das Thema Suizid sehr viel Raum ein.

00:06:37: Bitte hört diese Episode also nur, wenn ihr euch emotional dazu in der Lage fühlt.

00:06:42: Wenn ihr selbst unterstützt, ihr deinen Gedanken leidet oder euch Sorgen um jemanden macht, gibt es rund um die Uhr Anlaufstellen.

00:06:49: In Deutschland beispielsweise bei der Telefonsäelsorge.

00:06:52: Diese erreicht ihr anonym und kostenlos unter folgenden Nummern.

00:07:06: In akuten Notfällen wählt bitte sofort den Notruf.

00:07:10: Beschreibend Dornaz sagt, in der Mitte der pulsierenden Metropole New York City.

00:07:17: In der Stadt, die niemals schläft, in der Menschen von Termin zu Termin hetzen, U-Bahn ein- und ausfahren und der Alltag selten innehält.

00:07:26: Doch während draußen der Trubel weitergeht, erlebt eine Familie ein momentvölliger Ruhe und reinen Glücks.

00:07:33: An diesem Tag erfüllt sich für Josh und Sandy Greenberg ein großer Herzenswunsch.

00:07:38: Sie werden Eltern einer kleinen Tochter.

00:07:41: Ein wunderschönes, kängigesundes Baby, das fortan den Namen Ellen Ray tragen wird.

00:07:46: Vom allerersten Moment an wird Ellen zum Mittelpunkt ihrer kleinen Welt.

00:07:51: Für Josh und Sandy gibt es fortan nichts Wichtigeres als dieses Kind.

00:07:56: Und auch die ganze Familie empfängt sie mit offenen Armen.

00:07:59: Auf beiden Seiten ist Ellen das erste Enkelkind, etwas ganz Besonderes, ein neues Herzstück, um das sich alles zu drehen scheint.

00:08:09: Mit den Jahren wächst der Familienkreis weiter.

00:08:11: Cousins und Cousinen kommen dazu und Ellen entwickelt zu ihnen eine enge Vertraute Bindung.

00:08:17: Besonders ihre Cousinen schauen zu ihr auf, lassen sich von ihr mitziehen und sehen in ihr ein Vorbild.

00:08:23: Ellen ist fröhlich voller Energie und Wärme.

00:08:26: Ein Mädchen mit dunklem Haar, blau, grün, Augen und einem Lächeln, das man so schnell nicht wieder vergisst.

00:08:32: Zunächst finden Josh, Sandy und Ellen ihr Zuhause in Tenefly, New Jersey.

00:08:36: Eine ruhige Gemeinde, also ein sicherer Ort für eine so kleine junge Familie.

00:08:41: Doch mit den Jahren verändert sich vieles.

00:08:44: Als Ellen älter wird und der Wechsel auf die Mittelschool bevorsteht, treffen ihre Eltern eine weitreichende Entscheidung.

00:08:50: Schließlich geht es für die Familie nach Harrisburg, Pennsylvania, zurück in Sandy's Heimat.

00:08:56: Für sie fühlt sich dieser Umzug an wie eine Rückkehr zu vertrauten Boden.

00:09:00: Es bedeutet, ihre Tochter in einem Umfeld aufwachsen zu sehen, dass sie selbst geprägt hat, an einem Ort, der vertraut ist, der Erinnerungen trägt und sich nach zu Hause anfühlt.

00:09:10: Josh Greenberg verkauft also seine Zahnarztpraxis in New Jersey und steigt in eine Gemeinschaftspraxis in Harrisburg ein.

00:09:18: Für die Familie beginnt damit ein neues Kapitel.

00:09:21: Und für Ellen bedeutet der Umzug zunächst Abschied.

00:09:24: von vertrauten Orten, von Freundschaften, von dem Leben, das sie bis dahin kannte.

00:09:29: Doch Ellen findet ihren Weg.

00:09:31: Es dauert nicht lange, bis sie Harrisburgers ihr neues Zuhause annimmt.

00:09:35: Sie integriert sich mühelos, knüpft neue Freundschaften, findet Anschluss und fühlt sich bald vollkommen wohl.

00:09:42: Genau zu dieser Zeit trifft Ellen das erste Mal auf die ein Jahr ältere Ellison.

00:09:47: Noch ahnen die beiden nicht, dass sie fortan unzertrennlich sein werden.

00:09:52: Sie teilen ihre Geheimnisse, lachen hundertmal über die gleichen Witze und tuscheln über die ersten Schwärmereien.

00:09:58: Wer Ellen in dieser Zeit erlebt, beschreibt sie als jemanden, der zuhört, der in Gesprächen stets anwesend ist, aufmerksam interessiert und vor allem präsent.

00:10:08: Jemand, der für andere da ist, ohne sich selbst aufzudrängen.

00:10:11: Selbstlos, loyal und verlässlich sind nur einige wenige Worte, die immer wieder fallen, wenn von Ellen's Charakter die Rede ist.

00:10:19: Ihre Eltern beobachten mit großem Stolz, zu welchem Menschen ihr kleiner Sonnenschein heranwächst.

00:10:25: Nicht nur wegen ihrer warmen Art, sondern auch wegen ihres Ehrgeizes und ihrer schulischen Leistungen.

00:10:31: Denn Ellen ist eine ausgezeichnete Schülerin, wissbegierig, diszipliniert und zielstrebig.

00:10:37: Nach ihrem Schulabschluss beginnt sie ein Studium im Bereich Communications under Penn State University in State College, Pennsylvania, einer der größten staatlichen Universitäten des Landes.

00:10:49: Mit diesem Schritt öffnet sich für sie ein völlig neuer Lebensabschnitt.

00:10:53: Das Studentenleben bringt Veränderungen mit sich.

00:10:55: Mehr Eigenständigkeit, neue sowie vertraute Begegnungen und die Freiheit sich selbst besser kennen zu lernen.

00:11:02: Und mit vertrauten Begegnungen ist hier ihre beste Freundin Ellison gemeint.

00:11:07: Dass sie ihren neuen Lebensabschnitt mit einer ihrer allerbesten Freundinnen teilen kann, erleichtert ihr den Staat spürbar.

00:11:14: Zwischen Hörseelen, Gesprächen und Freundschaften, die oft weit über den Tag hinausreichen, beginnt Ellen langsam zu spüren, wohin ihr Weg führen könnte und wer sie eigentlich sein möchte.

00:11:25: Nach dem Ende ihres Studiums im Jahr zwei Tausend Fünf zieht es Ellen nach Washington,

00:11:29: D.C.,

00:11:30: um dort Sprachpatologie zu studieren.

00:11:33: Und auch während dieser Zeit bleibt der Kontakt zwischen ihr und Ellison, die mittlerweile in Philadelphia lebt, sehr eng.

00:11:40: Es dauert dann auch nicht lange, bis Ellen den Entschluss fast aus ihrer besten Freundin gleich zu tun und sich in Philly ein Leben aufzubauen.

00:11:48: Und das dann auch noch im exakt selben Apartment-Komplex.

00:11:52: Für die jungen Frauen ist schnell klar, sie wollen zusammenziehen und genau diesen Plan setzen sie schon sehr bald in die Tat um.

00:12:00: Dort, in dieser Phase ihres Lebens, beginnt sich ihr beruflicher Weg langsam zu schärfen.

00:12:06: Ellen spielt immer deutlicher, dass sie mit Menschen arbeiten möchte, in einem Beruf, der Einführungsvermögen verlangt, Geduld erfordert und Verantwortung trägt.

00:12:15: So schreibt sie sich an der Temple University ein, um ihre Lehramtsausbildung zu beginnen.

00:12:20: Ein Schritt, der ihren beruflichen Weg endgültig festdicht.

00:12:24: Doch diese Zeit ist für Ellen nicht nur ein neuer Abschnitt im Studium, sondern auch eine Phase, in der sie persönlich innehält.

00:12:31: Sie beginnt mehr über sie selbst nachzudenken, über Beziehungen, über Nähe, über die Frage, was sie sich wirklich für ihr eigenes Leben vorstellt.

00:12:40: In einem Gespräch mit einer engen Freundin fragt sie in dieser Zeit, wann hast du gewusst, dass du ihn wirklich liebst?

00:12:46: Willst du mit deinem Partner eine Familie gründen?

00:12:49: Es ist der Wunsch nach einer tiefen, echten Verbindung, der sie in dieser Zeit begleitet.

00:12:54: Nach Liebe, die sie trägt, nach jemandem, mit dem sie ihr Leben teilen kann.

00:12:59: Gleichzeitig findet sie genau diese Art von Nähe und Sinn auch in ihrem beruflichen Weg.

00:13:04: Sie beginnt als Grundschullehrerin an der Juniata Park Academy in Philadelphia zu arbeiten.

00:13:09: Für ihre Schülerinnen und Schüler ist Ellen mehr als nur eine Lehrerin.

00:13:13: Sie ist eine Lehrkraft, die zuhört, die da ist, die jedes Kind wahrnimmt.

00:13:17: Ellen nimmt sich Zeit, sieht hinter die Leistungen und Noten und begegnet ihren Schüler mit Geduld und echtem Interesse.

00:13:24: Im Klassenzimmer schafft sie einen Raum, in dem sich Kinder sicher fühlen dürfen.

00:13:28: gesehen, ernst genommen und auch unterstützt.

00:13:32: Und dann beginnt Ellen ihren Freundinnen plötzlich von einem Mann zu erzählen.

00:13:37: Debbie, die Frau ihres Cousins, erinnert sie später daran, wie aufgeregt Ellen ihr am Telefon von ihrer neuen Bekanntschaft berichtet hatte.

00:13:45: Die beiden hätten eine Art Blind Date, jedoch nicht im klassischen Sinn, sondern erst einmal nur über FaceTime.

00:13:52: Die beiden schreiben viel, telefonieren, sehen sich über den Bildschirm.

00:13:56: Und während Ellen spricht, ist das Lächeln in ihrer Stimme nicht zu überhören.

00:14:01: Man merkt schnell, sie ist aufgeregt und das im bestmöglichen Sinne.

00:14:06: Der Name des geheimnisvollen Mannes, Sam Goldberg.

00:14:11: Und Sarah, du hast ja jetzt in dem Moment ein Bild von Sam vorliegen und ich würde einfach mal gern wissen, was so dein erster Eindruck von ihm ist.

00:14:21: Also, ich muss schon sagen, dass mein erster Eindruck definitiv positiv ist, würde ich jetzt erst mal sagen.

00:14:27: Also man sieht Sam da alleine auf dem Bild, aber scheinbar ist er da in Begleitung.

00:14:33: Also um seine Schultern herum ist ein Arm von einer Dame gelegt und er trägt da relativ schick ein Sacco, weißes Hemd und eine schwarze Fliege und lächelt so ein bisschen in die Kamera.

00:14:46: Und ich finde, das ist so ein sehr schüchternes und sehr zurückhaltendes Lächeln.

00:14:50: Es sieht aber auf jeden Fall freundlich aus.

00:14:53: Er hat relativ dicke Pausebäckchen, würde ich mal sagen, aber nicht im negativen Sinne, sondern eben auch niedlich, also gar nicht irgendwie, ich finde, er hat gar nichts Böses an sich so in dem Moment.

00:15:05: Er hat dunkle Haare, er hat offene, ehrliche Augen, obwohl ich sagen muss, also wenn ich das Ganze jetzt so ein bisschen in eine andere Richtung einstufen müsste, ich finde, dass seine Augen so ein bisschen ausdruckslos sind.

00:15:23: Also nicht so viel sagen, es ist aber natürlich auch nur ein Foto.

00:15:27: Ich finde, das ist immer ein bisschen schwer einzuordnen, was für eine Ausstrahlung ein Mensch hat, wenn das kein Bewegbild ist.

00:15:33: Weißt du, was ich mein?

00:15:34: Ja, fühle ich voll arg.

00:15:35: Aber mein erster Eindruck war sehr ähnlich zu deinem.

00:15:40: Und ich finde, das erste Wort, was mir so eingefallen ist, ist irgendwie Schwiegermamas Liebling.

00:15:45: Also, dass es so wie so ein richtig netter, bodenständiger Typ aussieht.

00:15:51: Ja, ich finde, bodenständig trifft es irgendwie schon ganz schön gut, um ehrlich zu sein.

00:15:55: Also, ja, Abby, so ein bisschen wie Schwiegermama Slippling.

00:15:58: Und es ist ja auch ein attraktiver Mann.

00:15:59: Ich kann also schon prinzipiell auch verstehen, dass sie da so am Grinsen ist oder so ein Lächeln in ihrer Stimme zu hören ist, immer wenn sie ihn anschaut.

00:16:10: Ja, ja.

00:16:11: Oder immer wenn sie über ihn spricht.

00:16:13: Und jetzt im nächsten Schritt habe ich euch mal noch ein paar mehr Infos zu Sam mitgebracht.

00:16:19: Mhm.

00:16:20: Sam arbeitet für NBC Golf, ist dadurch beruflich viel unterwegs und bewegt sich in einer Welt, die von Terminen, Reisen und Veranstaltungen geprägt ist.

00:16:28: Er stammt aus einer Infiladelfia bekannten und gut vernetzten Familie, ist in der Stadt demnach kein Unbekannter und bewegt sich in gesellschaftlichen Kreisen, die Einfluss und Sichtbarkeit mit sich bringen.

00:16:39: Nur knapp vier Wochen nach ihrem Kennenlernen befindet sich Sam gerade geschäftlich in Charleston, als er Ellen anbietet, sie auf ein erstes persönliches Treffen einfliegen zu lassen.

00:16:49: Die junge Frau ist sich unsicher und macht das, was wahrscheinlich viele an ihrer Stelle tun würden.

00:16:54: Sie fragt ihre Freundinnen.

00:16:56: Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

00:16:59: Die Antwort folgt schnell.

00:17:01: Mach es.

00:17:02: Entweder hast du eine wunderschöne Geschichte für deine späteren Enkelkinder oder es funktioniert halt nicht.

00:17:08: Was hast du schon zu verlieren?

00:17:10: Ellen ist davon schnell überzeugt und so sitzt sie nur kurze Zeit später im Flieger in Richtung Charleston.

00:17:25: Also an der Stelle würde ich ganz gerne einmal reinkriechen, weil irgendwie klingt das ja schon so ein bisschen wie aus einem Teenie-Film, aus so einer Teenie-Romanze oder sowas.

00:17:37: Total.

00:17:37: Und

00:17:38: das ist dann der Mann, der attraktiv ist und aus gutem Hause kommt.

00:17:42: Und ich finde, das hat man ihm auch schon ein bisschen angesehen.

00:17:44: Also ich finde, er sieht schon auch so aus, als wäre er ganz gut betucht.

00:17:48: Und er lässt sie dann auch noch einfliegen, weil er sie unbedingt endlich kennenlernen möchte.

00:17:54: Das wiegt alles so ein bisschen wie im Traum.

00:17:57: Ich muss aber sagen, an der Stelle bin ich so ein bisschen skeptisch, weil, na ja, also ich muss schon sagen, so Männer, die viel Einfluss und Reichtum besitzen und eben auf diese Art und Weise vorgehen, also das könnte man, ich will nicht sagen, dass es so sein muss, aber das könnte man ja schon auch so ein bisschen in Richtung Love Bombing einstufen, dieses, ich lass dich hier einfliegen und ich mach dir schöne Augen und ich mach alles für dich und Das kann schon auch in eine ganz andere Richtung gehen.

00:18:27: Ja.

00:18:28: Also das könnte entweder so der Start von einer Teenie-Romanze sein oder von so einem richtig schönen Liebesfilm oder eben von einem ganz abartigen Horrorfilm.

00:18:39: Ja, also man kann bisher wirklich noch nicht ganz genau sagen, in welche Richtung das zwischen den beiden geht, weil wie du sagst, es kann entweder was sehr Positives sein.

00:18:49: oder eben auch was Gefährliches.

00:18:51: Ich finde es aber auch irgendwie heftig, dass all Ihre Freundinnen sagen, na ja, mach doch, du hast ja eigentlich gar nix zu verlieren.

00:18:57: Weil

00:18:58: also

00:18:59: rein realistisch gesehen hat sie natürlich schon einiges zu verlieren.

00:19:03: Also das kann ja schon gefährlich werden.

00:19:06: Also ich glaube, dass damit reingespielt hat, dass Sam in der Stadt sehr bekannt ist.

00:19:12: Und ich glaube, dass Ihre Freundinnen dann das Gefühl hatten, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.

00:19:17: Weißt du, was ich mein?

00:19:18: Ja, ich weiß, was du meinst.

00:19:19: Ich glaube, ich bin da auch einfach nur so ein bisschen vorsichtiger, weil wir uns ja in letzter Zeit auch öfter mal, beziehungsweise im Podcast generell, öfter mal mit Männern, die viel Macht haben, Stichwort PD, die beschäftigt haben, um mir das immer nicht ganz so gut gefällt.

00:19:35: Aber klar, wenn man den Mann kennt, wenn man Sam eben in der Gegend kennt und der einen komplett guten Ruf hat, dann macht man sich da wahrscheinlich weniger Sorgen und ... Wahrscheinlich hört man ja auch auf die Intuition von der Freundin.

00:19:47: Also ich muss schon sagen, dass ich so von den Gedanken ja auf jeden Fall bei dir bin.

00:19:51: Als ich bei der Recherche war, war ich auch so, wenn Sarah mir das jetzt vorschlagen würde, soll ich das machen, weil ich so, also nur wenn ich vielleicht mitfliege und dann keine Ahnung, ganz in der Nähe bin, aber nicht einfach so go for it.

00:20:03: Also da, glaube ich, wäre ich auch ein bisschen vorsichtiger.

00:20:07: Ja, also wenn wir hier nochmal unsere... Online-Dating-Regeln durchgehen würden, dann würden wir da wahrscheinlich eher sagen, don't do it.

00:20:15: Ja.

00:20:16: Nach diesem ersten gemeinsamen Treffen ist schnell klar, Ellen und Sam sind nun ein Paar.

00:20:21: Die junge Frau weckt wie ausgewechselt, leicht, verliebt, ganz bei sich.

00:20:26: Sie erzählt ihren Freundinnen von ihm mit einem Strahlen, das kaum zu übersehen ist.

00:20:31: Und auch ihre Familie spürt, Ellen weckt so glücklich und so angekommen, wie lange nicht mehr.

00:20:38: Auf dem Papier bringt Sam vieles mit, was Ellen wichtig ist.

00:20:41: Er ist, genau wie sie, jüdisch, gebildet, höflich und aufmerksam.

00:20:46: Jemand, der zuhört, der feinfühlig wirkt, der einfach zu ihr passt.

00:20:51: Und sehr bald entsteht der Eindruck, dass er all das nicht nur auf dem Papier, sondern auch im echten Leben mitbringt.

00:20:58: Ellen stellt Sam dann ihrer Mutter Sandy vor.

00:21:01: Sie erlebt ihn als charismatisch, sympathisch und zugewandt.

00:21:05: Er weiß, wie man auf Menschen zugeht, wie man Eindruck hinterlässt.

00:21:09: Und das nicht etwa laut oder aufdringlich, sondern präsent auf eine sehr angenehme Weise.

00:21:15: Sandy hat das Gefühl, dass ihre Tochter mit ihm gesehen wird.

00:21:19: Und auch im Alltag zeigt Sam sich aufmerksam.

00:21:22: Wenn Ellen morgens früh aus dem Haus muss, steht er oft schon vor ihr auf.

00:21:26: Er lässt das Auto warm laufen, bringt ihr einen Kaffee und kümmert sich einfach um die kleinen Dinge.

00:21:31: Gesten, mit denen er ihr auch im hektischen Alltag verdeutlichen will, wie viel sie ihm bedeutet.

00:21:37: Doch das Bill, das sich anfangs so stimmig anfühlt, beginnt bald zu bröckeln.

00:21:43: Es sind keine großen Veränderungen und auch keine klaren Warnzeichen.

00:21:47: Er feine Verschiebungen, die sich ganz leise einschleichen.

00:21:52: Alison ist die erste der Auffällt, dass sich ihre beste Freundin zu verändern beginnt.

00:21:57: Sie kennt Ellen seit vielen Jahren.

00:21:59: Sie kennt ihre Art zu sprechen.

00:22:01: zu lachen und auf bestimmte Dinge zu reagieren.

00:22:04: Und jetzt wickt Ellen zurückhaltender, weniger unbeschwert.

00:22:08: Gespräche verlaufen anders als früher.

00:22:11: Ellen scheint ihre Worte mehr abzuwägen und ist nicht mehr ganz so frei wie ihre Freundinnen, das von ihr gewohnt sind.

00:22:18: Zudem beginnt sie immer weniger Zeit mit ihnen zu verbringen.

00:22:21: Die Gespräche werden kürzer und Verabredungen werden sehr häufig verschoben.

00:22:26: Man merkt also, dass sich ihre Prioritäten irgendwie zu verschieben scheinen, denn Stattdessen ist Ellen immer häufiger an der Seite von Sam's Freunden und dessen Familie zu sehen.

00:22:36: In dieser ganzen Phase gibt es einen Moment, der sich ganz besonders in Ellisons Gedächtnis einbrennt.

00:22:43: Die beiden Freundinnen sind gemeinsam unterwegs und braut Jungfang Kleider für Ellisons Hochzeit auszusuchen.

00:22:49: Sie ziehen von Geschäft zu Geschäft, probieren Kleider an, lachen, vergleichen Stoffe und Schnitte.

00:22:54: Es ist einer dieser unbeschwerten Tage, wie sie ihn früher so oft miteinander verbracht haben.

00:22:59: Vertraut, leicht und einfach selbstverständlich.

00:23:03: Doch als Ellison vorschlägt, noch in einen weiteren Land zu gehen, bleibt Ellen stehen.

00:23:08: Nur kurz.

00:23:10: Sie zögert.

00:23:11: Dann sagt sie, fast nebenbei, sie müsse erst gern fragen, ob das in Ordnung sei.

00:23:16: Ellison bleibt ebenfalls stehen und wiegt sehr irritiert.

00:23:21: So kennt sie Ellen nicht.

00:23:23: Allen war immer unabhängig gewesen, selbstbestimmt und niemand, der sich etwas vorschreiben lässt, schon gar nicht von einem Mann.

00:23:30: Und jetzt?

00:23:31: Jetzt sagt sie ganz beiläufig, sie müsse erst Sam fragen, ob sie noch in ein weiteres Geschäft gehen könne?

00:23:38: Das hier gefällt Allison ganz und gar nicht.

00:23:42: Und nur wenig später folgt der nächste Schritt.

00:23:44: Allen bezieht ein Apartment in Philadelphia in den Venice Lofts, eine modern umgebauten Industriegebäude mit offenen Grundrissen, hohen Decken und großen Fenstern.

00:23:55: Ein Ort, der einen Neuanfang verspricht.

00:23:58: Doch für Ellison fühlt sich das eben nicht wie ein Aufbruch an, sondern wie eine weitere Entfremdung ihrer Freundinnen.

00:24:06: Auch deshalb, weil Sam kurz darauf seine Koffer packt und bei Ellen einzieht.

00:24:11: Und während Ellen nach außen hin ihr neues Leben beginnt, öffnet sie sich ihren Eltern in dieser Zeit zum ersten Mal.

00:24:19: Sie erzählt, dass sie sich von Sam's Familie nicht vollständig akzeptiert fühlt.

00:24:23: Es gab zwar keinen offenen Konflikt und auch keine klare Zurückweisung, aber ein Gefühl, welches zwischen den Zeilen entstand.

00:24:31: Ellen beschreibt, dass sie manchmal den Eindruck hat, nicht wirklich dazu zu gehören.

00:24:36: Dass sie sich neben Sam's Familie irgendwie kleiner fühlt.

00:24:40: Nicht, weil sie etwas falsch macht, sondern weil der Wohlstand seiner Eltern ein unausgebrochener Maßstab zu sein scheint, mit dem ihre eigene Familie nicht mithalten kann.

00:24:50: Es ist ein leiser Zweifel, sehr vorsichtig formuliert, aber auf ihre Eltern spürbar.

00:24:56: Und trotz dieser Zweifel überwiegt etwas anderes.

00:24:59: Im Juni, es stellt sich in seiner Partnerin die alles entscheidende Frage.

00:25:05: Willst du meine Frau werden?

00:25:08: Ellen zögert keine Sekunde.

00:25:10: Ja, ja, ja.

00:25:12: Sie kann sich nichts Schöneres vorstellen, als den Rest ihres Lebens mit Sam zu verbringen.

00:25:17: Und für ihre Eltern rückt in diesem Moment nur eines in den Mittelpunkt.

00:25:21: Ellen ist Glück.

00:25:23: Sie sehen, wie ihre Tochter strahlt, wie sicher sie sich fühlt, wie überzeugt sie von dieser Entscheidung ist.

00:25:28: Und sie denken sich, Wenn das Einzige, was vielleicht nicht perfekt ist, darin besteht, dass Ellen und ihre zukünftige Schwiegermutter keine ganz so enge Verbindung entwickeln werden, dann ist das etwas, womit man leben kann.

00:25:41: Denn was wirklich zählt ist, dass Ellen glücklich ist.

00:25:44: Und genau das scheint sie in diesem Moment zu sein.

00:25:48: Bereits kurz nach der Verlobung laufen die Vorbereitungen für den großen Tag auf Hochtouren.

00:25:53: Stadtwinden soll das Ganze am thirteenth August, so knapp ein Jahr später.

00:25:58: Es wird geplant, organisiert, die Gästeliste wird durchgekaut, sowie potenzielle Locations besichtigt.

00:26:05: Doch nur wenig später meldet sich Ellen bei ihren Eltern und dabei handelt es sich definitiv um keinen beiläufigen Anruf.

00:26:13: Sie sagt ihnen, dass sie zurück nach Hause kommen möchte und wieder bei ihnen einziehen will.

00:26:18: Sie spricht davon, das Apartment zu verlassen, sogar ihren Job an der Schule aufgeben zu wollen.

00:26:23: Für Josh und Sandy kommt das überraschend.

00:26:26: Sie hören ihrer Tochter aufmerksam zu, nehmen ihre Worte ernst, Und doch raten sie ihr zur Vorsicht.

00:26:32: Sie wissen schließlich, wie sehr Ellen ihre Arbeit liebt und wie wichtig ihr die Schule und vor allem ihre Schülerinnen und Schüler sind.

00:26:39: Also schlagen sie vor, dass sie zumindest das laufende Schule ja zu Ende bringen soll.

00:26:44: Danach, so sagen sie, können sie sich ja immer noch überlegen, den Job zu wechseln.

00:26:49: Als ihre Eltern vorsichtig nachfragen, ob es Probleme zwischen ihr und Sam gebe, verneint Ellen.

00:26:54: Sie mache sich einfach nur große Sorgen um ihre Klasse, um die Noten ihrer Schüler und ihre generellen Leistungen.

00:27:00: Für Josh und Sandy ergibt diese Erklärung wenig Sinn.

00:27:03: Allen unterrichtet eine erste Klasse.

00:27:06: Es geht also nicht um Abschlussprüfungen, nicht um Versetzungen oder Zeugnisse, die über Lebenswege entscheiden.

00:27:12: Und doch Allen bleibt bei dieser Begründung.

00:27:15: Um ihr wenigstens irgendwie helfen zu können, bitten ihre Eltern sie schließlich mit einer Psychologin zu sprechen.

00:27:21: Und Allen folgt diesem Rat.

00:27:23: Die behandelnde Ärztin, Dr.

00:27:25: Ellen Berman, diagnostiziert eine Angststörung und verschreibte siebenundzwanzigjährigen mehrere Medikamente gegen ihre Ängste.

00:27:33: Darunter Senex und Clonopin sowie ein weiteres Medikament, das ihr beim Schlafen helfen soll.

00:27:38: Doch Ellen's Zustand verbessert sich nicht.

00:27:41: Im Gegenteil, mit der Zeit scheint es ihr immer schlechter zu gehen.

00:27:45: Und eine ihrer größten Sorgen wird zunehmend ihr Körpergewicht.

00:27:49: Ellen hat große Angst, durch die Medikamente zuzunehmen und an ihrer Hochzeit nicht dünn genug zu sein.

00:27:54: Gedanken, die sie kaum loslassen und sich immer weiter festsetzen.

00:27:58: Auch äußerlich beginnt sich Ellen zu verändern.

00:28:01: Sie hatte stets großen Wert auf ihr Erscheinungsbild gelegt, das Haus nie ohne gemachte Haare und Make-up verlassen.

00:28:07: Nun vernachlässigt sie genau das zunehmend.

00:28:11: Dinge, die ihr also früher wichtig waren, verlieren immer mehr an Bedeutung.

00:28:15: Die fröhliche, energiegeladene junge Frau, die Ellen einmal war, scheint sich langsam zurückzuziehen.

00:28:21: Für ihre Eltern ist dieser Wandel schmerzhaft mit anzusehen.

00:28:24: Sie erkennen ihre Tochter kaum wieder und doch fehlt ihnen weiterhin eine Erklärung, die all das wirklich greifbar macht.

00:28:31: Und an der Stelle Sarah hätte ich gerne mal eine Einschätzung von dir.

00:28:36: Welchen Eindruck hast du denn zu dem Punkt, dass sie sich ganz plötzlich so viele Gedanken um ihr Körpergewicht macht?

00:28:45: Also das war früher nicht so.

00:28:48: Also auch nicht, als sie in ihren Teenagerjahren oder so was war, weil ich glaube, da haben wir das vielleicht alle ein bisschen häufiger gehabt.

00:28:55: Da war das auch noch nie Thema.

00:28:56: Nee, also sie hat vorher mit allem sehr selbstbewusst gewirkt, also mit ihrem ganzen Äußeren wohl und in diesen Wochen davor war das sehr, sehr stark präsent, also dass sie wirklich eine ganz große Angst davor hatte, zuzunehmen.

00:29:11: Also

00:29:11: ich finde das immer ein bisschen schwer einzuschätzen, weil selbst wenn sie früher immer sehr selbstbewusst gewirkt hat, was die Gewicht oder ihrem Körper angeht, heißt es ja nicht unbedingt, dass es auch so ist, weil jetzt mal so aus dem Nähkästchen geplaudert, ich hatte ja auch ganz, ganz lange Probleme mit dem Essen und mit meinem Körper und mit meinem eigenen Körperbild und struggle daher manchmal auch immer noch so ein bisschen mit und das hat man mir glaube ich nie angemerkt, weder damals noch heute.

00:29:38: Also ich glaube, wenn du nicht möchtest, dass das jemand mitbekommt, dann bekommt das auch niemand mit.

00:29:44: Allerdings, dadurch, dass sie das jetzt auch immer wieder so thematisiert und sie thematisiert dann auch, dass sie viel abgenommen hat, aber gleichzeitig auch, dass sie immer noch Angst hat, dass sie von den Medikamenten zunimmt, richtig?

00:29:56: Ja, genau.

00:29:57: Also, ich bin natürlich keine Psychologin.

00:30:00: Ich kann jetzt wirklich nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen.

00:30:04: Dieses immer wieder thematisieren, dass man abgenommen hat, ist, glaube ich, manchmal, also gerade, wenn man eben mit einer Essstörung kämpft, so was, was man schon auch macht, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen.

00:30:18: Zumindest hab ich das früher öfter mal gemacht, dass ich dann eben erwähnt hab, hm, ich hab irgendwie abgenommen, ich weiß gar nicht, wie das passiert ist.

00:30:25: Ich wollte gar nicht abnehmen und hab dadurch dann so ein bisschen gehofft, dass Leute mir das bestätigen, weißt du, was ich mein?

00:30:32: Und dass sie sich dann vielleicht auch so ein bisschen Sorgen machen, weil ich ja auch noch dazu gesagt hab, dass ich gar nicht weiß, woher das kommt.

00:30:39: Und ich könnte mir schon vorstellen, dass das vielleicht hier auch in die Richtung geht und gleichzeitig so dieses Viel darüber sprechen, dass man Angst hat zuzunehmen.

00:30:50: Das wäre jetzt was, was ich gar nicht so viel gemacht hätte wahrscheinlich.

00:30:52: Das hätte ich immer eher für mich behalten, diese Angst.

00:30:56: Aber wenn die Angst eben so groß geworden ist, vielleicht auch, weil da von anderer Seite so ein bisschen Druck mit reinkommt, dann konnte sie das vielleicht auch gar nicht mehr so für sich behalten, weil Wenn das vorher nie so ein richtiges Thema bei ihr war, frag ich mich jetzt natürlich schon so ein bisschen, ob das was ist, was Sam ihr auch so ein bisschen eingepflanzt hat.

00:31:18: Weißt du, was ich mein?

00:31:19: Ja, daran habe ich nämlich auch gedacht, weil ich das ja auch in anderer Form schon hatte.

00:31:25: Also bei mir ging es nicht ums Gewicht, sondern um meine Brille damals.

00:31:32: Genau,

00:31:33: ja, ja.

00:31:34: Da habe ich ja auch, mich hat das ja... nicht in dem Ausmaß gestört.

00:31:39: Also klar war ich schon immer jemand, der mehr Kontaktlänzen getragen hat als die Brille.

00:31:44: Aber als mir dann halt gesagt wurde, du siehst halt total blöd aus mit Brille, hat das natürlich was mit mir gemacht und da wollte ich gar keine Brille mehr anziehen.

00:31:54: Und irgendwie hat mich das in dem Moment so ein bisschen daran erinnert.

00:31:59: Weil mich das bei mir auch dann plötzlich ganz ganz arg bei mir gestört hat, obwohl das in dem Ausmaß vorher eben nicht.

00:32:06: der Fall war.

00:32:07: Ja und so hört sich das auch ein bisschen für mich an.

00:32:10: Also vielleicht war das schon vorher ein Thema, wie gesagt, ich glaube viele Frauen strugglen mit so was, aber dass das eben durch den Partner, also eben durch Sam sich stark verstärkt hat, weil ich hatte das ja auch schon in Partnerschaften, wo ich das Gefühl hatte, ich muss jetzt schauen bei meiner Figur und ich musste jetzt was machen oder mir wurde ja auch schon von anderer Seite vor allem im Teenie-Alter gesagt, dass ich eben aufpassen muss.

00:32:37: Und das ist halt was, das habe ich wirklich so lange mitgenommen und das war für mich so fesselnd und so ein riesiges Thema, so lange Zeit, dass ich mir schon vorstellen kann, dass wenn Sam das immer mal wieder erwähnt hat, dass das dann bei ihr eben auch der Fall war.

00:32:56: Also, dass er vielleicht viel Wert auch darauf gelegt hat, wie gut sie an der Hochzeit aussieht, weil er kommt ja aus gutem Hause und vielleicht war das dann ja auch sehr medienwirksam, wenn die beiden heiraten und da möchte er natürlich, dass er da eine Partnerin an seiner Seite hat, die da in Anführungszeichen den Standards oder eben diesem Vorstellungsbild entspricht.

00:33:17: Ja, also es ist auf jeden Fall jetzt an einem Punkt, wo es wirklich besorgniserregend ist.

00:33:23: Auch in dieser Phase betont Ellen gegenüber Freunden und Familie immer wieder dasselbe.

00:33:28: Das einzige Problem sei die Schule.

00:33:31: Der Druck, die Verantwortung sowie die Sorge um ihre Klasse.

00:33:35: Ellen unterrichtet wie gesagt eine erste Klasse mit etwa dreißig bis vierzig Kindern, eine Gruppengröße, die kaum Raum für Ruhe lässt.

00:33:43: Sie beschreibt, wie schwierig es für sie ist, allen gerecht zu werden, die Klasse zu führen und Situation unter Kontrolle zu halten.

00:33:50: In einer Nachricht an Sam schildert sie, dass einer ihrer Schüler während des Unterrichts versucht habe, einen anderen zu wirken.

00:33:57: Für Ellen ist das ein Moment, der ihr zeigt, wie schnell alles eskalieren kann.

00:34:01: Sie beschreibt, dass sie das Gefühl habe, die Situation entgleitig ihr zunehmend, dass sie Angst habe, den Überblick zu verlieren und dass alles außer Kontrolle zu geraten drohe.

00:34:11: Auch ihm gegenüber erwähnt sie immer wieder, dass sie ihren Job kündigen wolle.

00:34:15: Eine von Sam's Antworten darauf lautet Du bist niemand, der aufgibt, aber ich will natürlich, dass du glücklich

00:34:22: bist.".

00:34:23: Ihre Beziehung zu Sam, so betont sie gegenüber Freunden und Familie, habe nichts mit ihrem schlechter werdenden mentalem Zustand zu tun.

00:34:31: Doch je häufiger Ellen diese Erklärung wiederholt, desto weniger überzeugt sie ihr Umfeld.

00:34:36: Die Worte bleiben gleich, aber der Zustand dahinter verändert sich sichtbar.

00:34:41: Für ihre Eltern, für Allison und für andere enge Vertraute passt das Bild nicht mehr zusammen.

00:34:46: Die Angst, der Rückzug, die Veränderungen.

00:34:49: All das lässt sich nicht allein mit dem Schulalltag erklären.

00:34:53: Es entsteht der Eindruck, dass sie Sam oder zumindest sein Bild nach außen schützen möchte.

00:34:58: Zu dieser Zeit bemerken ihre Kolleginnen in der Schule zudem, dass sie aufgehört hat, ihren Verlobungsring zu tragen.

00:35:04: Darauf angesprochen weicht Ellen jedes Mal aus.

00:35:07: Ach, der stört manchmal einfach, sagt sie beschwichtigend.

00:35:12: Der XXI.

00:35:13: Januar, ist ein Wintertag, wie in Philadelphia nur allzu gut kennt.

00:35:18: Seit Stunden, eigentlich seit Tagen, liegt ein schwerer Wintersturm über der Stadt.

00:35:22: Ein sogenannter Nor'Easter, der große Teile der Ostküste trifft und Philadelphia unter einer dichten Schneedecke verschwinden lässt.

00:35:30: Der Schnee fällt unaufhörlich.

00:35:33: Straßen, gewägige Autos, alles ist zugedeckt, gedämpft und irgendwie verlangensaumt.

00:35:39: Der Verkehr kommt nur schleppend voran, viele bleiben gleich ganz zu Hause.

00:35:43: Flüge werden gestrichen und auch der restliche Alltag der Stadtgerät ins Stocken.

00:35:48: Es ist einer dieser Tage, an denen Philadelphia leiser wirkt als sonst, fast erstickt unter der Last des Schnees.

00:35:55: Der Himmel ist grau, schwer, das Licht flach.

00:35:58: Böhnen treiben die Flocken durch die Straßen, die Sicht ist eingeschränkt und der Wind schneidet kalt.

00:36:05: Mehr als dreißig Zentimeter Schneefallen in der Region und mit jeder Stunde wird klarer, dass dieser Sturm nicht nur ein kurzes Winterintermezzo ist, sondern die Stadt fest im Griff hat.

00:36:16: Doch der Start in den Tag anspricht in Ellens Fall der gewohnten Routine.

00:36:20: Sie steht auf, macht sich für den Tag fertig und ruft gegen sieben Uhr jeden Tag bei ihrer Mutter an.

00:36:26: Doch im Laufe des Tages macht sich das Wetter ebenfalls an den örtlichen Schulen bemerkbar.

00:36:31: Der Unterricht wird vorzeitig beendet, viele Lehrkräfte dürfen früher nach Hause, so auch Ellen.

00:36:37: Direkt losfahren kann sie jedoch nicht.

00:36:39: Einer ihrer Kollegen ist knapp eine Stunde damit beschäftigt, ihren Wagen von Schnee und Eis zu befreien.

00:36:45: Als er es endlich geschafft hat, verabschiedet sie sich noch von ihren restlichen Kolleginnen, winkt ihnen zu, steigt gegen die drei Uhr zwanzig in ihr Auto und fährt davon.

00:36:54: Hinein in den Schnee.

00:36:56: Es ist ein beiläufiger Moment, ganz unscheinbar, wie so viele Abschiede im Alltag zuvor.

00:37:02: Und doch ist es das letzte Mal, dass ihre Kolleginnen Ellen sehen.

00:37:13: Auf dem Heimweg hätt sie um drei Uhr sechs zu zwanzig noch einmal kurz an, um tanken zu gehen, bevor es endgültig zurück nach Hause geht.

00:37:21: Sam tritt nur kurz nach ihr durch die Eingangstür ihres Apartments.

00:37:25: Um vier zu nur dreißig will Ellen dann die Nummer eines Restaurants, welches sich knapp dreißig Minuten entfernt befindet.

00:37:31: Ob sie eine Reservierung vornehmen oder einfach nur Essen bestellen wollte, wissen wir nicht.

00:37:36: Was wir jedoch wissen, um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um Laute Klopfgeräusche von nebenan.

00:38:02: Daraufhin öffnet er seine Tür einen kleinen Spalt und wirft einen Blick in den Flur.

00:38:07: Es sieht Sam, der lautstark gegen die eigene Eingangstür klopft und Ellen's Namen ruft.

00:38:13: Immer wieder sagt er, dass sie ihn doch endlich reinlassen solle.

00:38:17: Mark geht in diesem Moment davon aus, dass die beiden in eine Streiterei verwickelt sind und Ellen die Tür aufgrund dessen nicht öffnen möchte.

00:38:24: Dazu muss man wissen, Sam hat natürlich einen Schlüssel für die Wohnung, doch die Tür ist wohl zusätzlich von innen gesichert.

00:38:32: Nicht mit einer Kette, wie man das oft kennt, sondern mit einem Tür-Sicherungsbügel, einer sogenannten Swing-Bar-Lock.

00:38:41: Man kann sich das so vorstellen, wie ein kleinen Metallarm, der quer über den Türspalt gelegt wird, ähnlich wie ein Riegel in Hotels.

00:38:50: Die Tür kann dann dadurch, wie man das von dieser Sicherheitskette kennt, nur ein paar Zentimeter aufgehen, bevor der Bügel sie stoppt.

00:38:58: Wir werden euch hierzu auch auf jeden Fall ein Foto bei eisernedark.podcast auf Instagram hochladen, aber so könnt ihr euch das hoffentlich ungefähr vorstellen.

00:39:07: Das heißt, selbst wenn Sam die Tür aufschließt, lässt sie sich nur einen schmalen Spalt öffnen, gerade genug, um hineinzurufen oder einen Blick in den Flur zu werfen, aber eben nicht genug, um die Wohnung betreten zu können.

00:39:20: Diese zusätzliche Sicherung kann nämlich nur von innen gelöst werden.

00:39:24: Um siebzehn Uhr zweiunddreißig beginnt Sam seiner Verluppten, einige Nachrichten zu schicken.

00:39:30: Hallo?

00:39:31: Gefolgt von unzähligen Ausrufezeichen.

00:39:35: Macht die Tür auf.

00:39:37: Nur drei Minuten später tippt er bereits die nächsten Worte in sein Handy.

00:39:42: Was machst du?

00:39:44: Du solltest besser eine passende Ausrede parat haben.

00:39:48: Ich werde gerade echt angepisst.

00:39:52: Hallo?

00:39:54: Du hast ja keine Ahnung.

00:39:57: Als er so nicht weiterzukommen scheint, begibt sich Sam zur Rezeption des Gebäudekomplexes und bittet darum, in die Wohnung gelassen zu werden.

00:40:04: Denn früher war es den Rezeptionisten zeitweise erlaubt, Apartments für Bewohner zu öffnen.

00:40:10: Diese Regelung hatte sich aber mittlerweile aus Sicherheitsgründen geändert.

00:40:15: Das heißt, der Mann hinter dem Dresen, Philipp Hinton, erklärt Sam nun, dass er ihm dabei nicht helfen dürfe.

00:40:22: Sam weckt gestresst, fast schon ängstlich.

00:40:25: Und daher fragt Philipp ihn, ob mit Ellen alles in Ordnung sei.

00:40:29: Das könne er nicht sagen, lautet die Antwort.

00:40:32: Da eben also auch seitens der Rezeption keine Hilfe angeboten werden kann, betritt Sam erneut den Fahrstuhl.

00:40:38: Noch während sich die Türen schließen, sagt er, ich werde die verdammte Tür einfach eintreten.

00:40:44: Und insgesamt versucht er drei Mal den Rezeptionisten umzustimmen, allerdings ohne Erfolg.

00:40:51: Das merken wir uns an der Stelle einmal, denn im späteren Bericht wird angegeben, dass Sam bis zur Wohnung begleitet worden wäre, was durch die Aufnahme der Überwahrungskamera jedoch eindeutig widerlegt werden kann.

00:41:05: Und nun setzt er die gesagten Worte in die Tat um und tritt die Tür des gemeinsamen Apartments ein.

00:41:11: Einige Zeit später erreicht die Polizei in Philadelphia dann folgender Notruf.

00:41:32: Forty-six-oh-one

00:41:32: Flat Rock Road, please Harry.

00:41:35: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:39: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:41: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:43: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:49: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:53: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:41:57: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:01: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:05: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:07: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:08: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:10: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:11: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:15: Forty-six-oh-one Flat Rock Road, please Harry.

00:42:16: Oh Gott.

00:42:17: Ja, hi, okay.

00:42:18: Okay.

00:42:18: Okay, so get her flat on her back, wear her chest, okay, you wanna rip her shirt off?

00:42:25: Oh shit.

00:42:26: Okay,

00:42:27: I'm trying not, I'm trying not.

00:42:33: Her shirt won't come off, it's a zipper.

00:42:35: Oh my god, she stabbed herself.

00:42:38: Where?

00:42:39: She fell in a knife, oh no, her knife's sticking out.

00:42:42: A what?

00:42:42: Es ist eine Nase rausgefallen.

00:42:45: Oh, sie stammt sich?

00:42:46: Ich glaube nicht, ich weiß nicht, wo sie fliegt.

00:42:48: Ich weiß nicht.

00:42:49: Okay, dann nicht touchen.

00:42:51: Okay, so, ich

00:42:52: habe die Nase

00:42:53: rausgefallen.

00:42:54: Hier?

00:42:54: Was mache ich?

00:42:55: Nein, ich meine, wenn die Nase in ihrer Strecke ist, ist es schwer für dich zu sehen, dass sie in dieser Strecke sind.

00:43:05: Ja.

00:43:14: Also, ich weiß wirklich nicht.

00:43:16: Und ich finde ja auch, man hört schon, wie die Dispatcherin reagiert.

00:43:20: Sie sagt ja auch so, she stabbed herself.

00:43:23: So ein bisschen so, es wäre sie so ein bisschen müde von dieser Erklärung, was halt sehr unrealistisch ist, oder?

00:43:30: Ja, genau.

00:43:31: Und was mir auch noch aufgefallen ist, ich finde, er sagt das auf einmal so, oh mein Gott, sie hat... Sie sich selbst mit einem Messer verletzt und man muss dazu wissen, wie Ellen aufgefunden wurde.

00:43:44: Also sie saß quasi in der Ecke der Küche.

00:43:47: Also mit dem Rücken zum Küchenschrank saß sie da.

00:43:50: Ja.

00:43:51: Und ich habe die Tatortfotos gesehen.

00:43:53: Und wirklich das allererste, was man sieht, wenn man sich das anschaut, ist das riesengroße Messer, was aus ihrer Brust tragt.

00:44:01: Und ich fand es ein bisschen seltsam, dass er das erst so spät gesehen haben will, weil das wirklich ... nicht zu übersehen ist.

00:44:09: Ja, und er wurde ja auch darauf hingewiesen, dass er bitte auf ihre Brust schauen soll und zu sehen, ob sie noch am Atmen ist.

00:44:16: Also er hat ja mehrfach genau dahin geschaut, wo das Messer gesteckt hat.

00:44:20: Ja.

00:44:21: Dass das dann nicht auffällt, wenn ich ganz, ganz, ganz akribisch auf die Brust von meiner verlobten Schau um zu checken, ob sie noch am Atmen ist.

00:44:30: Und dann fällt ihm vorher auf, dass sie ein SIP-Pullover anhat oder ein SIP-Oberteil und dass er das nicht aufbekommt.

00:44:35: und erst dann... schnallt er angeblich, dass ein Messer in ihrer Brust steckt.

00:44:40: Ja, ja.

00:44:42: Also das kommt mir auch so ein bisschen merkwürdig vor.

00:44:45: Und ich finde auch, er fängt ja relativ schnell damit an zu erzählen, dass er trainieren war und dass er deswegen eben nicht zu Hause war und dass er dann wieder hoch wollte und dann ganz lange versucht hätte reinzukommen.

00:44:57: Und das klingt für mich auch schon so ein klein bisschen nach Ich leg mir schon mal ein Alibi zurecht.

00:45:04: Ich erzähle schon mal, dass ich eben trainieren war und dass ich nicht in der Wohnung war, dass ich es also nicht gewesen sein kann.

00:45:10: Ja, das ist auch ganz vielen anderen Leuten aufgefallen.

00:45:13: Und das Gespräch ist auch noch deutlich länger als der Ausschnitt, den ich euch mitgebracht habe.

00:45:19: Und hierbei sagt Sam dann auch, dass ihm keine Einbruchsspuren aufgefallen sind.

00:45:24: Ja.

00:45:24: Bereits fünf Minuten nach Ende des Telefonats erreichen die Rettungskräfte Apartment sixhundert drei.

00:45:30: Und um achtzehn Uhr vierzig wird Ellen dann schon offiziell für Tod erklärt.

00:45:36: Doch was die Sanitäter an ellensleblosem Körper feststellen, irritiert sie.

00:45:42: Es handelt sich nämlich nicht nur um eine, sondern um insgesamt zwanzig Stichverletzungen.

00:45:50: Ja und ich sehe ja gerade auch schon in unserem Skript die forensische Rekonstruktion.

00:45:55: Ja.

00:45:56: Das kann doch niemals.

00:45:59: sein, dass sie sich das selbst angetan hat.

00:46:02: Das kann gar nicht sein.

00:46:04: Also das sind ja, wie du eben schon gesagt hast, über zwanzig Stichverletzungen und die auch über den ganzen Körper verteilt, oder?

00:46:10: Ja.

00:46:11: Also für mich sieht es so aus, als hätte sie auf jeden Fall einige Stichverletzungen in der Brust, aber scheinbar ja auch schon einige am Hinterkopf bzw.

00:46:20: im Nacken oder oberen Rückenbereich.

00:46:22: Ja, ganz genau.

00:46:23: Also diesen hauptsächlich wirklich im Kopf- und Nackenbereich.

00:46:26: und in der Brust.

00:46:27: Und

00:46:28: wie soll sie sich bitte mehrfach in den eigenen Angestochen haben?

00:46:31: Das frage ich mich halt.

00:46:32: Also, das wird im Laufe der heutigen Folge auf jeden Fall ein sehr zentrales Thema darstellen.

00:46:38: Und

00:46:38: du hast mir auch noch ein weiteres Bild mitgebracht, auf dem sieht man ganz viele Verletzungen, die generell über ihren ganzen Körper verteilt sind.

00:46:47: Es sieht mir aus, als wenn das alles blau flecken, oder?

00:46:49: Ja, ganz genau.

00:46:50: Sie hat auf jeden Fall an jedem Handgelenk.

00:46:54: blaue Flecken und wie du eben schon gesagt hast verteilt auf dem ganzen Körper und die sind auch alle in sehr unterschiedlichen Heilungsstadien.

00:47:01: Also man sieht manche sind älter und manche sind auch ganz neu.

00:47:04: Na ja, also wir sind die am Handgelenk auch direkt aufgefallen, weil das für mich natürlich im ersten Moment so aussah, als hätte jemand versucht sie irgendwie festzuhalten oder zu fixieren.

00:47:13: Aber sie hat ja auch am Oberschenkel beziehungsweise am beiden Oberschenkeln und teilweise auch am Innenschenkel Flecken, was für mich auch so ein bisschen in eine Richtung gehen könnte und auch am Halsbereich.

00:47:30: Ja, ja.

00:47:32: Also das sieht gar nicht gut aus.

00:47:34: Vor allem finde ich jetzt auch irgendwie interessant, dass das in unterschiedlichen Heilungsstadien

00:47:38: ist.

00:47:39: Ja.

00:47:39: Das würde ja bedeuten, dass sie vielleicht schon vorher Gewalt erlebt hat.

00:47:44: Ja, ja.

00:47:45: Und... All das, vor allem auch der Punkt darüber, wo sich genau die Stichverletzungen befinden, das müssen wir uns wirklich jetzt ganz, ganz gut merken, weil das wird noch eine sehr große Rolle spielen.

00:47:56: Während die Ermittler der Mordkommission, die mittlerweile ebenfalls vor Ort angekommen sind, beginnen das Apartment zu untersuchen, hält sich Selm in der Lobby des Gebäudes auf.

00:48:05: An seiner Seite steht James Schwarzmann sein Onkel, der zu diesem Zeitpunkt, und das ist sehr interessant, als Vorsitzender des Pennsylvania Judicial Conduct Board tätig ist.

00:48:17: Und das ist eine sehr hochrangige und einflussreiche Position innerhalb der Justizaufsicht von Pennsylvania.

00:48:24: Denn zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Überwachung sowie die Disziplinierung von Richterinnen und Richtern.

00:48:31: Bereits zuvor, um achtzehn Uhr vierzehn, hatte Sam sein Cousin Camian Schwarzman telefonisch kontaktiert.

00:48:38: Es ist ein Anruf der siebzehn Minuten vor dem Notruf erfolgt.

00:48:43: Und einige Minuten nach diesem Telefonat mit seinem Cousin um achtzehn Uhr sechsundzwanzig meldet sich auch James telefonisch bei Sam.

00:48:51: Und an der Stelle wichtig zu wissen ist, auch besagter Cousin ist als Jurist tätig.

00:48:58: Und erst nach diesen beiden Telefonaten setzte Sam den Notruf ab.

00:49:03: Diese zeitliche Abfolge erklärt auch, warum James Schwartzman ungewöhnlich früh vor Ort ist, noch während die ersten polizeilichen Maßnahmen anlaufen.

00:49:12: Einer der Ermittler hält seine Beobachtungen später schriftlich in seinem Bericht fest.

00:49:17: Darin beschreibt er den Zustand des Appartments zum Zeitpunkt der Untersuchung wie folgt.

00:49:21: Es gibt keine Hinweise auf einen Kampf.

00:49:26: Möbel und Gegenstände befinden sich an ihrem Platz.

00:49:29: Nichts scheint offensichtlich zu fehlen oder durcheinander gebracht worden zu sein.

00:49:34: In der Wohnung befinden sich zahlreiche Wertgegenstände, darunter Geld, Schlüssel und drei Laptops.

00:49:40: Einer in der Küche auf der Kücheninsel, vermutlich Goldbergs, einer auf dem Boden im Hauptschlafzimmer, vermutlich der der Verstorbenen, erkennbar an einigen Hochzeitsunterlagen, sowie ein weiterer auf einem Schreibtisch in einem zusätzlichen Schlafzimmer, Vermutlich der Arbeitslaptop der Verstorbenen erkennbar an zahlreichen Unterrichtsmaterialien.

00:50:01: Er hält außerdem fest, dass es bei verschlossener Eingangstür nur einen möglichen Ausgang aus dem Apartment gegeben hätte, eine Schiebetür zu Terrasse.

00:50:09: Dort findet sich jedoch keine Schnee, keine Fußspuren oder andere Abrücke, die auf ein Verlassen der Wohnung hindeuten würden.

00:50:16: Der Ermittler beschreibt weiter die Position, in der er Ellen auffindet.

00:50:20: Sie liegt halbsitzend in einer Ecke der Küche, ihr Körper an die Küchenschränke gelehnt.

00:50:25: Es wirkt, als sei sie an den Schränken langsam nach unten gerutscht, was sich anhand einer Blutspur nachvollziehen lässt.

00:50:32: Rechts neben ihr liegt eine Brille und in ihrer Hand hält sie ein weißes Küchenhandtuch.

00:50:37: Nach den ersten Maßnahmen vor Ort wird Sam von der Polizei gebeten, mit auf das Revier zu kommen, um sich dort in Fragen der Ermittler zu stellen.

00:50:44: Während die Spurensuche im Apartment weiterläuft, spricht Sam also über Ellen.

00:50:49: über die letzten Wochen und Monate.

00:50:51: Er berichtet von ihrem mentalen Problem, von Angstzuständen und von den Medikamenten, die sie zuletzt eingenommen hatte.

00:50:58: Er habe sie noch nie zuvor so depressiv gesehen, wie in diesem Monat.

00:51:03: Jedoch habe sie ihm gegenüber nie suizidale Gedanken geäußert.

00:51:07: Nur einmal habe sie ihn gefragt, würdest du mich auch dann noch lieben, wenn ich verrückt wäre?

00:51:13: Und all diese Schilderungen fließen natürlich in die ersten Einschätzung der Ermittler mit ein.

00:51:19: Und noch während viele Fragen offen sind, noch bevor eine umfassende Untersuchung abgeschlossen ist, beginnt sich vor Ort langsam ein Bild zu formen.

00:51:27: Und dann fällt eine Entscheidung.

00:51:30: Bereits am Tatort wird Ellenstod als Suizid eingeordnet.

00:51:36: Es ist ein Moment, der den weiteren Verlauf des Fals prägen wird.

00:51:39: Eine Einordnung, die früh getroffen wird und die nur wenig Raum für andere Möglichkeiten lässt.

00:51:46: Während draußen der Schnee weiter fällt und der Wintersturm die Stadt fest im Griff hat, wird Ellenstod damit bereits offiziell als gelöst eingestuft.

00:51:56: Boah, und ich muss ja an der Stelle sagen,

00:51:59: ich bin

00:52:01: verärgert, ich bin richtig, richtig sauer, aber ich bin halt gar nicht überrascht, weil das ja, wenn wir einmal kurz zurückdenken, wie ich den Fall eingestuft habe, bevor ich irgendwas über den Fall wusste.

00:52:10: Ja.

00:52:11: Genauso ist es gewesen.

00:52:12: Das ist wieder eine Person in einer Machtposition, die eben Kontakte oder Ansehen genießt und die sich dann auf diese Art und Weise rauswinden kann.

00:52:23: Und es ist eben auch ein Fall, der eigentlich relativ offensichtlich kein Suizid ist.

00:52:30: Aber trotzdem so eingestuft wird, eben weil der einzige Tatverdächtige Sohn Hohe Stier ist.

00:52:35: Ja.

00:52:36: Boah, es macht mich aber so sauer trotzdem.

00:52:39: Ja, und es wurde halt auch wirklich ... nicht gut gearbeitet.

00:52:44: Es wurden gar keine Spuren

00:52:45: gesichert, es wurde sich nicht angeschaut, welche Blutspuren gibt es, wo ist das Blut überall?

00:52:50: Also das war wirklich einfach ganz, ganz schnell abgehakt.

00:52:54: Ja, und ich muss ja sagen, also jetzt als Leier, ich kenne mich damit ja gar nicht aus, ja.

00:52:59: Aber als Leier ist es für mich doch schon relativ offensichtlich, dass wenn auf eine Frau zwanzig Mal eingestochen wurde, überwiegend in den Kopf- und Nackenbereich, dass das kein Suizid sein kann.

00:53:12: Also da werden wir sehr, sehr detailliert auf jeden Fall noch darüber sprechen, weil ich hab für den heutigen Fall ein Buch gelesen und da kommen sehr viele Experten zu Wort, also die Einschätzung sehr viele Experten.

00:53:24: Und ich bin sehr, sehr gespannt, was du dann dazu sagen wirst.

00:53:27: Also die dann auch einschätzen, ob das prinzipiell möglich wäre, dass das ein Suizid ist?

00:53:32: Ja, ganz genau.

00:53:33: Ich bin da auch gespannt drauf.

00:53:34: Aber also für mich ist das so einer der Fälle, wo ich echt sagen muss, ich hab ja vorhin gemeint, wo das so ein bisschen wishy-washy ist, also wo es beides sein könnte.

00:53:43: Für mich ist das jetzt aus dem ersten Bauchgefühl heraus nicht so ein Fall, sondern für mich ist das sehr, sehr eindeutig.

00:53:50: Ja.

00:53:51: Also im Fall von Phoebe Henschuck beispielsweise.

00:53:55: Erinnerst du dich noch an den Fall?

00:53:56: Ja, sehr gut sogar.

00:53:58: Das war so ein Fall, wo ich vielleicht noch ein klein bisschen hätte verstehen können, dass einige Menschen glauben, das ist ein Suizid oder Unfall gewesen.

00:54:07: Aber in dem Fall würde ich das eigentlich jetzt direkt ausschließen.

00:54:12: Ist auch wirklich schwer, sich das vorzustellen.

00:54:15: Ellens Eltern bereiten gerade das Abendessen vor und sitzen vor dem Fernseher, als plötzlich das Schrille klingeln des Telefons die Ruhe des Abends zerreißt.

00:54:25: Sandy hebt ab.

00:54:27: Am anderen Ende der Leitung ist Sam's Vater, der ihm mitteilt, dass ihre Tochter nicht mehr am Leben ist.

00:54:34: Für Tosh und Sandy bricht in diesem Moment alles zusammen.

00:54:38: Sie wissen nur eins.

00:54:40: Ihre Tochter ist tot.

00:54:42: Warum, wie und unter welchen Umständen, all das bleibt offen.

00:54:47: Erst am nächsten Morgen werden sie dann auch von offizieller Seite kontaktiert.

00:54:52: Man sagt ihnen, dass Ellen sich das Leben genommen habe.

00:54:54: Tschüss und zählen die glaubende Polizisten.

00:54:57: Immerhin haben sie ein großes Vertrauen in das amerikanische Justizsystem.

00:55:02: Zumindest noch.

00:55:04: Denn wichtig zu wissen, Zu diesem Zeitpunkt, also während dieses ersten Gesprächs, ist ihnen noch nicht klar, wie genau ihre Tochter gestorben ist.

00:55:14: Und für sie ergibt sich daher im ersten Moment auch eigentlich ein sehr schlüssiges Bild, denn immerhin haben sie ja direkt mitbekommen, wie schlecht es ihrer Tochter in den Wochen und Monaten vor ihrem Tod ergangen war, weswegen sie die Möglichkeit eines Suizids auch nicht ausschließen können.

00:55:33: Der nächste Morgen ist der erste Tag an der Schule ohne Ellen.

00:55:37: Ein Tag, der sich falsch anfühlt, noch bevor er überhaupt richtig beginnt.

00:55:42: Eine ihrer Schülerinnen wird gerade im Auto von ihren Eltern zur Juniata Park Academy gefahren, als sie ihm mitteilen und das sehr vorsichtig, dass Miss Greenberg heute nicht da sein wird.

00:55:55: Das kleine Mädchen runzelt die Stirn.

00:55:58: Sie fragt, ob ihrer Lehrerin vielleicht zu spät komme, obwohl sie das als sehr ungewöhnlich empfindet.

00:56:04: Miss Greenberg war immer da, immer pünktlich, immer mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen.

00:56:11: Doch im Klassenzimmer bleibt ihr Platz leer.

00:56:14: Die Kinder warten, schauen zur Tür, als würde sie jeden Moment hereinkommen.

00:56:19: Doch sie kommt nicht.

00:56:21: Und irgendwann, leise, fast schon wie ein Geheimnis, flüstert ein anderes Kind ihr zu.

00:56:28: Sie ist tot, sie wird nie wiederkommen.

00:56:31: Ein Satz, den ein sechsjähriges Kind kaum begreifen kann.

00:56:34: Und doch hängt er plötzlich im Raum.

00:56:37: Auch für Ellens Kolleginnen und Kollegen ist dieser Tag kaum auszuhalten.

00:56:41: Sie stehen vor einer Aufgabe, auf die niemand vorbereitet ist.

00:56:45: Wie erklärt man erst Klesslern, dass ihre Lehrerin gestorben ist?

00:56:49: Wie findet man Worte für etwas, das selbst Erwachsene kaum fassen können?

00:56:54: Die meisten dieser Kinder hatten noch nie Berührung mit dem Tod.

00:56:57: Für sie war die Welt bis gestern noch sicher, überschaubar und voller Routine, und Ellen war ein Teil davon, eine Konstante, und nun ist sie weg.

00:57:07: Und die Schule, die sonst laut und lebendig ist, wiegt an diesem Tag seltsam still.

00:57:19: Noch am selben Tag, also am siebenundzwanzigsten Januar, bedockte Ellen Berman, Ellen's Psychiaterin, auf das Revier gebeten und zu Ellen's mentalem Gesundheitszustand befragt.

00:57:30: Die Nachricht vom Tod ihrer Patientin trifft sie ohne Vorwarnung und der Schock steht ihr ins Gesicht geschrieben.

00:57:37: Genau für diesen heutigen Tag hatten Ellen und sie ihre nächste Sitzung vereinbart.

00:57:42: Dr.

00:57:43: Barman berichtet, dass Ellen in den letzten Wochen vor allem die Situation in der Schule stark belastet habe.

00:57:48: Der drogt die Verantwortung, die Herausforderungen im Unterricht, darüber habe Ellen ausführlich gesprochen.

00:57:55: Gleichzeitig betont sie jedoch auch etwas anderes.

00:57:58: Wenn Ellen von Zellm gesprochen habe, habe sie jedes Mal gelächelt.

00:58:02: Die Beziehung habe sie als stabilisierend und positiv beschrieben, als etwas, das sie erhalt gebe.

00:58:09: Suizidal habe sie die junge Frau keineswegs eingestuft.

00:58:12: Dafür habe es keinerlei Anzeichen gegeben, betont sie.

00:58:16: Parallel dazu wird an diesem Tag Ellens Autopsie durchgeführt.

00:58:20: Und während die Ermittler Ellens Tod ja bereits als Suizid eingeordnet haben, kommt der Gerichtsmediziner bei seiner Untersuchung zu einem deutlich differenzierteren Bild.

00:58:30: Bei der äußeren und inneren Leichenschau dokumentiert er die Verletzungen im Detail.

00:58:35: Er stellt unter anderem zehn Stichverletzungen im Nackenbereich fest, weitere acht im Brustbereich.

00:58:42: Hinzu kommt eine etwa fünf Zentimeter tiefe Stichwunde im Bauch.

00:58:46: Doch damit nicht genug.

00:58:48: Der Gerichtsmediziner beschreibt weiter eine rund sechs Zentimeter langen Schnittwunde an ihrem Kopf.

00:58:54: Eine tiefer längliche Verletzung quer über den Schädel.

00:58:58: Wie um alles in der Welt soll sie sich eine solche Verletzung selbst zugefügt haben.

00:59:04: Suizide durch Messerstiche sind in der medizinischen und forensischen Fachliteratur zwar dokumentiert, gelten jedoch als selten.

00:59:12: Im Vergleich zu anderen Suizidmethoden drehten sie deutlich weniger häufig auf und werden deshalb in der Praxis als atypisch betrachtet.

00:59:21: Fachleute betont zudem, dass solche Fälle, wenn sie tatsächlich vorkommen, häufig mit extremen Ausnahmesituationen verbunden sind, etwa mit schwerem psychischen Krisen oder psychotischen Zuständen.

00:59:34: Genau aus diesem grundlösen Todesfälle mit Stichverletzungen in der Regel eine besonders gründliche Untersuchung aus.

00:59:41: Für Gerichtsmediziner und Ermittler gehören sie zu den Fällen, bei denen sehr sorgfältig zwischen einer Selbsthandlung und einer möglichen Fremdeinwirkung unterschieden werden muss.

00:59:51: Entsprechend werden solche Todesarten meist im ersten Schritt als verdächtig eingestuft und sehr kritisch geprüft, bevor eine endgültige Bewertung erfolgt.

01:00:01: Denn die Einordnung ist komplex, sehr fehleranfällig und erfordert eine genaue Betrachtung aller Umstände.

01:00:08: In seinem Bericht hält der Gerichtsmediziner demnach fest, Zitat, Bei Todesursache vermerkt er, Zitat, Tötungsdelikt.

01:00:23: Doch genau an diesem Punkt entsteht ein schwerwiegendes Problem, denn zu dem Zeitpunkt, an dem diese Einschätzung vorliegt, ist das Apartment bereits voll ständig gereinigt worden.

01:00:33: Der Tatort, der Antworten hätte liefern können, existiert in dieser Form nicht mehr.

01:00:38: Blutspuren sind entfernt, Oberflächen gesäubert, die ursprüngliche Zustände der Wohnung nicht mehr rekonstruierbar.

01:00:46: Spuren, die hätten gesichert, überprüft oder erneut bewertet werden können, sind unwiederbringlich verloren.

01:00:53: Melissa Ware, die Managerin des Gebäudekomplexes, hatte bei der Polizei nachgefragt, dass Apartment gereinigt werden dürfe und erhielt dafür grünes Licht.

01:01:02: Sams Onkel, über den wir bereits gesprochen haben, hatte bei ihr nachgefragt, ob er einige persönliche Gegenstände, darunter auch einen Anzug für die Beerdigung aus der Wohnung holen dürfe.

01:01:13: Und da Melissa ihm die blutige Wohnung nicht zumuten wollte, kam es schließlich zu dem Telefonat mit der Polizei.

01:01:20: Kurz darauf engagiert sie dann die Firma Crime Scene Clean Up, um das ganze professionell Reinigen zu lassen.

01:01:27: Bevor Melissa das Reinigungs-Team jedoch in die Wohnung lässt, betritt sie das Apartment noch einmal selbst.

01:01:32: Sie filmt jeden Raum vollständig ab.

01:01:35: Damit möchte sie sicherstellen, dass später nicht der Eindruck entsteht, dass Gegenstände entwendet worden seien.

01:01:42: Sie betritt die Wohnung mit einem sehr mulmigen Gefühl.

01:01:45: Und relativ schnell bleiben mir einzelne Details im Blick hängen.

01:01:50: Auf dem Küchentresen in einem Sieb liegen noch die Blaubären, die Ellen kurz vor ihrem Tod gerade für einen Obstsalat vorbereitet hatte.

01:01:58: In der Spüle liegen zwei unbenutzte, saubere Küchenmesser.

01:02:02: Und dann sieht sie den Verlobungsring, ordentlich abgelegt, in einer Schatulle.

01:02:07: Ein Symbol für Zukunftspläne, für einen neuen Lebensabschnitt, der kurz bevorstand.

01:02:12: Erst das Reinigungsteam, die Arbeit aufnimmt, bleibt Melissa noch eine Zeit lang in der Nähe.

01:02:17: Sie behält die Arbeiten im Blick, nicht ununterbrochen, aber aufmerksam genug, um sich zu vergewissern, dass alles geordnet abläuft.

01:02:25: Später empfängt sie Sam's Onkel, begleitet von einer weiteren Person im Gebäude.

01:02:30: Gemeinsam begeben sie sich in das Apartment.

01:02:32: Melissa begleitet sie in die Wohnung und bleibt auch währenddessen vor Ort.

01:02:37: Neben dem zuvor angekündigten Anzug für die Beerdigung, nehmen die beiden auch mehrere Laptops, ein Handy sowie einige Kreditkarten aus der Wohnung an sich.

01:02:47: Das ganze dauert gerade einmal fünfzehn Minuten, bevor die Tür des Appartments wieder verschlossen wird.

01:02:53: Während der ursprüngliche Tatordnung aufgrund der Reinigung nicht mehr existiert, erfahren Ellens engste Vertraute erst nach und nach von ihrem Tod.

01:03:01: Sandy greift zum Hörer und wählt die Nummer von Ellison.

01:03:05: Ihre Stimme ist brüchig und ihre Worte schwer, als sie im Mitteil, dass Ellen sich das Leben genommen habe.

01:03:12: Sie bittet Allison nun alle anderen Freundinnen zu informieren.

01:03:16: Sie selbst habe nicht die Kraft, die Nachricht noch so oft zu wiederholen.

01:03:20: Und so trägt sich die grausame Neuigkeit weiter, von Anruf zu Anruf, von Stimme zu Stimme.

01:03:27: Niemand kann glauben, was er da hört.

01:03:30: Ellen soll sich das Leben genommen haben, niemals.

01:03:34: Einige von Ellen's Kolleginnen, die ja relativ schnell von ihrem Tod Bescheid wussten, greifen nun zum Hörer, um mit Sam zu sprechen.

01:03:43: Sie müssen es von ihm hören, müssen erfahren, dass es wirklich stimmt.

01:03:48: Doch noch bevor sie eine Frage stellen können, sagt Sam einen Satz, der sich einbrennt.

01:03:52: Sie hat sich das selbst angetan.

01:03:55: Nach den ersten schockierenden Nachrichten beginnt Phil Josh und Sam ein weiterer, kaum fassbarer Abschnitt.

01:04:01: Er ist an der Beerdigung ihrer Tochter, am achtundzwanzigsten Januar, erfahren sie von Debbie, die er selbst gerade aus den Nachrichten erfahren hatte, dass es unterschiedliche Einschätzungen zu Ellens Tod gibt, dass sie Gerichtsmedizin in dem zweiten Schritt als Tötungsdelikt und eben nicht als Suizid eingeordnet hat.

01:04:19: Im Rahmen der Zeremonie hält Josh Greenberg die Haspad, die traditionelle jüdische Trauerrede.

01:04:25: Er spricht über Ellen, über ihre Wärme, ihre Empathie, darüber, wie sehr sie für andere da war.

01:04:31: über das Leben seiner Tochter, so wie er sie kannte und liebte.

01:04:36: Und dann ändert sich der Ton.

01:04:38: Josh teilt den Anwesenden mit, dass er an diesem Tag erfahren hat, dass Ellens Tod nicht einheitlich bewertet wird, dass die Gerichtsmedizin ihn eben nicht assuisiert, sondern als Tötungsdelikt einstuft.

01:04:51: In diesem Moment wird es im Saal vollkommen still.

01:04:56: So still, dass man meint, eine Nadelfallen hören zu können.

01:05:00: Kein rascheln.

01:05:01: Kein Atemzug, kein Flüstern.

01:05:04: Nur reine Fassungslosigkeit.

01:05:07: Menschen, die versuchen, zu begreifen, was sie da gerade gehört haben, an einem Ort, der eigentlich dem Abschied dienen sollte.

01:05:14: Nach der Zeremonie folgt die Schiwa.

01:05:17: Im jüdischen Glauben ist sie die erste und intensivste Phase der Trauer.

01:05:21: Sie dauert sieben Tage und findet im Haus der engsten Angehörigen statt.

01:05:25: In dieser Zeit ziehen sich die Trauerenden bewusst aus dem Alltag zurück.

01:05:29: Man geht nicht zur Arbeit, man vermeidet Ablenkung und bleibt im Kreis der Familie.

01:05:34: Freunde, Nachbarn und Bekannte kommen zu Besuch, um einfach da zu sein.

01:05:37: Es gibt keine vorgegebenen Gespräche und keine Erwartungen.

01:05:41: Der Trauer darf schweigen, weinen oder erzählen.

01:05:45: Traditionell übernimmt die Gemeinschaft in dieser Zeit die praktischen Dinge wie das Kochen, damit sich die Familie ganz auf die Trauer konzentrieren kann.

01:05:54: Es ist ein Ritual, das Halt geben soll, Struktur in einem Moment völliger Haltlosigkeit.

01:05:59: Doch diese Schifre fühlt sich anders an, denn immerhin haben viele der Anwesenden erst kurz zuvor erfahren, dass Ellens Tod nicht eindeutig als Suizid, sondern als mögliches Tötungsdelikt eingeschuft worden ist.

01:06:12: All diese Informationen hängen unausgesprochen im Raum.

01:06:16: Sie verändern jede Geste jedes Wort.

01:06:19: Trauer mischt sich mit Verwirrung, mit Unglauben, mit einer wachsenden Unruhe.

01:06:24: Man sitzt zusammen, wie es die Tradition vorsieht und doch ist da etwas, das nicht zur Ruhe kommt.

01:06:30: Die Schiwa endet, doch für die Ermittler ist der Fall damit nicht abgeschlossen.

01:06:34: Im Gegenteil.

01:06:36: Die widersprüchlichen Einschätzungen, die Schwere der Verletzungen unter öffentliche Druck führen dazu, dass sie sich entscheiden, die Wohnung noch einmal in den Blick zu nehmen, in der Hoffnung, doch noch Hinweise zu finden, die Antworten liefern könnten.

01:06:50: Es ist ein schwieriges Unterfangen.

01:06:52: Der Tatort ist nicht mehr im ursprünglichen Zustand.

01:06:55: Vieles, was hätte untersucht werden können, ist bereits verloren gegangen.

01:06:59: Und dennoch versuchen die Ermittler, aus dem was geblieben ist, Schlüsse zu ziehen.

01:07:04: In diesem Zusammenhang übergibt Sams Onkel der Polizei nun übrigens auch die elektronischen Geräte von Ellen, nämlich die zwei Laptops wie ihr Handy, die er ja zuvor aus der Wohnung entfernt hatte.

01:07:16: Und die hatte er übrigens ohne die Zustimmung ihrer Eltern an sich genommen.

01:07:21: Geräte, auf denen sich möglicherweise Spuren befinden.

01:07:24: Nachrichten, Suchverläufe, Entwürfe und innerste Gedanken.

01:07:28: Digitale Fragmente eines Lebens, das abrupt beendet wurde.

01:07:33: Doch während Josh und Sandy noch hoffen, dass genau diese Spuren Antworten liefern könnten, geschieht im Hintergrund etwas anderes.

01:07:41: Etwas sehr entscheidendes.

01:07:43: Es kommt zu einem mysteriösen Meeting, bei dem Vertreter der Polizei und der Gerichtsmedizin zusammenkommen, um den Fall erneut zu besprechen.

01:07:53: Ein Treffen hinter verschlossenen Türen, das später noch eine zentrale Rolle in diesem Fall spielen wird.

01:07:59: Denn unmittelbar nach diesem Treffen ändert sich die offizielle Bewertung erneut.

01:08:06: Am elften März wird Ellenstod schließlich wieder als Suizid eingestuft.

01:08:12: Also das kannst du ja wirklich eigentlich keinem erzählen, dass das jetzt wieder als Suizid eingestuft wird, obwohl die Obduktion ja zu dem Schluss kam, dass es fremdverschulden ist.

01:08:23: Ja.

01:08:23: Also dass es sich um einen Tötungs-Delect handelt.

01:08:25: Wie kommen Sie denn jetzt bitte auf die Idee, dass es ein Suizid ist?

01:08:28: Kannst du mir das irgendwie erklären?

01:08:30: Nee, gar nicht, weil dieses Meeting, was der Stadt gefunden hat, da kommen wir auch später noch mal drauf zu sprechen, darüber gibt es keine Aufzeichnungen, aber direkt nach diesem ... Treffen, wird das Assuizid eingestuft und der Gerichtsmediziner wird dazu auch später befragt.

01:08:48: Ja, der ist ja bei dem Treffen auch dabei, oder?

01:08:50: Ganz genau, ja.

01:08:52: Das finde ich aber wirklich, also du hast das ja als mysteriöses Meeting bezeichnet und das ist wirklich eins, ich kann mir das gar nicht erklären.

01:09:00: Also das... stinkt für mich bis zum himmeln und hört sich für mich einfach ganz klar nach vertuschung an seitens der polizei wahrscheinlich naja erstens weil die familie von sam eben ja doch einfluss hat auch eben in den kreisen und zweitens weil die polizei natürlich auch extrem schlechter arbeit geleistet hat.

01:09:16: also das ist ja wirklich eine blamage wie die in dem fall vorgegangen sind und für sie wäre es natürlich dann doch am ende vermutlich einfacher wenn es eben eine suizid war.

01:09:27: ja und Dieses Treffen, ich finde es auch sehr, sehr seltsam.

01:09:33: Das wird auf jeden Fall nicht das letzte Mal sein, heute, dass wir darüber sprechen werden.

01:09:39: Mit der erneuten offiziellen Einstufung als Suizid ist der Fall für die Behörden im Grunde beendet.

01:09:44: Denn diese Entscheidung bedeutet nicht nur ein Wort auf einem Dokument, sie hat direkte Konsequenzen.

01:09:50: Es gibt kein Anlass für weitere Ermittlungen, keine erneuten Befragungen, keine Spursicherung, keine Suche nach einem möglichen Täter.

01:09:58: Der Fall wird geschlossen, bevor für Ellens Eltern überhaupt das Gefühl entsteht, dass er wirklich offen untersucht wurde.

01:10:05: Sie bleiben zurück mit trauer Verwirrung und einer wachsenden Zahl unbeantworteter Fragen.

01:10:11: In dem Gefühl, dass sie nur mit dem Versuch allein gelassen werden, herauszufinden, was wirklich in Apartment sixhundert drei geschehen ist.

01:10:20: Nach und nach bauen sie sich also ein Netzwerk aus Fachleuten auf.

01:10:24: Anwälte, forensische Experten, Pathologen, Tatordermittler, und Spezialisten für Blutspurenanalyse.

01:10:30: Menschen, die bereit sind, die offizielle Suizideinstufung zu hinterfragen und die Untersuchung neu zu betrachten.

01:10:37: Der erste, der sich ihnen anschließt, ist Walter Cohen, ehemaliger Generalstaatsanwalt von Pennsylvania.

01:10:43: Kurz darauf folgt der Jurist Larry Krasner, später auch Chose of Prodrasa

01:10:48: Jr.,

01:10:48: der bis heute als zentrale Anwalt der Familie fungiert.

01:10:52: Doch die Greenbergs holen sich nicht nur juristische Unterstützung.

01:10:55: Sie sichern sich auch die Expertise einiger der bekanntesten forensischen Stimmen des Landes.

01:11:01: Unter ihnen ist der renommierte Pathologe Dr.

01:11:03: Sarah Wecked, gefolgt vom international bekannten Forensiker Dr.

01:11:07: Henry Lee.

01:11:09: Nach ihren eigenen intensiven Untersuchungen kommen sowohl Wecked als auch Lee zu dem Schluss, dass die Einstufung als Suizid nicht überzeugend sei.

01:11:17: Wecked erklärt, als sei von Anfang an misstrauisch gewesen.

01:11:21: Warum?

01:11:22: Weil es statistisch betrachtet, äußerst selten ist, dass Frauen in Ellens Alter sich auf so gewaltsame Weise das Leben nehmen würden, weit aus häufiger seinen Methoden wie Überdosierungen oder Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

01:11:35: Die Greenbergs wenden sich außerdem an Graham Hedrick, die Gerichtsmediziner des Dorfing County.

01:11:41: Hedrick ist ein erfahrener forensischer Ermittler und Mitglied der American Academy of Forensic Science.

01:11:48: Er gilt als ausgewiesene Experte für Gewaltverbrechen und die wissenschaftliche Rekonstruktion von Tatorten, also jemand, der aus Spuren Blutmustern und der gesamten Situation vor Ort versucht, den tatsächlichen Ablauf eines Geschehens nachzuvollziehen.

01:12:03: Und so entsteht Schritt für Schritt ein Team, das für Josh und Sandy mehr ist als eine Gruppe von Experten.

01:12:10: Es ist ihre einzige Möglichkeit weiterzusuchen, in einem Fall, der offiziell längst als abgeschlossen gilt.

01:12:24: Er erklärt sich bereit zu helfen und bringt bald einen langjährigen Kollegen mit ins Boot.

01:12:28: Tom Brennan

01:12:29: Jr.,

01:12:30: einen erfahrenen ehemaligen Polizisten der Pennsylvania State Police und früheren Dorf in County Detective.

01:12:37: Brennan hat unter anderem mit der Behavioral Science Unit des FBI trainiert und arbeitet inzwischen als privater Ermittler.

01:12:45: Brennan bringt eine nüchterne, fast erschreckende Perspektive in den Fall ein.

01:12:50: Er sagt, Zitat Der beste Weg mit einem Mord davon zu kommen ist, wenn dieser Assuizid eingestuft wird.

01:12:57: Branham betonen, dass die Chancen für Angehörige in Pennsylvania eine solche Einordnung juristisch anzufechten, praktisch gegen Null gehen.

01:13:06: Auch ihr Anwalt Joseph Portrasa Jr.

01:13:09: betont immer wieder, wie außergewöhnlich dieser Weg sei.

01:13:12: Denn eine offizielle Einstufung durch einen Medical Examiner juristisch anzufechten gilt im Pennsylvania wirklich nahezu als unmöglich.

01:13:21: Sollten Josh und Sandy tatsächlich Erfolg haben, wäre dies ein historischer Prezidenzfall.

01:13:27: Innerhalb des Teams der Greenbergs entsteht sehr schnell ein klarer Eindruck.

01:13:32: Die Umstände rund um Ellens Tod lassen sich nicht überzeugend als Suizid erklären.

01:13:37: Zu viele Details passen nicht zusammen, zu vieles wiegt widersprüchlich.

01:13:42: Ein Punkt, auf den die Ermittler immer wieder verweisen, ist das angebliche Fehlen von Abwehrverletzungen an Ellens Körper.

01:13:48: Doch die Experten widersprechen.

01:13:50: Bei der Durchsicht der Autopsieunterlagen und Fotos stellen sie fest, dass Ellen Blutergüsse an beiden Handgelenken vorweist.

01:13:58: Verletzungen, die durchaus ausmögliche Abwehrspuren gewertet werden können.

01:14:02: Auch die Frage nach einem möglichen Eindringen in die Wohnung wird erneut geprüft.

01:14:07: Fotos der Tür zeigen zwar Schäden an der Verriegelung, doch Tom Brennan Jr.

01:14:11: beschreibt, dass der Türmechanismus nur teilweise gelöst gewesen sei.

01:14:16: Beide Seiten des Regels wollen weiterhin mit mehreren Schrauben in Tür und Rahmen befestigt.

01:14:22: Für ihn ist klar, der Schaden an der Verriegelung sei nicht groß genug, als dass die Tür gewaltsam hätte aufgebrochen werden können.

01:14:29: Die Vorstellung, jemand habe sich mit massiver Gewalt-Zutritt verschafft, lasse sich dadurch nicht belegen.

01:14:36: Ein weiterer Punkt, der den Experten sofort seltsam erscheint, betrifft die Position, in der Ellen aufgefunden wurde.

01:14:42: Offiziell heißt es, sie sei zusammengesagt in einer aufrechtsitzenden Haltung entdeckt worden.

01:14:49: Doch auf den Fotos fällt etwas auf, dass dazu nicht recht passen will.

01:14:54: Auf Allens Gesicht ist eine wagrechte Linie aus getrockneten Blut zu erkennen.

01:14:58: Für die forensischen Spezialisten wirft das Fragen auf.

01:15:01: Denn eine solch horizontale Blutspur kann darauf hindeuten, dass der Kopf oder das Gesicht eine Zeit lang in einer anderen Lage gewesen sein könnte, als es die aufgefundene Position vermuten lässt.

01:15:13: Warum hatte man damals nicht direkt Luminol eingesetzt, um die Blutspuren sichtbar zu machen?

01:15:19: Gerade in einem Fall, in dem so viele Fragen offen bleiben, hätte ein solcher Test helfen können, Bewegungen im Raum nachzuvollziehen oder zusätzliche Spuren entdecken zu können.

01:15:30: Dass diese Methode offenbar nicht angewandt wurde, erscheint dem Thema eine weitere verpasste Möglichkeit, den Tatort umfassend auszuwerten.

01:15:38: Hedrick holt sich im Laufe der Untersuchung weitere Unterstützung ins Boot.

01:15:42: Er kontaktiert seinen angesehenen Kollegen Charlie Hall, einen erfahrenen Tatort-Ermittler, der inzwischen als Gerichtsmediziner in Cumberland County tätig ist.

01:15:51: Gemeinsam betrachten sie die vorhandenen Befunde noch einmal aus der Perspektive der Tatortanalyse.

01:15:57: Hall kommt dabei zu einem ähnlichen Schluss wie Hedrick.

01:16:00: Auch für ihn sprechen die Spuren klar gegen einen Suizid.

01:16:04: Und kurz darauf bringt Hedrick bereits den nächsten Experten mit ins Team.

01:16:09: Dr.

01:16:09: Wayne K. Ross, ein Renometer forensischer Neuropathologe, der regelmäßig Autopsien für verschiedene Counties in Zentral Pennsylvania durchführt.

01:16:19: Dr.

01:16:19: Ross formuliert seine Einschätzung später ungewöhnlich deutlich.

01:16:23: Er schreibt, dass die zuständigen Behörden im Fall als Tötungsdelegte weiterverfolgen sollten.

01:16:28: Mit medizinischer Sicherheit sei die Todesart, als Mord einzustufen, und auch die Befunde am Tatortsein aus seiner Sicht eindeutig mit einem Tötungsdelikt vereinbar.

01:16:39: Hinzu kommt, dass Ellens Körper nicht nur die Blutergüsse an den Handgelenken aufweist.

01:16:44: Die Experten stellen nämlich fest, dass sich an ihrer leiche, zahlreiche Weitere Matome befinden, verteilt über verschiedene Körperregionen.

01:16:52: Auffällig dabei ist, dass diese Blutergüsse sich in unterschiedlichen Heilungsphasen befinden.

01:16:59: Das heißt, einige wirken frisch, Andere älter.

01:17:03: Zum Zeitpunkt von Ellens Tod wird vermutet, sie könne sich diese Hematome beim Pilates zugezogen haben.

01:17:10: Ellen war jedoch nie beim Pilates.

01:17:13: Doch das ist nicht alles.

01:17:15: Joseph Portraser erklärt, dass sich bestimmte Verletzungen, insbesondere die im Rückenbereich, kaum mit der Körperhaltung vereinbaren lassen, in der Ellen entdeckt wurde.

01:17:25: Auf die Frage, wie sie sich in dieser Position selbst in den Rücken hätte stechen können, sagt er klar, dass dies auf seiner Sicht nicht möglich sei.

01:17:34: Doch noch schwerer wiegt ein Detail, dass er im Zusammenhang mit den Blutspuren beschreibt.

01:17:38: An den unteren Küchenschränken, direkt oberhalb von Ellen's Körper, finden sich Kontaktspuren vom Blut.

01:17:44: Portraser weist außerdem auf die Lage ihres Kopfes hin und darauf, dass Ellen's langes, dunkles Haar stark mit Blut getränkt gewesen sei.

01:17:53: Aus Sicht der Experten könnte dies darauf hindeuten, dass ihr Kopf über die Schränke gezogen oder gedrückt wurde.

01:18:00: Ein Befund, der nicht einfach zu einem ruhigen statischen Geschehen passt, sondern eher auf Bewegung am Tatort schließen lässt.

01:18:08: Hinzu kommen weitere Befunde, die einige Fachleute als schwer einzuordnen beschreiben.

01:18:13: In den Unterlagen mit etwa eine Dissektion der sogenannten Halsgurtmuskulatur erwähnt, also Verletzungen im Bereich der tiefen Nacken und Halsmuskeln.

01:18:22: Einige Experten sehen darin einen möglichen Hinweis auf eine Form von äußerer Krafteinwirkung, wie sie auch bei Strangulation vorkommen kann.

01:18:31: Andere betonen wiederum, dass dieser Befund allein nicht eindeutig genug sei.

01:18:36: Doch auch die Situation in der Küche selbst wird von den Gutachtern kritisch betrachtet.

01:18:41: Der schwere Messerblock auf der Arbeitsplatte war umgestürzt.

01:18:44: Ein Detail, das für manche eher zu einem dynamischen Geschehen als zu einem ruhigen Ablauf passt.

01:18:51: Es wurde ja seitens des Ermittlers festgestellt, dass alles in der Küche noch an seinem Platz gewesen sei und auf dem Fotos erkennt man aber, dass das nicht der Fall war.

01:19:02: Ein weiterer Widerspruch, der die Experten stutzig macht, betrifft eine Verletzung im Nackenbereich.

01:19:08: Dort befindet sich eine tiefe Stich- bzw.

01:19:10: Schnittwunde, die das Rückenmarkt durchtrennt haben soll und die laut Gutachtern auffallend wenig bis gar nicht geblutet habe.

01:19:19: Der forensische Experte weiß daraufhin, dass das Messer dabei etwa zehn Zentimeter tief durch Ellens Kleidung, Haut und Muskulatur getrunken sein muss.

01:19:29: Doch genau das Fehlen von Blut an dieser Stelle wirft eine entscheidende Frage auf.

01:19:34: Wenn eine solche Verletzung zu Lebzeiten zugefügt wird, müsste sie normalerweise stark bluten.

01:19:40: Die Schlussfolgerung, die daraus gezogen wird, ist drastisch.

01:19:44: Die Abwesenheit von Blut könnte bedeuten, dass Ellens Herz zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehört hatte zu schlagen.

01:19:51: Anders gesagt, diese Verletzung könnte erst nach dem Tod zugefügt worden sein.

01:19:57: Gleichzeitig wird hier aber auch eine andere Möglichkeit diskutiert.

01:20:02: Dass Ellen möglicherweise so kurz nach dieser Verletzung verstorben ist, dass der Körper kaum noch reagieren konnte, also, dass die durch Blutung bereits zusammenbrach, bevor es überhaupt zu einer sichtbaren Blutung kommen konnte.

01:20:17: Und auch das würde erklären, warum an dieser Stelle so wenig Blut zu finden war.

01:20:22: In dem Bericht, in welchem Allens Todfinal Assuizid eingeordnet wurde, wurde zu dem Fest gehalten, darüber haben wir bereits vor einiger Zeit gesprochen, dass Sam ja angeblich bis zur Wohnung begleitet wurde und man gesehen habe, wie er die Tür eintrat, Doch das ist, wie wir wissen, nicht der Fall.

01:20:41: Und warum das überhaupt eine Rolle spielt, also warum das so fatal ist, darüber sprechen wir gleich noch.

01:20:48: Während Josh und Sandy beginnen immer mehr Widersprüche zu sehen, bleibt der Kontakt zunächst zunächst bestehen.

01:20:54: Noch ein ganzes Jahr nach Alan's Tod ruft es Sandy regelmäßig an und auch mit Debbie steht er weiterhin in Kontakt.

01:21:01: Mit ihr spricht er unter anderem darüber, Wie sehr er Ellen vermisst und wie leid ihm das alles tue, was die Familie durchmachen müsse.

01:21:09: Doch Debbie fällt mit der Zeit etwas auf.

01:21:12: Sam zweifelt die offizielle Suizidtheorie kein einziges Mal an.

01:21:18: Trotz aller Fragen, trotz der Unstimmigkeiten, trotz der Diskussion um die Einstufung, äußert er nie die Vermutung, dass Ellen möglicherweise ermordet worden sein könnte.

01:21:29: Einmal schreibt er ihr hier zu folgende Textnachricht.

01:21:33: Es wird Ellen nicht gerecht, sich immer wieder davon überzeugen zu wollen, dass etwas anderes passiert ist.

01:21:39: Aber na ja, solange es sie durch den Tag bringt.

01:21:42: Und mit sie meint er an dieser Stelle Ellen's Mutter.

01:21:47: Debbie antwortet ihm darauf hin, dass auch sie nicht an ein Suizid glaubt.

01:21:52: Ab dem Jahr twenty-fünfzehn erhält die Familie Greenback Unterstützung aus einer Richtung, die zunächst überrascht.

01:21:59: Guy D'Andrea, ein Staatsanwalt bei der Bezirksstaatsanwaltschaft von Philadelphia, wird in den Fall involviert.

01:22:06: Als Jurist kennt er die Abläufe der Strafverfolgung von innen.

01:22:09: Und nachdem er sich mit den Akten, den Verletzungen und den zahlreichen Widersprüchen beschäftigt, kommt auch er zu einer klaren Einschätzung.

01:22:17: Für ihn sprechen die Umstände nicht für einen Suizid, sondern für ein Tötungsdelikt.

01:22:22: Dass selbst jemand aus dem System ein Mann, der beruflich Mordfälle bewertet und vor Gericht bringt, Die offizielle Einstufung anzweifelt, gibt Josh und Sandy neue Hoffnungen.

01:22:33: Gleichzeitig macht es umso unverständlicher, warum der Fall weiterhin als abgeschlossen gilt.

01:22:39: Tom Brennan Jr.

01:22:40: rät der Familie schließlich zu einem Schritt, der ihnen nicht leicht fällt.

01:22:45: Sie sollen an die Presse gehen.

01:22:47: Denn manchmal, so sagt er, ist Aufmerksamkeit das einzige, was noch Bewegung in einem bis dato festgefahrenen Fall bringen kann.

01:22:55: John und Sandy nehmen also Kontakt zu einer Journalistin namens Stephanie Farh auf, die begänzt sich, intensiv mit Ellens Tod auseinanderzusetzen.

01:23:04: Sie liest sich durch Berichte, spricht mit Experten und führt im Zuge ihrer Recherche schließlich auch ein Interview mit den ursprünglichen Ermittlern aus Ellens Fall.

01:23:13: Und diese halten an ihrer Einschätzung fest.

01:23:16: Sie erklären, warum sie weiterhin davon überzeugt sind, dass es sich bei Ellens Tod um einen Suizid handelt.

01:23:22: Als erstes Argument nennen Sie die von innen verschlossene Wohnungstür.

01:23:26: Dann verweisen Sie auf das, was Sie als fehlende Abwehrverletzungen interpretieren.

01:23:31: Bei einem Tod durch Messerstiche, so argumentieren Sie, würden sich in vielen Fällen deutliche Spuren eines Kampfes zeigen und diese hätten Sie bei Ellen nicht feststellen können.

01:23:41: Zu guter Letzt betonen Sie dann noch, dass am Messer ausschließlich Ellen's DNA gefunden worden sei.

01:23:47: Aber, und das ist an der Stelle wichtig zu wissen, man hatte das Messer nie auf Fingerabdrücke untersucht und dass Ellen's DNA an dem Messer ist, allein aufgrund des hohen Blutverlustes, ist natürlich klar.

01:24:00: Im März, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz, im Jahrz.

01:24:13: Konkret heißt es, sie habe zwischen Dezember und Januar nach Begriffen wie Schmerzfreie Suizidmethode gesucht.

01:24:21: Für viele weckt diese Information wie ein nachträglicher Versuch, die Suizidtheorie zu untermauern.

01:24:28: Auch Guide Andrea, der sich mittlerweile ja seit Jahrzehntausendfünfzeh mit dem Fall beschäftigt, wird hellhörig, als er davon erfährt.

01:24:35: Denn in den offiziellen Unterlagen findet sich etwas anderes.

01:24:39: Im Bericht wird ausdrücklich festgehalten, dass auf den elektronischen Geräten keine Hinweise auf suizidale Absichten entdeckt wurden.

01:24:47: Das heißt, keine Abschiedsnotiz und auch keine auffälligen Suchanfragen.

01:24:52: Nichts, was in diese Richtung deuten würde.

01:24:55: Selbst das FBI, welches die Geräte ebenfalls untersucht hatte, konnte nicht zugleichen feststellen.

01:25:01: Umso irritierender ist es, dass diese angeblichen Google-Suchen in keinem der ursprünglichen Ermittlungsberichter auftauchen, obwohl die Staatsanwaltschaft nun etwas anderes behauptet.

01:25:13: Und kurzer reminder an der Stelle, dass sowohl Ellen's Laptops als auch ihr Handy nach ihrem Tod von Sam's Onkel an sich genommen worden waren.

01:25:22: und genau mit diesen Geräten soll Ellen die Suchanfragen getätigt haben.

01:25:27: Und grundsätzlich, das habe ich mich nämlich gefragt, ist es technisch möglich, digitale Daten wie Suchverläufe zu verändern oder nachträglich zu manipulieren, insbesondere dann, wenn Geräte nicht durchgehend gesichert waren oder mehrere Personen Zugriff darauf hatten, was hier ja der Fall war.

01:25:45: Auch Zeitstempel können unter bestimmten Umständen beeinflusst werden, etwa durch Systemeinstellungen oder Software-Eingriffe.

01:25:52: Und genau deshalb sind die lückenlose forensische Sicherung und Dokumentationen digitaler Spuren so entscheidend.

01:26:00: Nach zwei Jahren intensiver Recherche, zahllosen Gesprächen und dem Studieren unzähliger Akten, trägt Stephanie Farh im März, erst mal all das zusammen, was sie über den Fall herausfinden konnte.

01:26:13: Und am fünften März veröffentlicht sie im Philadelphia Enquirer einen ausführlichen Artikel, indem sie die Information, Widersprüche und offenen Fragen der vergangenen Jahre erstmals gebündelt der Öffentlichkeit zugänglich macht.

01:26:29: Der Beitrag erscheint sogar auf der Titelseite der Zeitung und lautet, der Artikel wird zu einem Wendepunkt.

01:26:49: Zum ersten Mal erreicht der Fall wieder ein breites Publikum.

01:26:53: Nicht als abgeschlossene Tragödie, sondern als ein Fall, bei dem selbst Fachleute uneins sind und bei dem eine Familie seit Jahren darum kämpft, dass die richtigen Fragen überhaupt gestellt werden.

01:27:04: Bei dieser neuen Aufmerksamkeit beginnt also etwas, das niemand mehr kontrollieren kann.

01:27:09: Der Fall wird nun auch von immer mehr True Crime Journalisten, Podcastern und Creatern aufgegriffen, worüber die Familie sehr dankbar ist.

01:27:18: Videos, Artikel und Online-Diskussionen folgen.

01:27:21: Menschen auf der ganzen Welt stoßen auf Allens Geschichte und stellen dieselbe Frage wie ihre Eltern.

01:27:27: Wie kann ein Tod mit so vielen Widersprüchen einfach als abgeschlossen gelten?

01:27:33: Eine weitere wichtige Person, die im Verlauf desfalls eine Rolle spielt, ist Dr.

01:27:37: Michelle P. Dupree.

01:27:39: Sie ist eine erfahrene Gerichtsmedizinerin und forensische Pathologin, die sich im Rahmen der juristischen Auseinandersetzungen ebenfalls mit Allens Fall beschäftigt.

01:27:47: Tupri bringt jahrzehntelange Expertise in der Bewertung von Todesursachen und Autopsiebefunden mit.

01:27:54: Und das insbesondere in Fällen, in denen die Umstände nicht ganz eindeutig sind.

01:27:58: Auch sie bleibt nach der Sichtung der Unterlagen nicht ohne Fragen zurück.

01:28:02: Denn je tiefer sie sich mit dem Autopsiebericht und den dokumentierten Verletzungen auseinandersetzt, desto mehr Punkte fallen hier auf, die sie genauer verstehen will.

01:28:11: Fragen, die sich nicht nur auf die Art der Wunden beziehen, sondern auf das Gesamtbild, das die Autopsie zeichnet.

01:28:17: Erstens war Ellen links oder rechtshänderin.

01:28:20: Warum wurde das im Autopsiebericht nicht erwähnt?

01:28:23: Immerhin hätte dies einen Aufschluss darüber geben können, ob sie überhaupt in der Lage gewesen wäre, sich diese Verletzungen selbst zuzufügen.

01:28:30: Zweitens, die Wunden sind in drei unterschiedliche Richtungen orientiert.

01:28:35: Einige verlaufen vertikal, andere horizontal, wieder andere schräg.

01:28:39: Auch hier ist entscheidend, wie Ellen ein Messer überhaupt gehalten haben könnte.

01:28:44: Drittens, die Klinge des Messers wird mit zwölf, fünf Zentimetern angegeben.

01:28:49: Wie genau waren die Maße des Messers?

01:28:52: Der Griff, die Klinge.

01:28:53: Wenn das exakt festgestellt ist, lässt sich zweifelsfrei beurteilen, ob Ellen sich möglicherweise selbst in den Rücken hätte stechen können.

01:29:01: Viertens, das ist etwas ungewöhnlich.

01:29:04: Ellen weist Verletzungen auf Höhe von C-II und C-III auf, also im Bereich der oberen Halswirbelsäule, direkt unterhalb des Schädels.

01:29:13: Ein Europatologe betrachtete diesen Bereich zunächst makroskopisch und kam zu dem Schluss, dass sie dadurch nicht sofort handlungsunfähig geworden wäre.

01:29:22: Doch Verletzungen zwischen C-I und C-IV, also in diesem besonders sensiblen Abschnitt des Nackens, können das Rückenmark so stark beeinträchtigen, dass weitere Bewegungen kaum noch möglich wären.

01:29:34: Fünftens, das Messer wurde in einer Brustwunde gefunden.

01:29:37: Das wäre definitiv die letzte Verletzung gewesen.

01:29:40: Doch das wurde im Bericht weder bestätigt, noch überhaupt erwähnt, was auf Nachlässigkeit im Autopsiebericht hindeutet.

01:29:48: Im Oktober, zehnt sie in Josh und Sandy Greenberg schließlich vor Gericht.

01:29:52: Nach jahrenvoller Fragen, Widersprüche und dem Gefühl, dass niemand wirklich hinsieht, reichen sie eine zivilrechtliche Klage gegen die Stadt Philadelphia und mehrere beteiligte Beamte ein.

01:30:04: In dieser lawsuit geht es um mehr als nur Fehler in der Ermittlungsarbeit.

01:30:08: Die Greenbergs argumentieren, dass die Untersuchung von Ellens Tod von Anfang an schwerwiegende Mängel aufwies und dass die schneller Einstufung als Suizid nicht nur voreilig festgelegt wurde, sondern möglicherweise auch dazu diente, den Fall einfach möglichst rasch abzuschließen.

01:30:24: Zentral ist dabei ein Ziel.

01:30:26: Die Familie will erreichen, dass die offizielle Todesart auf Ellens Sterbeokunde geändert wird.

01:30:32: Weg von Suizid hin zu Tötungsdelikt oder zumindest zu einer offenen, ungeklärten Einstufung.

01:30:39: Der juristische Weg ist lang und steinig.

01:30:42: Doch im Januar, zw.

01:30:43: zw.

01:30:44: gelingt der Familie ein erster Erfolg.

01:30:46: Ein Gericht entscheidet, dass die Klage nicht einfach abgewiesen werden kann.

01:30:50: Der Fall darf weiterverfolgt werden.

01:30:53: In den folgenden Jahren wird daraus ein Kampf, der sich bis in die höchsten Instanzen Pennsylvania zieht.

01:30:59: Zwei-tausend-vierundzwanzig folgt dann am weiterer entscheidender Schritt.

01:31:03: Die Greenbergs reichen eine zusätzliche, rechtliche Initiative ein, mit dem Ziel, die offizielle Einstufung von Ellenstod erneut überprüfen zu lassen.

01:31:12: Im Sommer im Jahr ist es auch der Supreme Court of Pennsylvania.

01:31:18: Ein außergewöhnlicher Moment, denn damit erreicht die Auseinandersetzung um Ellenstod das Ursache die höchste juristische Ebene des Bundesstaates.

01:31:28: Ende Januar, im Jahr ist es ein weiterer Meilenstein.

01:31:32: Ein Richter erlaubt, dass zentrale Beteiligte darunter der ursprüngliche Gerichtsmediziner und ein ermittelnder Detektiv unter Eid aussagen müssen.

01:31:41: Hierbei geht es unter anderem um das mysteriöse Meeting, nachdem die Todesursache erneut geändert wurde.

01:31:47: Die Beteiligten geben an, zu diesem Treffen keinerlei Notizen angefertigt zu haben und sich nicht mehr daran erinnern zu können, wer was genau gesagt hat.

01:31:57: Aber klar ist, dass Eine Information, die zu dieser Änderung beigetragen haben soll, der angebliche Fakt war, dass Sam dabei beobachtet wurde, wie er die Tür zum Apartment aufgebrochen hat.

01:32:11: Etwas, das wie wir wissen, nicht der Fall war und so ist auch dieser ganze Punkt, dass die Tür angeblich von innen verschlossen war, nur Sam's Version der Geschehnisse.

01:32:23: Nur etwa ein Prozent aller Todesfälle wird offizielles und determined, also umgeklärt eingestuft.

01:32:31: Eine Kategorie, die bedeutet, dass der Fall nicht abschließend erklärt werden kann und die Ermittlungen zumindest grundsätzlich offen bleiben.

01:32:39: Und genau das ist das Ziel der Familie.

01:32:42: Nicht ein vorschnelles Urteil, sondern eine Einstufung, die Raum für weitere Fragen und Untersuchungen lässt.

01:32:49: Nur wenige Wochen später, im Februar, im Februar, wird schließlich ein Vergleich mit der Stadt Philadelphia bekannt.

01:32:56: Im Zuge dessen soll das Medical Examiner's Office den Fall erneut überprüfen.

01:33:01: Für Josh und Sandy ist das kein Abschluss, aber es ist das erste Mal seit Jahren, dass sich eine Tür wieder zu öffnen scheint.

01:33:09: Eine Chance, dass Ellen's Tod vielleicht doch noch einmal ernsthaft untersucht wird.

01:33:14: Und für die beiden hat dieser jahrelange Kampf nicht nur emotional, sondern auch finanziell verheerende Folgen.

01:33:21: Josh spricht davon, dass sie inzwischen siebenhunderttausend Dollar ausgegeben haben, soviel, dass ihre Ersparnisse fast vollständig aufgebraucht sind.

01:33:29: Vor Kurzem mussten sie sogar ihr Zuhause verkaufen, um weitermachen zu können.

01:33:34: Immer wieder steht die Frage im Raum, ob die Behörden einfach draufsetzen, dass die Familie irgendwann nicht mehr kann, dass sie müde wird, resigniert oder finanziell am Ende ist.

01:33:44: Doch Josh und Sandy machen unmissverständlich klar, aufgeben ist für sie keine Option.

01:33:50: Am schwersten sind die Momente, in denen ihm bewusst wird, was unwiderruflich verloren ist.

01:33:56: Sie erzählen, dass sie den Friedhof nur selten besuchen, weil der Schmerz dort kaum auszuhalten ist.

01:34:03: Der Gedanke, dass Ellen dort liegt, ist für sie ein Gefühl, dass sie körperlich trifft.

01:34:08: Und doch selbst nach dem Vergleich bleibt die erhoffte Veränderung aus.

01:34:12: Trotz all der Jahre, trotz der Aufmerksamkeit, Trotz der juristischen Meilensteine wird Ellens Fall nicht direkt neu aufgerollt.

01:34:20: Keine umfassenden Ermittlungen beginnen, keine Antworten folgen.

01:34:25: Für Josh and Sandy führt sich dieser vermeintliche Erfolg plötzlich nicht mehr wie ein Sieg an.

01:34:30: Er wird ein weiteres Versprechen, das in der Luft hängen bleibt.

01:34:35: Sie haben so viel gegeben.

01:34:37: Zeit, Kraft, ihr gesamtes Erspartes und stehen trotzdem noch immer am selben Punkt.

01:34:43: Ohne Klarheit, ohne Gerechtigkeit.

01:34:45: und ohne Abschluss.

01:34:48: Am zehnten Oktober, zwei Tausendfünfundzwanzig, kommt es zu einer weiteren Wendung in dem Fall, der seit Jahren nicht zur Ruhe kommt.

01:34:55: Das Medical Examiner's Office von Philadelphia veröffentlicht nach einer erneuten internen Überprüfung einen ausführlichen Bericht.

01:35:03: Zweiunddreißig Seiten lang.

01:35:06: Verantwortlich hierfür ist Dr.

01:35:08: Linsey Simon, die aktuelle leitende Gerichtsmedizinerin der Stadt.

01:35:13: Trotz der Vielzahl an offenen Fragen und der massiven Kritik, die über Jahre hinweg von unabhängigen Experten geäußert wurde, gelangt Seimen zu einem Ergebnis, das für Ellens Eltern wie ein Schlag ins Gesicht wirken muss.

01:35:26: Sie stuft Ellens Tod erneut offiziell als Suizid ein.

01:35:30: In dem Bericht räumt sie zwar ein, dass das Verletzungsmuster außergewöhnlich sei, kommt jedoch zu dem Schluss, dass es aus ihrer Sicht nicht zwingend gegen eine Selbsthandlung spricht.

01:35:41: Grundlage seien unter anderem die Autopsiebilder, Polizeiberichte und die medizinische Vorgeschichte.

01:35:47: Doch unabhängig davon, wie diese Dokumente interpretiert werden, wird Josh und Sandybleiter am Ende vor allem eingeführt zurück, dass die Jahre vergehen, dass Entscheidungen getroffen werden, dass Berichte geschrieben werden und dass ihre Tochter trotzdem nicht zurückkommt und trotzdem keine Gerechtigkeit erhält.

01:36:05: Während Akten geschlossen und wieder geöffnet werden, bleibt für sie nur die gleiche, quälende Leerstelle.

01:36:12: Währenddessen ist das Leben für andere weitergegangen.

01:36:15: Sam hat inzwischen erneut geheiratet und hat Kinder.

01:36:19: Für ihn hat ein neues Kapitel begonnen.

01:36:21: Für Ellen's Eltern jedoch ist die Zeit stehen geblieben.

01:36:25: Für sie endet alles immer wieder dort, wo es begonnen hat.

01:36:29: In Apartment sixhundert drei und in der Frage, was wirklich mit ihrer Tochter geschehen ist.

01:36:36: Jetzt, im Januar, wird erstmals eindeutig bekannt, dass Bundesbehörden in den Fall involviert sind.

01:36:43: Das US Attorney's Office für den Eastern District of Pennsylvania, also die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten, für den östlichen Bezirk von Pennsylvania fordert Unterlagen und Informationen im Zusammenhang mit Ellenstod an.

01:36:58: Offiziell will das Büro weder bestätigen noch dementieren, dass es eine laufende Untersuchung gibt.

01:37:04: Aber Quellen sagen, dass Anfragen nach Dokumenten bei der Polizei von Philadelphia und anderen Behörden gestellt wurden, offenbar im Zusammenhang mit der Frage, wie der Fall ursprünglich behandelt wurde.

01:37:16: Diese Entwicklung wird von vielen Beobachtern als Beginn einer föderalen Prüfung desfalls interpretiert.

01:37:22: Also nicht unbedingt als klassische Strafermittlung, sondern als Untersuchung der möglichen Fehler oder Versäumnisse der beteiligten Behörden.

01:37:29: Einschließlich der Polizei, die Gerichtsmedizin und anderer staatlicher Stellen.

01:37:35: Wir werden euch hier auf jeden Fall up to date halten.

01:37:38: In einem Interview mit News Nation wird die ex-FBI-Agentin Jennifer Koffender vergefragt, welche Rolle Sam Goldberg in den neuesten Entwicklungen spielt.

01:37:47: Ihre Antwort hören wir hier.

01:38:15: Sie sagt also, nun ja, wenn Ellen sich nicht selbst das Leben genommen hat, ist die Frage, wer hat das dann getan?

01:38:23: Na ja, wer sie gefunden hat, war ihr Verlobter.

01:38:26: Er wurde nie wegen irgendetwas angeklagt, aber im Moment steht er ziemlich im Fokus der Öffentlichkeit.

01:38:32: Er könnte, wirklicherweise, die Mittel und eben die Möglichkeit gehabt haben, dieses Verbrechen zu begehen.

01:38:39: Josh und Sandy leben seit Ellenstube mit einem Schmerz, der nie wirklich kleiner geworden ist.

01:38:45: Der Verlust ihrer Tochter hat eine Lehre hinterlassen, die sich durch keinen juristischen Kampf und keine Antwort füllen lässt.

01:38:53: Jeder Tage erinnert sie daran, was ihnen genommen wurde.

01:38:55: Wenn Sandy nur noch ein einziges Mal mit ihrer Tochter sprechen würde, würde sie ihr sagen, Mami und Daddy lieben dich und wir sind stolz auf dich.

01:39:06: Eine Sache, die ich jetzt ganz am Ende noch sagen möchte, ich habe auf TikTok das Video einer Forenze Carin gesehen, die wirklich eine ganze Videoreihe zu Ellen's Fall gepostet hat.

01:39:18: und bevor wir gleich darüber sprechen, was du glaubst, was hier passiert ist, möchte ich Mit dir und auch mit euch ihre Einschätzung.

01:39:25: Einmal teilen.

01:39:26: Ihr Name ist Amy Santoro.

01:39:28: Vielleicht habt ihr sie auch schon mal gesehen.

01:39:30: Sie ist sehr aktiv auf TikTok und ordnet sehr viele True Crime Fälle ein.

01:39:34: Und laut ihrer Einschätzung könnte es sich bei Alan's Tod tatsächlich um einen Suizid gehandelt haben.

01:39:42: Also sie betont, dass eigentlich nur vier Verletzungen von Alan wirklich schwerwiegend waren und dass die anderen sehr oberflächlich gewesen seien.

01:39:51: Also, dass die alle nicht so tief gereicht hätten, teilweise nur wenige Millimeter.

01:39:56: Und sie sagt dann, dass sie eben schon Fälle erlebt hat, wo Menschen sich wirklich selbst erstochen haben.

01:40:02: Und dass es manchmal wie so ein Zögern sein kann, dass manche Wunden nicht so tief gehen und dass die Leute da wie üben.

01:40:10: Und dass sie... Ja, ja.

01:40:11: Das sind Ellens Fall eben nicht ausschließt und dass sie sich sogar sehr gut vorstellen kann.

01:40:16: Dass sie sich selbst das Leben genommen hat.

01:40:18: Und das wollte ich einfach noch mal mit.

01:40:21: Reingeben.

01:40:23: Also das war auch mein erster Danke, als du eben meintest, einige der Verletzungen sind nur wenige Millimeter tief.

01:40:28: Dass sich das so ein bisschen anhört, das hätte Ellen da vielleicht wirklich angesetzt und geübt, hätte aber in dem Moment eben nicht mehr Kraft aufbringen können oder wollen.

01:40:38: Ich glaube, man ist da ja auch unheimlich geheim, auf sich selbst einzustechen und dass sie eben in Anführungszeichen nur viermal richtig tief zugestochen hat.

01:40:49: Ich finde den Gedanken trotzdem irgendwie abwegig.

01:40:54: Aber wie gesagt, das ist auch einfach nur, weil ich mir das nicht vorstellen kann.

01:40:58: Die Einschätzung der Forensikerin an der Stelle würde ich auf jeden Fall über meine eigene stellen, weil ich kenne mich mit so was nicht aus.

01:41:05: Wenn sie also sagt, das wäre prinzipiell möglich, dann sei das mal so dahingestellt, dann glauben wir das an der Stelle.

01:41:13: Für mich sprechen aber trotzdem ganz, ganz viele andere Dinge.

01:41:17: immer noch dafür, dass es sich um ein Tütungsdeleg handelt.

01:41:21: Und

01:41:21: dass Sam da irgendwas mitzutun hat.

01:41:24: Selbst wenn das rein forensisch möglich wäre, dass das ein Suizid war, bin ich immer noch davon überzeugt, dass dieser Fall aber eben keiner war.

01:41:32: Ist ja das ganz genau so, weil ich hatte genau die gleichen Gedanken im Kopf, dass ich dachte, okay, es kann ja schon sein, dass das möglich ist.

01:41:40: Aber es gibt so viele Dinge, die mich da aufhorchen lassen.

01:41:43: Also erstens dieser Notruf, dass er nicht ... direkt gesehen haben will, dass da ein Messer in ihrer Brust steckt.

01:41:49: Und ich hab ja das Bild gesehen, es ist auch kein kleines Messer, du siehst das wirklich direkt.

01:41:55: Ich fand das total seltsam.

01:41:57: Dann fand ich seltsam, dass er, bevor er den Notruf getätigt hat, zwei andere Anrufe getätigt hat, damit sein Onkel und seinem Cousin, die ja beide Juristen sind.

01:42:08: Und dann ja auch siebzehn Minuten lang gewartet hat.

01:42:11: Also das ist ja auch eine unheimlich lange Zeit.

01:42:14: Wie hätte das dann erklärt?

01:42:15: Ich habe in keiner Quelle gelesen, dass er sich dazu geäußert hat.

01:42:19: Und ich meine, klar könnte man hier jetzt auch argumentieren, man weiß nicht, wie man in einer Schock-Situation reagiert, weil ich es gerade auch wieder an die Eidehoh vordenken muss.

01:42:29: Aber ich finde einfach, in diesem Fall ergibt sich für mich so ein Gesamtbild aus mehreren Aspekten.

01:42:35: Ja.

01:42:36: Ja, und er wusste ja damals auch noch nicht so richtig, weil ich meine, der hat den Körper seiner Verlobten ja dort gesehen.

01:42:42: Und er hat ja dann am Telefon ... Also, während des Notrufs auch extra darauf achten sollen, ob sie noch atmet.

01:42:48: Ja.

01:42:49: Das war ja im Fall der Idaho Four noch mal eine andere Geschichte.

01:42:53: Die saßen ja nicht mit im selben Raum und haben gehofft, dass man da noch was machen kann.

01:42:58: Ja, das stimmt.

01:42:58: Für ihn

01:43:00: war das ja wirklich so greifbar und dass er dann da eher neben seiner leblosen Partnerin sitzt, bei der er nicht sicher ist, atmet sie noch oder atmet sie nicht.

01:43:10: Kann ich da vielleicht noch Hilfe rufen?

01:43:11: kann sie vielleicht noch gerettet werden, dass er dann sich entscheidet, zwei Juristen anzurufen und fast zwanzig Minuten vergehen zu lassen.

01:43:22: Das wirkt für mich eher so, als hätte er sicherstellen wollen, dass sie eben nicht überlebt.

01:43:27: Dass er dachte, komm, ich lass mir jetzt so ein bisschen Zeit.

01:43:31: Die Verletzungen, die sind super schlimm.

01:43:33: Ich sehe vielleicht auch gar nicht mehr, dass sie atmet.

01:43:36: Aber ich will auch noch mal sicher gehen.

01:43:38: So wirkt das zumindest auf mich.

01:43:40: Es wirkt auf mich nicht so, als wäre das eine Panik-Situation gewesen, in der er gesagt hatte, ich rufe jetzt erstmal meinen Onkel um meinen Kursör an, um mit den beiden zu sprechen.

01:43:48: Und ich frag mich auch, sind das wirklich so seine nächsten Vertrauten?

01:43:52: Weißt du, was ich mein?

01:43:53: Warum hat der nicht seine Eltern angerufen?

01:43:56: Warum hat der die Juristen aus der Familie angerufen?

01:43:59: Ja, und der Onkel hatte ja wirklich eine sehr, sehr hohe Position.

01:44:04: Und

01:44:04: da kann

01:44:05: man natürlich auch darüber nachdenken, ob ... er dann irgendwie in Verbindung mit diesem mysteriösen Treffen steht, was da stattgefunden hat zwischen der Polizei und dem Gerichtsmediziner.

01:44:15: Aber nicht mehr sicher.

01:44:16: Nach diesem Treffen wurde er tot ja dann offiziell wieder als Suizid eingestuft.

01:44:20: und das sind einfach so Sachen, die passen für mich alle nicht zusammen, also die passen für mich keineswegs zu dieser Suizidtheorie.

01:44:29: Ja, und wie war das?

01:44:30: Das war derselbe Gerichtsmediziner, richtig?

01:44:33: Ja, ja, genau.

01:44:35: Und das finde ich auch so merkwürdig, weil hätten Sie einen anderen Gerichtsmediziner zur Ratte gezogen, dass der vielleicht zu einem anderen Schluss kommt, auch nochmal eine Sache, aber dass ein Gerichtsmediziner, der ja ganz sicher im ersten Autopsiebericht sagt, das ist fremdverschulden, also das ist ein Tötungsdelikt, weil er hätte ja auch sagen können, die Todesursache ist ungeklärt.

01:44:58: Ja.

01:44:59: Aber er war sich ganz sicher, dass es ein Tötungsdelikt ist und hat das so eingetragen und dass er seine Meinung Um hundert-achtzig Grad ändert, nach einem so merkwürdigem Meeting, das wirkt für mich einfach extrem verdächtig.

01:45:13: Ja, für mich auch.

01:45:14: Und mir kam das dann wirklich so vor, also er wurde ja dann da befragt und dann ging es ja darum, warum er es erneut als Suizid eingestuft hat.

01:45:24: Und er hat dann gesagt, na ja, ihm wurden dann ein paar Informationen zugespielt, die er vorher nicht hatte.

01:45:29: Unter anderem sei ihm gesagt worden, dass Sam eben dabei beobachtet wurde, wie er die Tür eingetreten hat.

01:45:34: Also, dass man sicher sein kann, dass sie von innen verschlossen war.

01:45:38: Aber das ist ja nicht passiert.

01:45:40: Also, in einem offiziellen Bericht steht drin, dass Sam von diesen Rezeptionisten begleitet worden sei.

01:45:46: zur Tür.

01:45:47: Aber das ist nicht der Fall und das sieht man auch auf den Überwachungskameras, auf der Lobby, dass Sam den Fahrstuhl allein betritt.

01:45:54: Weil dieser Rezeptionist seinen Posten nicht verlassen durfte.

01:45:58: Aber mal ganz kurze Frage.

01:45:59: Das sagt der Gerichtsmediziner.

01:46:01: Genau, dass ihm das mitgeteilt wurde, diese Information.

01:46:05: Aber also ich hätte jetzt mal geschätzt, dass der Gerichtsmediziner gar nicht mit solchen Informationen arbeitet, sondern lediglich mit dem, was vor ihm liegt, oder?

01:46:16: Also das finde ich auch so ein bisschen merkwürdig, oder?

01:46:19: Ich

01:46:19: hätte auch gedacht, dass es hauptsächlich wirklich um die Verletzungen geht und dass ihm dann vielleicht ein bisschen mit Nachdruck gesagt... Aber es kann kein Tötungsdelikt sein, weil die Tür war von Ihnen verschlossen und der Verloppte musste die Tür aufbrechen.

01:46:34: Und dass er sich dann vielleicht dachte, okay, na ja, prinzipiell kann man sich die Wunden selbst zufügen, wie die andere Referenzekarin das gesagt hat.

01:46:42: Und er dann dachte, okay, wenn die Tür verschlossen war, dann muss es das gewesen sein.

01:46:45: Aber ich weiß auch nicht, ob ich das so recht glauben kann oder ob da wirklich einfach mit viel Druck gearbeitet wurde.

01:46:51: Also auf mich wirkt das auf jeden Fall auch so.

01:46:53: dass da viel mit Druck und viel mit Einfluss und vielleicht sogar mit Drohungen gearbeitet wurde.

01:46:59: Weil, ich muss noch mal sagen, wenn er sich am Anfang so sicher war, es war ein Tütungszillikt, dann finde ich diese Schlussfolgerung nur aufgrund dieser Information zu sagen, naja, das muss ja dann ein Suizid gewesen sein, merkwürdig.

01:47:14: Dann hätte man meiner Meinung nach immer noch sagen können, ungeklärt.

01:47:18: Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, war es ein Suizid oder war es ein Tütungszillikt.

01:47:22: Aber ich kann nicht.

01:47:24: zweimal sagen, sicher, es war das.

01:47:28: Und dann sind das zwei komplett unterschiedliche Obduktionsergebnisse.

01:47:31: Und genau das haben ihre Eltern auch gesagt, dass sie sich einfach nur wünschen würden, dass da ungeklärt drinsteht in diesem Bericht.

01:47:37: Sie haben gesagt, sie wollen gar nicht, dass da drinsteht, dass es ein Tötungsdelikt ist, aber dass es einfach ungeklärt ist, weil sie eben nicht daran glauben, dass es sich um einen Suizid handelt.

01:47:48: Und wenn wir auch mal weitergehen in der Liste, die ich hier so im Kopf führe, von wegen Sam hat damit auf jeden Fall was zu tun.

01:47:57: Ich finde auch generell seine komplette Art und Weise, wie er sich nach dem Vorfall, nenne ich es jetzt einfach mal, verhält.

01:48:03: Also ich finde das so verdächtig, auch dass eine Freundin von Ellen bei ihm anruft und danach fragt und das Erste, was er sagt, ist, sie hat sich das selbst angetan.

01:48:13: Ja.

01:48:14: Finde ich ganz komisch.

01:48:16: Also ich kann schon verstehen, dass, also ich glaube zumindest, dass es manchmal so ist, dass Hinterbliebene, wenn geliebte Menschen sich eben das Leben genommen haben, ja auch sauer sind.

01:48:28: Ja.

01:48:29: Dass sie so alleingelassen wurden und vielleicht dann auch so reagieren und sagen, naja, die hat mich alleingelassen, die hat sich das selbst angetan.

01:48:37: Aber so wirkt Sam auf mich nicht.

01:48:40: Er wirkt auf mich sehr kalt und sehr abgeprüht, emotional sehr wenig involviert, also wenig traurig, wenig mit dem Herzen dabei.

01:48:50: Also für mich wirkt das so.

01:48:51: weil er ja auch relativ schnell hinnimmt, dass die Ermittler sagen, na ja, gut, das war ein Suizid, und wir schließen dem Fall jetzt ab.

01:48:58: Ja.

01:48:58: Und auf mich wirkt das einfach so, als würde ihm das in die Karten spielen.

01:49:03: Sonst, bin ich der Meinung, würde ein Verlobter, der seine Verlobte auf so schlimmer Art und Weise verloren hat, doch auch selbst wollen, dass da richtig ermittelt wird.

01:49:14: Wo wir auch beim nächsten Punkt sind, wie kann es sein, dass das Apartment so schnell mit Zustimmung der Polizei gereinigt wurde?

01:49:21: Ja, weil selbst, wenn wir jetzt mal davon ausgehen, es könnte ein Suizid gewesen sein, man hätte halt, wenn man das ordentlich untersucht hätte, hätte man eine richtige Spurenlage, dann könnte man vielleicht noch mal anders argumentieren, dann wüssten die Eltern vielleicht wirklich, was passiert ist, also dann hätte man vielleicht auch das Tötungsdelikt ausschließen können, wie auch immer, aber dass da halt gar nichts untersucht wurde, da wurde kein Luminol benutzt, da wurde nicht geschaut, wo war überall ihr Blut, wie ist die Blutspurenlage, also da ... hat wirklich eigentlich gar nichts stattgefunden.

01:49:52: Und das finde ich einfach sehr, sehr erschreckend.

01:49:54: Ja, vorall, es wurde ja auch gar nicht richtig geschaut, ob sie rechts oder linkshänderin ist, richtig?

01:50:00: Ja, ja.

01:50:02: Das ist ja auch total wichtig, das zu wissen.

01:50:04: Also, man hätte ja rekonstruieren können.

01:50:06: Hätte sie sich die Verletzungen so zufügen können.

01:50:10: Natürlich hat diese TikTok-Foreinseckerin, also die eben auf TikTok auch postet, gesagt, prinzipiell ist das möglich.

01:50:18: Aber ... War das in dem Fall auch möglich?

01:50:22: Weil ich hätte mir beispielsweise mit Sicherheit keine Stichmunde von zehn Zentimeter Tiefe mit meiner linken Hand zufügen können, weil meine linke Hand gar nicht stark ist.

01:50:32: Und ich denke mir halt auch, als ich ihr Video gesehen habe, dachte ich so, ich weiß auch nicht, ob ich das ein bisschen drüber finde, weil es gibt ja sehr viele forensische Experten, die sich intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt haben, die mit der Familie zusammenarbeiten, die... alle Befahre gesehen haben, also die glaube ich nochmal einen anderen Überblick über den Fall haben, einen anderen Überblick über die Wunden und über die Umstände und alles und die sicher sehr einig sind, dass es kein Suizid gewesen sein kann.

01:50:57: Also ja, es kann vielleicht prinzipiell sein, dass man sich solche Wunden selbst zufügt, auch wenn man sich das nicht vorstellen kann.

01:51:04: Aber ich glaube schon, dass die Leute, die sich jetzt damit wirklich intensiv befasst haben, da nochmal einen weiteren Blick haben als jetzt jemand, der vielleicht nur ein Bericht die man online finden kann zum Beispiel.

01:51:16: Ja,

01:51:16: das ist so ein bisschen eine Ferndiagnose einfach.

01:51:19: Und das ist genau das, was ich meine.

01:51:21: Natürlich kann sie sagen, prinzipiell ist das für allgemeinert schon möglich.

01:51:26: Aber in diesem Fall spezifisch ist sie, glaube ich, gar nicht nah genug dran gewesen, um das eben so sagen zu können.

01:51:35: Also für allgemeinert ja.

01:51:36: Aber speziell bezogen auf allen finde ich das eine schwierige Aussage.

01:51:41: Vor allem, wenn die Forensikerinnen, die eben da an dem Fall dran waren, sagen, wir halten das für unwahrscheinlich.

01:51:48: Ja.

01:51:49: Also, hm, schwierig.

01:51:52: Mhm.

01:51:53: Also, ich hab mir für den Fall eine dreiteilige Doku angeschaut.

01:51:57: Die gibt's auf Disney Plus.

01:51:59: Die könnt ihr euch anschauen.

01:52:00: Die heißt Dev in Apartments, What Happened to Ellen Greenberg.

01:52:04: Ich verlinke die euch auch in den Show Notes.

01:52:06: Und ich hab auch ein Buch dazu gelesen, What Happened to Ellen.

01:52:09: Und da wird das alles eben ... sehr, sehr detailliert nochmal beschrieben.

01:52:12: Also falls ihr euch damit nochmal intensiver auseinandersetzen wollt, dann kann ich euch die beiden Quellen auf jeden Fall ans Herz legen.

01:52:20: Und jetzt nochmal weiter in meiner Liste auch diese Aussage mit der verschlossenen Tür.

01:52:27: Das ist ja auch nicht ganz stimmig, richtig?

01:52:29: Ja.

01:52:29: Also

01:52:29: da

01:52:30: konnte er nicht hundertprozentig nachgewiesen werden, dass er sie wirklich aufgetreten hat.

01:52:35: Genau, also man sieht so einen leichten Riss an der Tür.

01:52:39: Aber dieser Riegel, der davon innen vor die Tür gelegt worden sein soll, der wurde eben nicht komplett herausgerissen.

01:52:45: Und deswegen bezweifeln einige der Experten aus dem Team der Greenbergs, nämlich auch, dass er die Tür wirklich eingetreten hat.

01:52:53: Also vielleicht war die Tür auch nie von innen verschlossen.

01:52:55: Und dieser Punkt, dass die Tür von innen verschlossen war, die hat ja einen sehr großen Beitrag dazu geleistet, dass die Leute davon ausgehen, dass es ein Suizid war, weil man dann natürlich denkt, okay, wie soll jemand reingekommen sein, wenn dieser Riegel ...

01:53:07: Ja, auch noch im sechsten Stock.

01:53:09: Genau,

01:53:10: vorgelegt wurde.

01:53:11: Und in der Doku wird auch darüber gesprochen, dass der Todeszeitpunkt prinzipiell auch schon gewesen sein kann, bevor er ins Fitnessstudio gegangen ist.

01:53:19: Ach ja.

01:53:20: Also die letzte Aktivität an dem Computer war ja um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die

01:53:22: Uhr um die Uhr um die Uhr

01:53:22: um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um die Uhr um.

01:53:37: Aber vom Todeszeitpunkt her wäre es prinzipiell möglich, dass sie auch da schon tot war.

01:53:42: Kann man wahrscheinlich aufgrund der sehr schlampigen Polizeiarbeit nicht mehr rekonstruieren.

01:53:48: Aber wenn ich mir jetzt so alles zusammen anschaue, also wirklich so ein Gesamtbild aus all den Indizien und Informationen, die du uns hier mitgegeben hast, dann bin ich auf jeden Fall der Meinung, dass Sam damit was zu tun hat und dass er auf jeden Fall Treck am Stecken hat.

01:54:06: und einfach nur davon kommt, weil er eben Namen und Einfluss hat.

01:54:11: Und das macht mich unfassbar sauer.

01:54:13: Ja, mir ging es auch so bei der Recherche.

01:54:15: Ich war so wütend.

01:54:16: Kann ich dir gar nicht sagen, ich wurde so sauer und ich war die ganze Zeit so, oh mein Gott, ich möchte es mit Sarah direkt teilen.

01:54:22: Und ja, es hat mich auch sehr, sehr aufgebracht.

01:54:25: Aber

01:54:27: das heißt auch, dass der Fallprinzipial noch nicht komplett abgeschlossen ist, weil ich sehe auch in... unserem Skript hier, dass du so eine Petition verlinkt hast.

01:54:36: Also es hört sich so an, als würde Ellens Familie noch nicht wirklich aufgeben wollen, oder?

01:54:40: Also ihre Eltern, ich kriege da auch direkt Gänsehaut, die sind richtig, richtig stark.

01:54:44: Also die, ja, lassen sich da gar keine Steine in den Weg legen.

01:54:49: Also die geben gar nicht auf, für ihre Tochter zu kämpfen.

01:54:52: Und ich fand das in der Doku auch ganz schlimm, weil ihr Vater dann sagt, er ist ihr Papa.

01:54:56: Und seine Aufgabe ist es, rauszufinden, was mit seiner Tochter passiert ist.

01:55:00: Und ... Sie haben eben diese Petition ins Leben gerufen, um da ganz viele Unterschriften zu sammeln, dass der Fall eben neu aufgerollt wird.

01:55:07: Und die verlink ich euch auch in den Show Notes, dass wir da auch alle unsere Unterschrift druntersetzen können.

01:55:12: Und wir haben ja auch eben drüber gesprochen, dass sich gerade jetzt, zwanzigundzwanzig, sogar noch was in dem Fall getan hat, also dass da irgendwelche Unterlagen angefordert wurden.

01:55:22: Also vielleicht wird da ja noch mal neu ermittelt oder es kommt irgendwas anderes raus.

01:55:28: Falls es da Neuigkeiten gibt, werde ich euch auf jeden Fall ab to date halten.

01:55:32: Ja, ich hoffe auf jeden Fall, dass sich da noch mal einiges tut.

01:55:35: Denn für mich fühlt sich der Fall sehr unabgeschlossen an.

01:55:39: Und für mich ist diese ganze Ermittlungsarbeit, dieses ganze Ergebnis so unbefrieden und so ungerecht, dass ich wirklich echt nur die Daumen drücken kann und die Petition unterschreiben kann, dass da nochmal jemand anderes drauf schaut.

01:55:54: dass da eben vielleicht den Menschen, die hier jetzt relativ viel Einfluss hatten, ein Riegel vorgeschoben wird.

01:56:02: Weil das wirkt auf mich einfach nicht fair.

01:56:05: Ja, mir geht's da ganz genau so.

01:56:06: Und ich werde da jetzt regelmäßig reinschauen und wirklich hoffen, dass sich da noch mal was tut.

01:56:13: Und sobald sich da irgendwas tut, wirst du uns dann Update geben.

01:56:17: Ja.

01:56:18: Und ich

01:56:18: bin jetzt an der Reihe, euch den heutigen Gänsehaut to Go Moment vorzulesen.

01:56:23: Ich glaub, den können wir alle ganz gut gebrauchen.

01:56:25: Oh ja.

01:56:37: Und der heutige Gensahoutogomoment kommt von der lieben Katja.

01:56:42: Sie schrieb,

01:56:43: ich war, glaube ich, so zwölf oder dreizehn Jahre alt und meine Eltern gingen abends aus.

01:56:48: Es war vollkommen okay für mich.

01:56:50: Ich war schon öfter mal alleine.

01:56:52: Ich wollte nur immer, dass sie vor Mitternachter heim sind.

01:56:55: Außerdem waren sie natürlich durchgehend erreichbar für mich.

01:56:59: Ich hatte generell schon immer einfach Angst im Dunkeln, auch zu Hause und ganz besonders füchtete ich mich zur Geisterstunde allein zu sein.

01:57:07: Ich war damals so paranoid, dass ich alle Lichter ausgeschaltet und alle Türen, Wohnzimmer, Schlafzimmer etc.

01:57:14: eigenhändig geschlossen habe.

01:57:17: Dann bin ich in mein Zimmer gegangen und habe dort alle Lichter angemacht und irgendetwas gespielt und mich eben beschäftigt.

01:57:24: Auf einmal sah ich unter dem Türschwald ein Licht.

01:57:28: Erst wunderte ich mich und kurz darauf wusste ich dann aber, dass alles okay ist und meine Eltern heimgekommen sind.

01:57:34: Ich habe deutlich ihre Stimmen gehört, während ich gleichzeitig das Aufsperren der Wohnungstür war nahm.

01:57:41: Ich machte mein Ding weiter, weil ich wusste, dass meine Mutter sowieso gleich als erstes zu mir ins Zimmer schaut.

01:57:47: Als auch einige Minuten später keiner kam, beschloss ich nachzusehen.

01:57:51: Es waren alle Lichter an und es standen alle Türen offen.

01:57:55: Meine Eltern kamen circa dreißig Minuten später nach Hause und sagten, dass sie nicht vorher schon da waren.

01:58:02: Das kann ich bis heute nicht vergessen.

01:58:05: Oh mein Gott, das könnte ich auch nicht mehr vergessen.

01:58:09: Das, also das ist, finde ich, echt schon so Next Level.

01:58:13: Gänsehautogo Moment.

01:58:15: vor allem weil sie ja wahrscheinlich so entspannt war, weil sie wusste, oh mein Gott, meine Eltern sind jetzt da und gleich kommt meine Mama rein.

01:58:20: Also ich kenne auch das Gefühl, erst mal noch zu Hause gewohnt hat, dass die Eltern gleich bei einem vorbei schauen wahrscheinlich und dann ist da niemand, aber es ist trotzdem alle Türen offen und alle Lichter an.

01:58:30: Ich fände es auch schon unheimlich, wenn sie nur etwas gehört hätte, aber dass sie dann gesehen hat, dass alles an ist, alle Türen auf sind, das ist halt wirklich, ciao.

01:58:39: Ja, vor allem wenn sie das eben immer ganz bewusst gemacht hat, also die Lichter aus und die Türen zu, dann war ihr ja auch klar, ich hab das gemacht.

01:58:48: Also das ist nicht so ein Fall von, hab ich die Tür aufgelassen, sondern ganz klar, nein, hab ich nicht, ich hab die geschlossen.

01:58:56: Und ich find's auch weird, dass sie ja auch die Stimmen ihrer Eltern gehört hat.

01:59:00: Ja, oh Gott.

01:59:03: Also ja, vielen, vielen Dank, liebe Katja, dass du uns den rüber geschickt hast.

01:59:08: Obwohl ich hier in meiner Hülle sitze und es ... Mega, mega heiß ist, hat sich trotzdem Gänsehaut.

01:59:13: Okay, also wirklich?

01:59:15: Task erfüllt, würde ich sagen.

01:59:17: Ja, definitiv.

01:59:18: Generell könnt ihr uns eure Gänsehaut-To-Go-Momente immer am besten auf Instagram schicken.

01:59:24: Und da findet ihr auch immer die passenden Bilder zu unseren Fällen, die wir hier besprechen.

01:59:32: Den zum heutigen Fall findet ihr auch direkt schon online.

01:59:35: Und generell auch viele Reels über Fälle oder über Themen.

01:59:40: die eben begleitend dazu passen.

01:59:42: Und ich bin sehr gespannt auf eure Gedanken zu heutigen Folge.

01:59:46: Also schreibt die entweder direkt unter dem Post bei Instagram oder ihr könnt uns natürlich auch eure Gedanken hier bei Spotify unter der Folge dalassen.

01:59:55: Da freuen wir uns immer sehr, uns mit euch austauschen zu können.

01:59:58: Und gerade heute bin ich so gespannt, eure Gedanken zu lesen.

02:00:03: Also ich würde echt mal behaupten, dass neunundneunzig, neun Prozent derselben Meinung sind wie wir.

02:00:09: Irgendetwas ist da gar nicht mit rechten Dingen zugegangen.

02:00:11: Ja, ja.

02:00:13: Und damit würde ich sagen, sind wir am Ende der heutigen Folge angekommen.

02:00:19: Wir hoffen natürlich, dass ihr alle nächsten Sonntag wieder mit dabei seid.

02:00:22: Und bis dahin, wie immer, schöne Träume.

02:00:25: Bis dann.

02:00:26: Tschüss.

02:00:27: Tschüssi.

02:00:41: Was sind das alles für Schlüssel hier?

02:00:43: Keiner passt hierher.

02:00:44: Was

02:00:46: sind das alles für Blätter?

02:00:48: Ist da ein Briefdreher?

02:00:51: Okay.

02:00:53: Er macht

02:01:00: das Geräusch oder rupt er?

02:01:02: Der rupt einfach.

02:01:04: Ich dachte mir, äh, äh, äh,

02:01:06: äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh,

02:01:08: äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh,

02:01:12: äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh, äh,

02:01:20: äh, äh,

02:01:22: ä. Ich verbrenne in alles.

02:01:28: Komm und rette mich.

02:01:31: Ich komm

02:01:32: nicht

02:01:33: ohne dich.

02:01:35: Tschüssi.

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