#277 Die Manson Inszenierung x Mord am Mittwoch (Jeffrey MacDonald)
Shownotes
HAPPIEST NEW YEAR LIEBE EITDis ❤️ Wir starten das neue Jahr mit guten Vorsätzen, vollen Herzen und einem ganz besonderen Special Guest 🌝 Zurücklehnen, Iced Matcha genießen und lauschen, während wir gemeinsam in die 70er reisen ❤️
Vier Gestalten schleichen durch ein schlafendes Haus: Eine Frau mit langem blondem Haar, auffälligem Schlapphut und einer flackernden Kerze in der Hand – gefolgt von drei Männern. Sekunden später zerreißen markerschütternde Schreie die Stille der bis dato ruhigen Nacht. Aus einem eins sicheren Zuhause wird ein Tatort. Ein Blutbad. Eine Sensation: Denn ein Satz hallt wie ein Echo durch die verwüsteten Räume: „Acid is groovy. Kill the Pigs.“
Amerika hält zu dieser Zeit — Anfang der 70er — den Atem an. Die Manson-Morde liegen erst wenige Monate zurück – und mit ihnen die Vorstellung, dass Fremde nachts willkürlich in Häuser eindringen und ohne erkennbares Motiv auf brutalste Art und Weise töten. Diese Angst sitzt tief: In jeder Schlagzeile, in jedem doppelt verriegelten Schloss, in jedem Albtraum.
Was oder wer in dieser Nacht durch das Haus der Familie MacDonald schlich, war nicht nur eine einfache Gestalt — sondern ein wahr gewordener Albtraum, den fast Alle beim Namen nennen können.
⚠️ Triggerwarnungen: • Explizite Gewaltdarstellungen • Gewalt an Kindern • Gewalt an einer schwangeren Frau
🎙️ Mord am Mittwoch: https://open.spotify.com/show/52f8wlFmfTzO7r4x4Zmp0h https://www.youtube.com/playlist?list=PLzxG9gb3UCqw7LiPAX9HL8BV4uEfsto62 https://www.instagram.com/mordamittwoch/
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🥃 Unser EITD Black Gin: https://www.brennerei-henrich.de
💌 Postfach: Laura Regenauer, PO102602, 68026 Mannheim
Nicht vergessen: Am Ende der Folge erwartet euch ein „Gänsehaut to Go“-Moment aus unserer Community (heute von der lieben Lucia) & die besten Outtakes der Folge ❤️
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Transkript anzeigen
00:00:18: Es ist mitten in der Nacht, ein Haus schläft, Türen sind geschlossen, Lichter aus und alles wiegt sicher.
00:00:24: Doch irgendetwas stimmt nicht.
00:00:26: Schritte auf einem Boden, der eigentlich still sein sollte.
00:00:30: Geräusche, die nicht zu einem Traum gehören.
00:00:33: Fremde Präsenz, dort, wo niemand Fremde sein dürfte.
00:00:36: Später wird von mehreren Eindringlingen gesprochen, von einer Gewalt, die nicht erklärt werden kann, nur behauptet.
00:00:43: Diese Geschichte spielt in einer Zeit, in der genau solche Ängste real sind.
00:00:47: Ende der neunzehntenhundertsechziger, Anfang der neunzehntenhundertsechziger, ein Land im Ausnahmezustand.
00:00:53: Vertrauen bröckelt, Türen werden abgeschlossen, niemand fühlt sich mehr wirklich sicher.
00:00:59: Nicht einmal zu Hause.
00:01:01: Und damit ein herzliches Hello an unsere True Crime Junkies.
00:01:04: Willkommen zurück bei Eis in the Dark.
00:01:07: eurem Blick ins Dunkel der Waren verbrechen.
00:01:09: Wir sind Laura und Sarah und jeden Sonntag öffnen wir für euch ein neues Kapitel echter Kriminalfälle.
00:01:15: und das machen wir heute nicht allein, denn wir haben heute einen Special-Gast dabei und damit würde ich das Wort auch direkt an dich übergeben und ich bitte dich mal kurz vorzustellen.
00:01:24: Ja, Hallöchen zusammen.
00:01:25: Vielen Dank, dass ich hier in eurer Runde sitzen darf.
00:01:28: Ich bin die Lucia.
00:01:29: Ähm, ich habe auch ein Tubecrime-Podcast.
00:01:32: Und zwar den Podcast-Mod am Mittwoch.
00:01:35: Aber heute sitze ich einfach nur hier, lehne mich zurück und hör zu, was ihr mir so zu erzählen habt.
00:01:39: Ich bin ganz gespannt.
00:01:40: Also nach dem Teaser, äh, ich bin angefixt.
00:01:43: Sehr gut.
00:01:44: Das war das Ziel.
00:01:45: Ja.
00:01:46: Und ich wette, dass ganz viele von unseren Hörerinnen deine Stimme auch direkt erkannt haben.
00:01:50: Habe ich mir auch gedacht.
00:01:51: Ich schau deine Videos auf jeden Fall schon jahrelang.
00:01:53: Und ich find, das ist grad auch so ein kleiner Fangirl-Moment.
00:01:56: Ja, voll.
00:01:57: So ein Full-Circle-Moment.
00:01:58: Das ist so
00:01:59: süß, weil mir geht's genauso, weil ich hab euch im Gloria gesehen.
00:02:02: Ich glaub, das ist jetzt auch schon zwei oder drei Jahre so daher.
00:02:06: Ich kann mich an deine silberglitznden Schuhe erheben.
00:02:09: Ja.
00:02:09: Und so eine Wallemähne.
00:02:11: Ja, ja, voll.
00:02:12: Und deswegen kommen die Dinge jetzt hier einfach zusammen.
00:02:15: Richtig, richtig schön.
00:02:16: Ich weiß es damals auch noch, weil wir deine Story dann gesehen haben, dass du da warst und ich so, Sarah, hast du gesehen heute bei unserem Live-Produzent?
00:02:24: Ja, richtig cool.
00:02:25: Ja, auf jeden Fall.
00:02:26: Ich habe aber wie immer auch eine Frage an euch mit dabei zum Einstieg und passenderweise haben wir da vorhin auch schon kurz drüber gesprochen.
00:02:34: Ich möchte von euch wissen, ob ihr euch in eurem Zuhause immer zu hundertprozent sicher gefühlt habt oder ob es da auch mal Momente gab.
00:02:41: Ja, wo ihr euch nicht so sicher gefühlt habt und das nicht mehr so euer Safe Space war.
00:02:45: Du kannst gerne direkt anfangen, Lucia.
00:02:47: Ja, also ich habe eine Reihe an seltsamer Wohnungen hinter mir.
00:02:53: Ich bin in vier Jahren viermal umgezogen.
00:02:55: Und das hatte jedes Mal einen besonderen Grund.
00:02:58: Und es wurde von mal zu mal nur noch schlimmer, hab ich im Gefühl.
00:03:02: Also ich hab gestartet in einer Wohnung, wo mein Bett direkt neben der Haustür stand, weil die Wohnung so klein war.
00:03:07: Es war ein kleines Zimmerchen und ich hatte die Wahl entweder praktisch in meinem Badezimmer oder halt neben der Haustür zu schlafen.
00:03:15: Ich habe mich für die Haustür entschieden.
00:03:16: Das hat sich aber jedes Mal so angehört, wenn ein Nachbar vorbeigegangen ist, als würde der mir durchs Schlafzimmer latschen.
00:03:24: Gerade so in der Einschlafphase, war das nicht gut.
00:03:27: Dann hatte ich eine Wohnung mit einem massiven Rattenproblem.
00:03:31: Also das Rattenproblem war nicht in meiner Wohnung, sondern im Haus,
00:03:34: das möchte ich hier ganz
00:03:35: klarstellen.
00:03:36: Aber das war massiv und man hat die Ratten nachts
00:03:40: gehört.
00:03:41: Man hat
00:03:41: die Ratten gerochen.
00:03:44: Richtig wohlgefühlt hat man sich dann natürlich auch nicht.
00:03:47: Und zuletzt hatte ich dann noch eine Wohnung mit einem Aufzug, der in die Wohnung ging.
00:03:52: Hab ich gerade schon angeteasert.
00:03:53: Und das war jetzt kein schöner, schicker, silberner Aufzug, sondern es war ein klappriges Kistchen, das
00:04:01: Geräusche
00:04:01: gemacht hat.
00:04:03: Und um dann in meine Wohnung zu kommen, musste man extra noch mal aufschließen.
00:04:07: Ich war mir aber nie ganz sicher, ob ich jetzt wirklich abgeschlossen hatte.
00:04:10: Und unter mir war ein Hotel.
00:04:13: Und jeder Hotelgast hat eben diesen Fahrstuhl benutzt.
00:04:17: Das heißt, in der Nacht ... ist der andauernd losgegangen und ich war mir nie so sicher, ob nicht gleich doch jemand in meiner Wohnung steht.
00:04:23: Also es war ein nervöses Leben, die letzten Jahre.
00:04:28: Wie war es bei dir?
00:04:29: Das klingt wirklich auf jeden Fall stressig, aber gut auch, dass du immer umgezogen bist, weil das ist so der Tipp, den wir unseren Hörern und Hörerinnen immer geben, wenn bei denen zu Hause solche Dinge passieren, am besten einfach umziehen.
00:04:41: Ja wirklich, gar nicht aushalten.
00:04:43: Also ich denke mir dann auch immer, mein Gott, Umzug ist anstrengend, aber das Gefühl zu... Wir haben immer mit Geistern in einer Bude zu leben.
00:04:50: Ja, auch
00:04:51: anstrengend.
00:04:53: Auf jeden
00:04:53: Fall.
00:04:55: Also, ich hatte nur mal eine Situation, die konnte ich dann im Nachhinein aber erklären.
00:05:00: Deswegen wohne ich da auch noch.
00:05:02: Ich
00:05:03: hab vor meinem Schlafzimmer ins Wohnzimmer nur so eine Glasschiebe-Tür.
00:05:07: Das ist so eine milchige Glass-Tür.
00:05:09: Das find ich ja schon immer so ein bisschen creepy, muss ich sagen.
00:05:13: Und ich lag im Bett und auf einmal ging ... in meinem Wohnzimmer ein Licht an.
00:05:19: Und es war so ein kleines Licht, also es war kein Deckenlicht, sondern es war so ein Taschenlampenlicht.
00:05:24: Also das kam so aus einer Ecke und war auch so ein kühles Licht.
00:05:29: Und ich war so, oh mein Gott, jemand ist in meiner Wohnung, hier ist jemand eingestiegen und schaut gerade, was er mitnehmen kann.
00:05:35: Und ich kann ja meine Tür zum Schlafzimmer auch nicht abschließen.
00:05:39: Und dann lag ich da und war so, oh Gott, oh Gott, oh Gott.
00:05:41: Und dann ging es aber wieder aus.
00:05:44: Na weiß, okay.
00:05:45: Wird?
00:05:46: Und es ging aber dann auch noch mal an.
00:05:49: Und dann habe ich irgendwann nachgeschaut.
00:05:51: Und dann hatte ich mein Laptop einfach offen stehen lassen.
00:05:54: Und er hat in der Nacht ein Update gemacht.
00:05:57: Und deswegen ist es an und wieder aus und wieder angegangen.
00:05:59: Ach du meine Güte.
00:06:01: Aber ich war wirklich kurz vorm Ausrasten.
00:06:03: Also ich saß da echt schon.
00:06:04: Ich habe immer meinen Pfefferspray in meinem Schlafzimmer.
00:06:07: Und ich war da echt schon so bereit mit dem,
00:06:09: dass ich dachte,
00:06:09: ich gehe da raus und ich haut ihm jetzt eins über.
00:06:13: Weil ich mir sicher war, da war jemand.
00:06:15: Also mutig, dass du nachgeschaut hast.
00:06:17: Weil ich wär, glaub ich, einfach in so einem mumienartigen Status
00:06:20: vorbei.
00:06:21: Hätte ich bis zum nächsten Morgen nicht mehr bewegt, auch nicht geschlafen, die ganze Zeit Angst gehabt.
00:06:25: Aber, ähm, ja, so ist es manchmal, ne?
00:06:28: Ja.
00:06:28: Und Laura bei dir?
00:06:30: Ich hab keine bestimmte Situation.
00:06:31: Ich hab's noch mal in meiner ersten Wohnung in Mannheim.
00:06:34: Ich bin nämlich auch in den letzten vier Jahren, glaub ich, auch viermal umgezogen.
00:06:39: Hammer.
00:06:39: Ich hab ja einen kleinen Hund und ich bin nachts aufgewacht, weil sie halt so ... Richtung Schlafzimmertür gebelt hat.
00:06:47: Und da war ich auch so okay.
00:06:48: Warum
00:06:49: machst du das?
00:06:50: Irgendjemand
00:06:50: hatte ich auch richtig schiss, dass irgendjemand in meiner Wohnung ist, weil sie schläft eigentlich normal immer relativ gut durch, aber das war es auch eigentlich.
00:06:57: Also, es ist auch nicht mehr so oft passiert.
00:06:59: Das heute ungelöst.
00:07:01: Ja.
00:07:02: Aber ich wohne auch nicht mehr in der Wohnung, deswegen ist es nicht mehr mein Problem.
00:07:06: Ja, sehr gut.
00:07:07: Und ihr könnt euch schon denken, dass es auf jeden Fall in der heutigen Folge um eine Familie geht, die sich in ihrem eigenen Haus nicht sicher fühlen kann.
00:07:17: Es ist die Nacht vom sechzehnten auf den siebzehnten Februar, neunzehnthundertsiebzig, in Fayette-Villen auf Carolina.
00:07:22: In der Luft liegt feuchte Kälte, der Regen ist gerade erst abgeklungen.
00:07:26: Der Boden ist noch nass, der Wind kaum mehr als ein Hauch.
00:07:30: Eine unscheinbare, ruhige Nacht.
00:07:32: In einem Haus am Castle Drive, Hausnummer fivehundertvierundvierzig, lebt die Familie MacDonald.
00:07:37: Ein schlichtes Reihenhaus auf dem Militärstudspunkt Fort Bragg.
00:07:41: Im Inneren ist es still.
00:07:42: Alle scheinen friedlich in ihren Betten zu schlafen.
00:07:45: Im Wohnzimmer auf der Couch liegt Jeffrey MacDonald, sechsundzwanzig Jahre alt, Militärarzt.
00:07:50: Im Schlafzimmer seine Frau Colette, ebenfalls sechsundzwanzig, im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft.
00:07:56: In einem anderen Zimmer schlafen die Kinder, Kimberly fünf Jahre alt und Kristen gerade zwei Jahre alt.
00:08:02: Das Haus liegt im Dunkeln, kein Licht, keine Geräusche, nur das gleichmäßige Atmen der Schlafenden.
00:08:08: Sekunden vergehen, vielleicht Minuten und dann beginnt sich die Atmosphäre zu verändern.
00:08:14: Es halt ein leises Geräusch durch das Haus, welches um diese Uhrzeit definitiv nicht hierher gehört.
00:08:19: Es sind leise bedachte Schritte.
00:08:22: Schritte von mehreren Personen, vier an der Zahl.
00:08:26: Eine Frau begleitet von drei Männern.
00:08:28: Die Frau hat lange blonde Haare, trägt einen Schlapphut und hohe Stiefel.
00:08:32: In ihren Händen hält sie eine brennende Kerze, deren flackern des Lichts sich durch die Dunkelheit des Hauses bewegt.
00:08:39: Einer der Männer trägt eine olivgrüne Militärjacke, am Ärmel die Rangstreifen eines Sargent.
00:08:44: Ein anderer fällt durch seinen Schnurrbad und den roten Hoodie auf den er trägt.
00:08:48: Alle vier sind klatschnass, Wasser tropft von ihrer Kleidung und sammelt sich auf dem Boden.
00:08:53: Sekunden später wird die Stille je durchbrochen.
00:08:56: Lautes Schrei erhalten durch das Haus am Castle Drive, dringen durch Wände und Türen, zerreißen die Ruhe dieser Nacht.
00:09:03: Panik, Angst und Chaos breiten sich aus, wo eben noch Schlaf war.
00:09:07: Stimmen überschlagen sich, hastige Bewegungen füllen die Räume, Möbel werden umgestoßen, Türen schlagen.
00:09:13: Was noch vor wenigen Minuten ein stilles Familienapartment war, verwandelt sich in einen Ort unkontrollierter Gewalt.
00:09:20: Innerhalb kürzester Zeit spielt sich hier ein Blutbad ab, das kaum zu greifen ist.
00:09:25: Zwischen den Schreien ist immer wieder die Stimme einer Frau zu hören.
00:09:28: Sie hebt sich ab vom Lärm fast monoton wie ein Mantra, das sich durch das Chaos zieht.
00:09:34: Immer wieder sagt sie denselben Satz.
00:09:36: Acid is groovy, kill the pigs.
00:09:39: Auf Deutsch bedeutet das dann etwa, LSD ist großartig, tötet die Schweine.
00:09:44: Die Worte passen nicht hierher und treffen doch genau den Nerv der Zeit.
00:09:48: Sie bleiben im Gedächtnis und werden später im Verlauf der Ermittlungen eine zentrale Rolle spielen.
00:09:54: Als die Schreihe schließlich verstummen, ist nichts mehr übrig von der Ruhe, mit der diese Nacht begonnen hat.
00:10:00: Und an der Stelle würde mich interessieren, ob euch und vor allem dich dieses Setting, also auch das vier Leute, vier fremde Leute in ein Haus trinken und dieses kill the pigs, ob dich das dann irgendwas erinnert.
00:10:13: Ja, ich muss direkt an die Mensen-Familie denken.
00:10:16: Ja, ganz genau.
00:10:17: Und das war ja auch genau die Zeit.
00:10:19: Ja, ja.
00:10:20: Also die Mensen-Morde, die sind sechs Monate vor dieser Nacht passiert.
00:10:26: Das heißt, in Amerika ist zu der Zeit auf jeden Fall eine große Angst.
00:10:31: Und die Leute haben eben Angst davor, dass fremde Leute in ihre Wohnung oder in ihre Häuser eindringen könnten und ihnen etwas antun können.
00:10:38: Ja, und dass dann ja auch auf diese sehr skurrile und ... Unheimlicher Art und Weise.
00:10:45: Ich stelle mir das auch so unheimlich vor, wie diese Frau da in ihren Stiefeln durch das Haus läuft.
00:10:51: Sie ist klatschnass, hat eine Kerze in der Hand, also das klingt ja so ein bisschen wie aus einem
00:10:57: Horrorfilm.
00:10:57: Ja, und ich finde auch dieses, wenn du im Bett liegst und dann hörst du auf einmal fremde Schritte, absolute Albtraumvorstellung.
00:11:05: Ich habe das gestern mit meiner Schwester, weil mein Schwester war bei mir zu Hause und eigentlich hätte ich noch zwei Stunden länger gearbeitet.
00:11:12: Aber die Dinge sind gut gelaufen und war früher zu Hause.
00:11:15: Sie hat aber auf gar keinen Fall mit mir gerechnet.
00:11:18: Und dann bin ich nach Hause gekommen und sie ist ausgerastet.
00:11:22: Sie war fester, fester.
00:11:24: Ich bin zu, ich bin zu.
00:11:25: Oh mein Gott, ich habe niemals mit dir gelangt.
00:11:28: Und das ist ja so unterbewusst, geht man ja voll schnell durch.
00:11:31: Was kann gerade sein, wann könnte das sein?
00:11:33: Und wenn man dann bemerkt, mein Partner liegt neben mir im Bett, der ist es nicht.
00:11:39: Also, das muss das für ein Gefühl sein.
00:11:41: Ja, absolut.
00:11:42: Also, das ist wirklich eine absolute Horrorvorstellung.
00:11:44: Ich hatte das ein paar Mal bei mir in der Wohnung, dass ich auch dachte, ich würde Schritte hören.
00:11:49: Das hört sich manchmal auch so an, aber ich glaube, die kommen meist von meinem Nachbarn.
00:11:54: Ja.
00:11:54: Aber man ist da schon dann direkt in Alarmstellung.
00:11:57: Ja, genau.
00:11:58: Und wie du sagst, da schießen einem ja wirklich so im Sekundentakt irgendwie neue Gedanken durch den Kopf.
00:12:04: Was hier geschehen ist, wie ein plötzlicher Ausbruch von Gewalt, wie ein Ereignis ohne jede Vorwarnung.
00:12:09: Und doch fällt es in eine Zeit, in der genau solche Taten bereits vertraut erscheinen.
00:12:14: Anfang neunzehnthundertsiebzig leben die Vereinigten Staaten in einem Zustand lathenter Angst.
00:12:19: Der Vietnamkrieg spaltet das Land, Proteste bestimmen die Straßen und die Gegenkultur ist für viele längst nicht mehr Ausdruck von Freiheit, sondern Projektionsfläche für Betrogen.
00:12:29: Nur wenige Monate zuvor, da haben wir gerade drüber gesprochen, haben die Morde der sogenannten Menschenfamilie diese Angst in konkrete Bilder übersetzt.
00:12:37: Junge Menschen, Drogen, irrationale Parolen, scheinbar sinnlose Brutalität.
00:12:42: Besonders tief brennt sich der Mord an Sharon Tate ins kollektive Gedächtnis ein.
00:12:46: einer hochschwangeren Frau, deren Tod zum Symbol für die Grausamkeit und Maßlosigkeit dieser Taten wird.
00:12:53: Du hast ja eben auch gesagt, dass Kulett auch schwanger ist.
00:12:57: Also das ist ja da nochmal so eine Parallele, die sich da irgendwie findet.
00:13:01: Also es gibt sehr viele Parallelen, also zum einen haben wir auch drüber gesprochen, dass beide Morden der Menschenfamilie auch Worte mit Blut an Wände und Türen geschrieben wurde.
00:13:10: Und da ging es ja auch um Begriffe wie Dev to Pigs, Helter Skelter.
00:13:14: Und das hat sich bei den Menschen sehr stark eingebrannt.
00:13:17: Und auch im Hause der McDonalds wird am Kopf Ende des Bettes mit Blut das Wort Pigs geschrieben.
00:13:23: Also es gibt sehr viele Parallelen.
00:13:24: Dann der Fakt, dass eines der Opfer auch hier eine schwangere Frau ist und auch bei Sharon Tate war es vier Personen, die in das Haus eingetrunken sind.
00:13:33: Und hier sind es ja auch vier Personen.
00:13:35: Und auch Drogen haben da ja eine große Rolle gespielt.
00:13:38: Und sie hat ja auch immer wieder irgendwas mit LSD geschrieben.
00:13:41: LSD ist Groovy oder so was.
00:13:44: Und für viele entsteht somit der Eindruck, dass sie wiederhole sich etwas.
00:13:48: Das habe dieselbe Art von Gewalt erneut zugeschlagen.
00:13:51: Sinnlos, brutal und scheinbar aus dem Nichts.
00:13:53: Die Nachricht von der brutalen Attacke verbreitet sich in den Stunden danach wie ein Lauffeuer.
00:13:58: Besonders auf der Militärbasis wird sie vom Mund zum Mund weitergegeben, verdichtet sich zu Gerüchten, zu Fragen und vor allem zu Angst.
00:14:06: Kaum jemand spricht mehr über etwas anderes.
00:14:09: Fortbreak ist zu diesem Zeitpunkt die größte Militärbasis der Vereinigten Staaten.
00:14:13: Rund fünfzigtausend Menschen leben hier.
00:14:15: Soldaten, ihre Familien, Zivile Angestellte.
00:14:18: Es ist eine eigene Stadt mit Wohnhäusern, Schulen und Geschäften.
00:14:22: Und ich weiß nicht, ob es euch auch so geht.
00:14:23: Aber wenn ich jetzt über so eine Militärbasis nachdenke, würde ich schon behaupten, dass sich das relativ sicher anfühlt.
00:14:32: Ja, man hat ja wirklich das Gefühl, hier sind
00:14:35: Menschen.
00:14:36: die für Sicherheit
00:14:36: sorgen können, die das beruflich machen.
00:14:39: Wahrscheinlich ist es auch ein abgezeugter Bereich.
00:14:41: Irgendwie negated community stelle ich mir davor.
00:14:44: Würde man meinen, aber die Basis ist ein sogenannte open post.
00:14:48: Das heißt, es gibt keine strikte Zugangskontrolle, keine geschlossenen Tore.
00:14:52: Also da kann sich wirklich jeder frei auf dem Gelände bewegen, der es eben möchte.
00:14:56: Also man hat keine richtige Kontrolle darüber, wer sich auf dem Gelände aufhält.
00:15:01: Verstehe.
00:15:03: Diese Offenheit sorgt seit Jahren für Spannungen und für Probleme, die weit über militärische Fragen hinausgehen.
00:15:08: In der Region rund um Fort Bragg hat sich das Drogenproblem massiv verschärft, denn mit den Soldaten kennen nicht nur Kriegserfahrungen aus Vietnam zurück, sondern auch Drogen, die dort allgegenwärtig sind.
00:15:19: Heroin zuvor kaum präsent taucht nun immer häufiger auf.
00:15:23: Und der Sheriff des Counties wird später sagen, dass es in den sechs Monaten vor den Morden an den McDonalds, mehr Verhaftungen im Zusammenhang mit Heroin gegeben habe, als in den fünfzehn Jahren davor, und das beschreibt ja, wie groß dieses Problem in der Gegend geworden ist.
00:15:38: Es dauert jetzt aber nicht lange, bis den Ermittlern erste Hinweise vorliegen.
00:15:42: Zeugen berichten von einer Frau mit langen blonden Haaren, weitem Hut und hohen Stiefeln, die in jener Nacht in der Nähe des Tatortes gesehen worden sein sollen.
00:15:51: Mehrere Aussagen legen nah, dass sie sich kurz vor vier Uhr morgens im Umfeld des Hauses am Castle Drive aufgehalten hat.
00:15:58: Und bald darauf verdichten sich die Hinweise zu einer konkreten Person.
00:16:02: Die Beschreibungen führen die Ermittler zu Helena Stokli, einer jungen Frau aus Fayetteville, die der Polizei bereits bekannt ist.
00:16:09: Stokli lebt seit Jahren mit einer schweren Drogenabhängigkeit und arbeitet zugleich.
00:16:13: Das fand ich auch irgendwie eine wilde Kombination als vertrauliche Informantin für die Polizei von Fayetteville.
00:16:20: Und dort gilt sie auch als sehr zuverlässige Quelle und ist daher den Beamten auf jeden Fall auch persönlich bekannt.
00:16:27: Sie hat von Natur aus dunkle Haare, aber sie ist dafür bekannt, dass sie häufig eine blonde Perücke trägt und auch Rüte gehören zu ihrem typischen Erscheinungsbild.
00:16:35: Also das passt ja wirklich genau zu der Beschreibung von der Frau, die die Zeugen abgegeben haben.
00:16:40: Und auch ihr damaliger Partner Greg Mitchell ist im Polizeikreisen kein Unbekannter.
00:16:45: Er ist ebenfalls drogenabhängig und bewegt sich daher im selben Umfeld wie Stoke Clean.
00:16:49: Für die Ermittler ist das ein überraschender, aber greifbarer Ansatzpunkt.
00:16:53: Die Frau, die in den Aussagen der Zeugen auftaucht, ist keine Unbekannte aus dem Nichts, sondern jemand, den man kennt.
00:16:59: Jemand, der bislang in einem ganz anderen Zusammenhang wahrgenommen wurde und der nun plötzlich in Verbindung mit einem brutalen Verbrechen steht.
00:17:07: Parallel zu den Ermittlungen beginnt eine zweite Dynamik, die in den Medien die Tat wird.
00:17:12: zur Schlagzeile und Eine von diesen Schlagzeilen hat uns Sarah mitgebracht, weil heute haben wir nämlich nicht nur ein Special Guest, sondern Sarah und ich erzählen den Fall heute auch gemeinsam.
00:17:23: Ganz genau.
00:17:24: Eine dieser Schlagzeilen titelt, Ehefrau und Kinder eines Offiziers in Fort Bragg ermordet, aufgefunden.
00:17:31: Und was fällt euch an dieser Schlagzeile denn auf?
00:17:35: Also du weißt es ja eigentlich schon, fällt dir an dieser Schlagzeile was auf, Lucia?
00:17:39: Sag noch mal.
00:17:40: Ehefrau und Kinder eines Offiziers in Fort Bragg ermordet aufgefunden.
00:17:45: Da musst du mir helfen.
00:17:47: Es wird ja getitelt, dass Ehefrau und Kindertod aufgefunden wurden.
00:17:52: Und
00:17:52: das haben wir bisher vorenthalten.
00:17:54: Denn der Vater Jeffrey, der überlebt die Tat tatsächlich.
00:17:59: Krass.
00:18:00: Und um zu verstehen, wie genau das passieren konnte, springen wir an dieser Stelle noch einmal zurück in die Tat nach.
00:18:07: Okay.
00:18:12: Um drei Uhr vierzig geht bei der Militärpolizei in Fayetteville ein Anruf ein.
00:18:16: Die Stimme am anderen Ende der Leitung ist schwach, kaum mehr als ein Flüstern.
00:18:21: Ein Mann bittet um Hilfe.
00:18:23: Er sagt, dass die Polizei und ein Krankenwagen zum Five Four Four Castle Drive geschickt werden sollen.
00:18:29: Die Operatoren reagiert routiniert.
00:18:31: Sie stellt eine entscheidende Rückfrage.
00:18:36: Sie will also wissen, ob sich die Adresse innerhalb des Militärstützpunkts befindet oder außerhalb.
00:18:42: Eine Information, die darüber entscheidet, welche Einsatzkräfte zuständig sind.
00:18:47: Doch auf die Frage folgt keine Antwort.
00:18:51: Am anderen Ende der Leitung bleibt es still.
00:18:54: Um drei Uhr vielen vierzig, vier Minuten später leitet die Operatoren den Anruf an einen zuständigen Surgeon weiter.
00:19:01: Nun ist die Stimme wieder zu hören.
00:19:03: Bruchstückhaft kaum kontrolliert.
00:19:06: Five-Four-Four-Castle-Trive.
00:19:08: Hilfe.
00:19:09: Messerstecherei.
00:19:11: Dringt durch den Hörer.
00:19:12: Dann fällt dem Anrufer offenbar der Hörer aus der Hand.
00:19:15: Der Surgeon hört ein dumpfes Geräusch, als würde ein Körper zu Boden sinken.
00:19:19: Und fast dreißig Sekunden lang bleibt die Leitung offen.
00:19:23: Ohne ein Wort, ohne Bewegungen.
00:19:25: Dann meldet sich die Stimme erneut.
00:19:27: Leiser, aber eindringlich.
00:19:30: Five-Four-Four-Castle-Street.
00:19:32: Beeilen sie sich.
00:19:34: Innerhalb von zehn Minuten führt sich die Straße mit Einsatzfahrzeugen, Militärpolizei, Sanitäter, Siren.
00:19:40: Blaue und rote Lichter schneiden durch die dunkle Nacht und werfen flackende Schatten auf die Häuserfassaden.
00:19:46: Die Ruhe des Castle Drive ist endgültig verspunden.
00:19:51: Die Einsatzkräfte erreichen das Haus mit der Nummer fünf vier vier.
00:19:55: Die Hauptschirr ist verschlossen, kein Zeichen von Bewegung dahinter ist sichtbar.
00:20:00: Doch bei einer schnellen Umrundung des Gebäudes stellen sie fest, dass die Tür auf der Rückseite offen steht.
00:20:06: Noch wissen sie nicht, was sie im Inneren erwartet.
00:20:10: Noch haben sie keine Vorstellung von dem Ausmaß dessen, was sich hinter diesen Wänden abgespielt hat.
00:20:16: Doch eines ist klar, die Brutalität der Realität sollte ihre schlimmsten Vorstellungen weitaus übersteigen.
00:20:23: Im Hauptschlafzimmer der Wohnung stoßen die Einsatzkräfte auf Collette McDonald.
00:20:28: Sie liegt am Boden neben dem Bett, Auf dem Rücken.
00:20:31: Ihre Beine sind ausgestreckt, ein Auge ist leicht geöffnet.
00:20:35: Ihre Brust ist im Plöst, einer ihrer Arme liegt über ihrem Kopf.
00:20:40: Auf ihrer Brust liegt ein blaues Pythameroberteil, auf ihrem Bauch eine weiße Hiltonhotel Badematte.
00:20:47: Ihr Schlafanzug, ein Stroßer, ist blutgetränkt.
00:20:51: Die Blutlage, die sich noch immer auf dem Teppich unter ihr ausbreitet, wird immer größer.
00:20:56: Bereits beim ersten Hinsehen wird befürchtet, was später bittere Gewissheit wird.
00:21:01: Für sie kommt jede Hilfe zu spät.
00:21:04: Direkt neben ihr liegt der Ehemann Jeffrey.
00:21:06: Er trägt eine blaue Pijama-Hose, passend zu dem Oberteil, welches seine Frau bedeckt.
00:21:12: Sein Kopf ruht auf Colette's Brust, sein Arm hat er unter ihre Nacken geschoben.
00:21:17: Ein kleines Schelmesser liegt nur unweit des Paares auf dem Boden und in der Nähe der Tür liegen einige zusammengeknüllte Bettbezüge, Alles wiegt also sehr chaotisch.
00:21:28: Besonders verstörend, am Kopfteil des Bettes, das hat Laura vorhin ja schon erzählt, wurde mit Blut geschrieben, Pick, also Schwein.
00:21:37: Während die Polizisten den Tatort-Scan bewegt sich Jeffrey plötzlich.
00:21:42: In einem leisen, sehr angestrengten Ton bringt er noch ein verzweifeltes, schaut nach meinen Kindern, ich habe sie weinend gehört, hervor.
00:21:51: Die Einsatzkräfte stürmen los in die Kinderzimmer.
00:21:54: Kimberly und Kristen liegen in ihrem bereits blutgetränkten Kinderbettchen.
00:21:58: Sie sind tot, alle beide.
00:22:01: Ein Anblick, der selbst erfahrene Ermittler an die Grenzen des Erträglichen bringt.
00:22:06: Vom Bett aus in Richtung Tür führend, entdecken die Ermittler einen blutigen Fußabdruck.
00:22:11: Er stammt offenbar von den nacken Füßen eines Erwachsenen, etwa vom Täter.
00:22:16: Währenddessen versucht Jeffrey, im Schlafzimmer mit aller Kraft mit den Einsatzkräften zu kommunizieren.
00:22:22: Vier von ihnen, sagt er.
00:22:24: Sie sagten immer wieder, LSD ist großartig, tötet die Schweine.
00:22:28: Es ist unüberhörbar, dass er kaum Luft bekommt.
00:22:31: Zudem zittert er am ganzen Körper.
00:22:34: Jeffrey befindet sich scheinbar in einem Schockzustand.
00:22:37: Wenn der Körper einen Schock erleidet, gerät er in einen akuten Ausnahmezustand.
00:22:42: Der Kreislauf bricht zusammen, der Blutdruck fällt und lebenswichtige Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
00:22:49: Um zu überleben, schaltet der Körper auf ein Notmodus.
00:22:53: Blut wird aus Haut, Muskeln und dem Verdauungssystem abgezogen und auf Herz und Hirn konzentriert.
00:22:58: Nach außen wiegt eine betroffene Person deswegen oft plass, kalt und feucht.
00:23:03: Der Puls ist schnell, aber schwach, die Atmung flach.
00:23:07: Gedanken werden oft unklar, die Stimme leise, Bewegungen kraftlos.
00:23:11: Nicht selten erscheinen Menschen in diesem Zustand zunächst ruhig oder fast gefasst, bevor der Körper plötzlich nachgibt.
00:23:18: Hält der Schock an oder wird er nicht sofort behandelt, beginnen Organe zu versagen, ein lebensbedrohlicher Zustand, der innerhalb kurzer Zeit tödlich enden kann.
00:23:28: Und genau das scheint nun zu passieren.
00:23:30: Plötzlich lässt Jeffries Körperspannung nach.
00:23:33: Seine Muskeln erschlaffen, die Augen fallen zu und vor einem Moment reagiert er nicht mehr.
00:23:38: Die Einsatzkräfte erkennen sofort, dass sein Zustand kippt.
00:23:43: Jetzt ist jede Sekunde entscheidend.
00:23:46: Ohne zu zögern beginnen sie mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung, um seine Atmung aufrechtzuerhalten.
00:23:52: Glücklicherweise zeigt sich bereits nach wenigen Atemzügen eine Reaktion.
00:23:56: Jeffrey reagiert, er kommt wieder zu sich, atmet erneut selbstständig und öffnet die Augen.
00:24:02: Schwer verletzt, aber noch immer am Leben.
00:24:05: Doch mit der wiedergewonnen Energie bricht der Schockzustand die Kontrolle.
00:24:09: Jeffrey beginnt laut heiss zu schreien, ruft verzweifelt nach seinen Kindern, verlangt sie sehen zu dürfen.
00:24:15: Immer wieder versucht er, den Blick von den Einsatzkräften abzuwenden und sich aufzurichten, um selbst nach seinen Kindern zu schauen.
00:24:22: Doch in seinem Zustand lassen sie das nicht zu.
00:24:25: Sie halten ihn zurück, schützen ihn, aber vor dem, was er noch nicht begreifen kann, vor dem Bildern in den Kinderzimmern, die sich unwiderruflich in sein Gedächtnis einbrennen würden.
00:24:40: Beni später wird Jeffrey auf eine Trage geschnallt, ein Krankenwagen bringt ihn vom Castle Drive weg, hinein in die Nacht auf dem Weg ins Krankenhaus.
00:24:49: Zurück bleibt das Haus und das, was sich im Inneren abgespielt hat.
00:24:55: Noch im Krankenwagen beginnt Jeffrey mit den Sanitätern zu sprechen.
00:24:58: Mit brüchiger Stimme erklärt er, dass sein Körper kurz davor sei, in einen Schockzustand zu geraten.
00:25:05: Schildert ihn beeindruckend genau, was er jetzt braucht.
00:25:09: Und an der Stelle auch noch mal die Erinnerung, er ist ja auch Militärarzt.
00:25:13: Also er weiß schon ganz genau, was da gerade bei ihm geschieht.
00:25:17: Seine Worte klingen sachlich, fast rotiniert.
00:25:20: Es würde er sich an medizinisches Wissen klammern, um die Kontrolle behalten zu können.
00:25:25: Und Jeff Ray möchte auch los werden, was geschah.
00:25:27: Bevor er von dem Angriff an sich spricht, beginnt er den frühen Arm zu rekonstruieren.
00:25:33: Er beschreibt einen unauffälligen Nachmittag, erzählt nichts, was aus dem Rahmen fällt.
00:25:37: Dann springt er über zum frühen Abend.
00:25:40: Gegen neunzehn Uhr bringt er seine Jüngste-Tochter Kristen ins Bett.
00:25:44: Danach legt er sich ins Wohnzimmer und schläft kurz ein.
00:25:47: Etwa eine Stunde später, gegen zwanzig Uhr, wird er von seiner großen Kimballee geweckt.
00:25:53: Sie möchte unbedingt ihre Lieblingsserie im Fernsehen schauen, zusammen mit ihrem Papa, Jeffrey Willigt, ein.
00:26:00: Er pält sich hoch, setzt sich mit ihr vor dem Fernseher und gemeinsam schauen sie eine Folge.
00:26:05: Um einundzwanzig Uhr wird der Fernseher ausgeschaltet und auch Kimberley ins Bettchen gebracht.
00:26:11: Colette, Jeffries Ehefrau, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Hause.
00:26:16: Sie erreicht das Haus der Familie etwa vierzig Minuten später.
00:26:19: Auf dem Heimweg hatte sie noch eine Freundin nach Hause gebracht und ein Liter Milch für den nächsten Morgen besorgt und wissen, dass sie diesen nicht mehr erleben würde.
00:26:28: Der Fernseher wird erneut eingeschaltet, Jeffrey und Colette kuscheln sich auf die Couch, um den Abend gemütlich ausklingt zu lassen.
00:26:35: Gegen drei Uhr macht auch Colette sich auf den Weg ins Bett.
00:26:39: Jeffrey ist aber noch nicht müde und so verbleibt er im Wohnzimmer, schaut noch ein Weichchen weiter fern und beginnt später noch zu lesen.
00:26:46: Irgendwann in der Nacht hört der Christen Wein.
00:26:49: Er steht auf, bringt ihr eine warme Schokoladenmilch, die sie so liebt und beruhigt sie.
00:26:55: Dann macht er sich wieder an seinen Buch.
00:26:57: Um zwei Uhr schlägt er dieses zu, räumt die Küche auf und macht sich schließlich selbst auf dem Weg ins Schlafzimmer, um sich an seine Frau zu schmiegen.
00:27:05: Dort angekommen sieht er, dass seine Frau und die Jungs zur Tochter gemeinsam im Bett liegen.
00:27:10: Er bemerkt außerdem, dass die Kleine mal wieder ins Bett gemacht hat, auf seine Seite.
00:27:15: Jeffrey trägt Kristen deswegen zurück in ihr eigenes Bettchen und um Colette nicht zu wecken, entscheidet er sich anschließend auf der Couch im Wohnzimmer zu schlafen.
00:27:25: Doch mitten in der Nacht wird er unsam aus dem Schlaf gerissen.
00:27:29: Er kann keine genaue Uhrzeit nennen, nur den Moment beschreiben.
00:27:33: Schreie rissen ihn aus dem Schlaf, erst die seiner Kinder, dann die seiner Frau.
00:27:39: Dann versetzt er sich in diesem Moment zurück.
00:27:42: So schmerzhaft es auch ist.
00:27:44: Bevor er zu ihm gelangen konnte, schildert er, wurde ihm selbst ein Baseball-Schläge über den Hinterkopf gezogen.
00:27:50: Jeffrey bricht zusammen, doch ergibt nicht auf, erwährt sich mit aller Kraft, versucht sich gegen die Fremden in seinem Haus zu verteidigen, sich und seine Familie.
00:28:00: Doch die Angreifer machen ihm einen Strich durch die Rechnung.
00:28:03: Jeffrey spürt einen stechenden Schmerz in seiner Brust, dann wird alles um ihn herum schwarz.
00:28:10: Als er das erste Mal wieder zu sich kommt, liegt er im Haus floh, sein Blick in Richtung des gemeinsamen Schlafzimmers gerichtet.
00:28:17: Um ihn herum ist es vollkommen still.
00:28:20: zu
00:28:21: still.
00:28:22: In diesem Moment erhaschte ein Blick auf seine Frau.
00:28:25: Colette liegt ebenfalls am Boden, noch immer ein Messer in der Brust steckend.
00:28:30: Er kriegt zu ihr, möchte ihr helfen, doch als er sie berührt und ihre Vitalwerte checkt, bemerkt er, dass sie nicht mehr atmet.
00:28:39: Instinktiv zieht ihr das Messer aus dem Körper, dann eilt er zum Zimmer seiner ältesten Tochter, auch sie ist schwer verletzt, liegt in einem mit Blut voll gesickerten Bettchen.
00:28:50: Jeffrey versucht sie wiederzubeleben, sie zurückzuholen, doch er scheitert.
00:28:55: Daraufhin roppt er in das letzte Zimmer, das seiner Jüngsten, Christen.
00:29:00: Doch auch diese findet er leblos vor.
00:29:03: Während er diese qualvollen Minuten im Krankenwagen schildert, trifft ihn ein Gedanke mit voller Wucht.
00:29:08: Und lässt alles andere vor einem Moment verblassen.
00:29:11: Collette war schwanger.
00:29:13: Im Krankenhaus angekommen kümmert man sich sofort um seine Verletzungen an der Brust, aus der er noch immer Blutzig hat.
00:29:20: Während das geschieht, fragt Jeffrey immer wieder nach seiner Familie, verliert wir Worte über die vier Täterinnen und die gespenstischen Vorkommnisse, die diese begleiteten.
00:29:30: Insgesamt werden bei Jeffrey noch drei weitere Verletzungen festgestellt und versorgt, eine Prellung auf der linken Seite seiner Stirn sowie zwei oberflächliche Wunden, eine im Bauch und eine weitere am oberen linken Arm.
00:29:43: Die Stichverletzung in seiner Brust führt zu einem parziellen Lungenkolaps, einer teilweise kollabierten Lunge, die seine Atmung erheblich beeinträchtigt und seine Panik noch greifbarer macht.
00:29:54: Im Krankenhaus machen sich die Ärzte und Ärztinnen aber nicht nur Sorgen um Jeffries körperlichen Zustand, sondern zunehmend auch um sein Emotionalen.
00:30:02: Er schwang zwischen Wut und Verzweiflung, seine Stimme wird laut, erschreit, wiegt unruhig, beinahe aggressiv.
00:30:10: Die Anspannung entleht sich unkontrolliert, als würde der Körper nicht nur gegen Verletzungen, sondern auch gegen das Kämpfen, was geschehen ist.
00:30:18: Immer wieder stellt er dieselben Fragen.
00:30:20: Was ist mit meinen Kindern und was ist mit meiner Frau?
00:30:25: Einer der Ärzte versucht ihn zu beruhigen, sagt ausweichen, dass sie in Ordnung sein werden.
00:30:30: Weniger als Antwort, mehr als versucht die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen.
00:30:35: Doch Jeffrey lässt nicht locker.
00:30:37: Die Worte bleiben nicht stehen.
00:30:39: Er schaut den Arzt an und sagt, was soll das heißen?
00:30:42: Sie werden okay sein.
00:30:43: Sie sind tot, oder?
00:30:45: Und das finde ich auch so krass, dass der Arzt halt sagt, sie werden okay sein.
00:30:50: Also, es ist natürlich wahrscheinlich nicht die richtige Zeitpunkt, ihm zu sagen, dass sie tot sind.
00:30:55: Aber ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, ihm kurz in dem Glauben zu lassen, dass sie in Ordnung
00:31:00: sind.
00:31:01: Ja, also ... Er sagt das ja schon so, na ja, die werden schon in Ordnung sein, nicht so als ganz feste faktische Aussage.
00:31:09: Und ich verstehe schon auch, dass er das macht, um Jeffrey eben so ein bisschen zu beruhigen, weil er hat dir selbst gesagt, er steht kurz davor, in ein Schockzustand zu verfallen.
00:31:19: Und er war ja wirklich auch kurz davor, komplett durchzudrehen, was man auch einfach total nachvollziehen kann.
00:31:25: Und ich glaube schon, dass dem Arzt da nicht so viele andere Möglichkeiten geblieben werden.
00:31:29: Weil sonst war das wahrscheinlich in einer ganz schlimmen Panik-Attacke geendet.
00:31:32: Ja, ja, wahrscheinlich schon.
00:31:34: Und das während er ja gerade um sein Leben kämpft.
00:31:36: Eben.
00:31:36: Also das habe ich mir auch versucht vorzustellen.
00:31:39: Eigentlich braucht dieser Mann jetzt absolute Ruhe und muss gucken, dass er das alles selber übersteht.
00:31:45: Ja.
00:31:46: Und dazu dann diese emotionalen Ausbrüche und diese Fragen.
00:31:50: Ja.
00:31:51: Absolute Ausnahmesituationen.
00:31:52: Ja,
00:31:52: total.
00:31:53: Allein
00:31:53: auch die Vorstellung, dass er seine Kinder ... halt so gesehen hat in den eigenen Bettchen.
00:31:58: Das finde ich ganz geschrecklicher.
00:31:59: Ich finde ja immer, wenn Kinder mit im Spiel sind, wenn Leute bereit sind, Kindern so was Krausames anzutun, das ist für mich einfach unbegreiflich.
00:32:08: Ja,
00:32:08: vor allem, wenn man überlegt, also die Älteste war ja fünf, die Jüngere war zwei Jahre alt.
00:32:16: Wenn du dir überlegst, wie klein so ein zwei Jahre altes Mädchen ist oder auch ein fünf Jahre altes Mädchen, dass man da wirklich mit Rohr, Gewalt agieren kann.
00:32:27: Das ist unbegreiflich.
00:32:28: Das kann man einfach gar nicht nachvollziehen.
00:32:31: Mit allem, was gesagt wird, setzen sich nach und nach einzelne Puzzlestücke aus jener Nacht zu einem furchtbaren Bild zusammen.
00:32:39: Erinnerungen tauchen bruchstückhaft auf, nicht geordnet, sondern stoßweise.
00:32:44: Geräusche, Bewegungen, kurze Momente von Schmerz und Orientierungslosigkeit.
00:32:49: Jeffrey erinnert sich daran, dass auf ihn eingestochen wurde, nicht mit einem Messer, sondern mit einem Eispicker.
00:32:56: Mit jeder neuen Erinnerung wächst die schwere Dessen, was er begreift.
00:33:00: Die Nacht kehrt nicht als zusammenhängende Geschichte zurück, sondern als einzelne Fragmente, die sich langsam und unauffaltsam zusammensetzen.
00:33:08: Und mit jedem dieser Fragmente wird deutlicher, wie nah auch er dem Tod gewesen ist.
00:33:14: Währenddessen werden am Tatort alle möglichen Spuren gesichert.
00:33:18: Die Ermittler arbeiten sich Raum vor Raum vor, dokumentieren jedes Detail, so klein es auch sein mag.
00:33:24: An Kolletzverletzungen stoßen sie dabei auf etwas Auffälliges.
00:33:28: Blaue Fäden, klein, aber mit dem bloßen Auge erkennbar, die sich in den Wunden befinden.
00:33:35: Insgesamt können Eighty dieser Fäden am Tatort sichergestellt werden, hinzukommen mehrere kleine Stücke Latexgummi, die keinem Kleidungsstück der Familie zugeordnet werden können.
00:33:45: Im Hauptschlafzimmer untersuchen die Ermittler auch das zusammengeknüllte Bettzeug genauer.
00:33:50: Dabei machen sie einen weiteren Pfund.
00:33:52: Den Finger eines Latex-Handschuß und dieser liegt verborgen zwischen den Stoffen unscheinbar auf den ersten Blick, aber von großer Bedeutung auf den zweiten.
00:34:02: Für die Ermittler ergibt sich daraus ein möglicher Zusammenhang.
00:34:06: Scheint nämlich so, es hätten die Täter ein Handschuh getragen, um das Wort Pick mit dem Blut auf das Kopfteil des Betters zu schreiben.
00:34:13: Ein Detail, das sich erneut in das Bild einfügt, das sich an diesem Tatort langsam abzeichnet.
00:34:20: Doch der Tatort allein kann nicht beantworten, wie diese Nacht genau verlaufen ist.
00:34:25: Um das Geschehene zu rekonstruieren, richten die Ermittler ihren Blick nun auf die Körper der Opfer selbst.
00:34:31: Auf das, was sich nicht erzählen lässt, sondern untersucht werden muss.
00:34:35: Erst die Ergebnisse der Autopsie zeigen das tatsächliche Ausmaß der Gewalt, mit der die Familie McDonald angegriffen wurde.
00:34:43: Colette McDonald weist insgesamt neun Stichverletzungen im Nackenbereich und sieben weitere im Brustbereich auf, die von einem scharfen Messer stammen.
00:34:51: Darüber hinaus werden einundzwanzig weitere Stichverletzungen in der Brust festgestellt, die durch ein Eispickel verursacht wurden.
00:34:58: Zusätzlich zeigen sich sechs schwere Schläge gegen den Kopf, die mit einem stumpfen Gegenstand ausgeführt worden sein müssen.
00:35:05: Beide Arme sind gebrochen, Verletzungen, die nach Einschätzung des Gerichtsmediziners typisch vor Abwehrbegegnungen sind.
00:35:13: In ihrer Hand findet sich außerdem ein langes blondes Haar.
00:35:17: Unter ihren Fingernegeln werden zudem menschliche Hautpartikel sichergestellt, Spuren, die darauf hindeuten, dass es zu einem körperlichen Kampf gekommen sein musste.
00:35:26: Nachdem sich die Gerichtsmediziner auch Kimberleys geschundenen Körper ansehen, stellen sie fest, dass ihr zweimal auf den Kopf geschlagen wurde.
00:35:34: Nachdem sie dadurch vermutlich das Bewusstsein verloren hatte, wurde weiter auf sie eingestochen.
00:35:40: Insgesamt acht, neun oder zehn Mal.
00:35:43: Die Verletzungen lassen darauf schließen, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wehren konnte.
00:35:49: Am Körper der zweijährigen Christen werden dreiunddreißig einzelne Verletzungen dokumentiert.
00:35:55: An ihren kleinen Händchen, und das fand ich besonders schlimm, finden sich Abwehrverletzungen.
00:36:01: Ein Hinweis darauf, dass sie versucht hat, sich gegen den Angriff zu schützen.
00:36:05: Doch vergebens.
00:36:06: Ein Befund, eine Gewissheit, der die Brutalität und Herzlosigkeit dieser Nacht noch schwerer begreifbar macht.
00:36:14: Während diese Ergebnisse zusammengetragen werden, richtet sich der Blick der Ermittler auch auf den einzigen Überlebenden.
00:36:21: Vor Jeffreys Krankenzimmer wird ein Officer postiert, der rund um die Uhr wacher hält, denn die Sorge ist groß, dass die Täter ändern zurückkehren könnten, um ihre Tat zu vollenden und um, womöglich, den einzigen Augenzeugen aus dem Weg zu schaffen.
00:36:36: Am sechsohnzwanzigsten Februar kann Jeffrey das Krankenhaus verlassen, drei Tage nachdem seine Frau und seine Kinder auf Long Island beigesetzt worden sind.
00:36:45: In dieser Zeit hat sich der Fokus der Ermittlungen aber bereits verschoben.
00:36:50: Die Spur um Helena Stokli tritt zunehmend in den Hintergrund, siegelt mittlerweile nicht mehr als Hauptverdächtige.
00:36:57: Stattdessen richtet sich der Blick der Ermittler nun auf eine andere Person.
00:37:01: Auf Jeffrey McDonald selbst.
00:37:04: Doch bevor wir darauf eingehen, warum sich dieser Verdacht formt, lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen.
00:37:12: Laura, magst du uns einmal erzählen, wer dieser Mann ist, über den wir hier die ganze Zeit sprechen?
00:37:17: Ja, gerne.
00:37:19: Boah, echt, ich muss kurz verarbeiten.
00:37:23: Das ist, also damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
00:37:27: Also ich will euch gar nicht unterbrechen.
00:37:28: Ich muss unbedingt erfahren, was da passiert ist.
00:37:30: Aber das, ich habe gerade, mein Herz hat gerade ausgesetzt gut.
00:37:34: Weil man so mit diesem Mann ja kämpft und sich versucht vorzustellen, was für eine emotionalen Lage der da ist.
00:37:41: Und er ist ja auch selber schwer verletzt.
00:37:44: Ja.
00:37:46: Sprich weiter, wirklich.
00:37:49: Laura hat nämlich den Fall für die heutige Folge recherchiert.
00:37:52: Und ich habe quasi nur das Skip bekommen.
00:37:54: Und während ich das so durchgelesen habe, war ich auch so, wait.
00:37:57: Wie kann das sein, dass der Vordacht jetzt in diese Richtung geht?
00:38:00: Also ich habe da auch gar nicht mit gerechnet.
00:38:02: So wie setzt sich das zusammen?
00:38:05: Ich bin schucket.
00:38:06: Ja, Laura, erzähl mal,
00:38:08: erzähl.
00:38:08: Jeffrey McDonald wird am zwölften Oktober, in New York geboren und wächst auf Long Island auf.
00:38:14: Und Sarah, du bist ja unsere Sternzeichen-Expertin.
00:38:17: Wenn er am zwölften Oktober geboren wurde, weißt du, welchem Sternzeichen er demnach zuzuordnen ist.
00:38:22: Das weiß ich.
00:38:23: Also, ich finde auch Sternzeichen-Expertinnen bringen schon ein bisschen Pressure.
00:38:29: Das würde ich jetzt nicht so sagen, aber er ist Vage.
00:38:31: Ja.
00:38:32: Ja.
00:38:32: Das wusste ich.
00:38:33: So wie ich.
00:38:34: Ja, so wie du und so wie meine andere beste Freundin und ein paar Frauen in meinem Umfeld.
00:38:40: Was ist dein Sternzeichen?
00:38:41: Bin
00:38:41: Widda.
00:38:42: Mit Widdan habe ich noch nie irgendwie ... zu tun gehabt.
00:38:45: Ich bin
00:38:46: auch kein richtiger Widder irgendwie, weil Widdern wird ja zugesprochen, dass sie gerne Konflikte mögen, dass sie so ein bisschen mit dem Kopf durch die Wand und so impulsive Entscheidungen.
00:38:57: Da sehe ich mich schon, aber mein Ascendent ist Krebs und ich glaube, das passt ein bisschen besser.
00:39:05: Die emotionale, ein bisschen ruhiger auch.
00:39:07: Ein bisschen ruhiger, ja, genau.
00:39:09: Okay, verstehe.
00:39:10: Ja, so Waage ist eigentlich ein Sternzeichen, das ich immer ganz gern mag.
00:39:14: Aber wie gesagt, ich kenne auch nur weibliche Wagen.
00:39:17: Ja.
00:39:18: Über männliche kann ich gar nicht so viel erzählen.
00:39:21: Bei
00:39:21: meinem erster Gedanke war, dass ich seine Beschreibung nicht so zutreffend zu einer Waage finde.
00:39:26: Also er gilt als auffällig, sehr energiegeladen und beliebt.
00:39:31: Ja, so.
00:39:32: ruhig und manchmal so in sich gekehrt und einfach sehr unscheinbar oft auch.
00:39:36: Sehr ausgeglichen.
00:39:38: Ja, einfach so ein bisschen ruhiger.
00:39:39: Schon auch ein bisschen extra, aber nicht so laut einfach.
00:39:42: Ja,
00:39:42: genau, genau.
00:39:44: Ja, er klingt jetzt auf den ersten Blick wie so ein Löwe.
00:39:47: Wie ein Löwe?
00:39:48: Ja, finde ich schon.
00:39:49: Ich
00:39:49: liebe unsere Sternzeichen ein, schiebe hier immer sehr.
00:39:51: Ja, ich finde so was auch super.
00:39:53: Er klärt auch so viel.
00:39:54: Es ist so Skorpion und so.
00:39:56: Ja, ja.
00:39:57: Also
00:39:58: Skorpionspilling.
00:40:01: Okay.
00:40:02: Bei mir ist ja krass, ich bin ja eine Vollwaage.
00:40:06: Also mein Assender ist auch Waage.
00:40:08: Und da gibt es auch noch dieses Dritte, ist bei mir auch Waage.
00:40:10: Also ich bin Waage, Waage, Waage.
00:40:13: Ich bin wieder wieder Krebs.
00:40:14: Ach krass,
00:40:15: eine komische Mischung.
00:40:16: Was bist du?
00:40:17: Ja, total.
00:40:18: Also ich bin vom Sternzeichen Fische und ich fühl mich schon auch als typischer Fisch.
00:40:25: Also typischer Fisch einfach.
00:40:26: Fast auch
00:40:26: zum Nachnamen.
00:40:27: Ja, ja.
00:40:28: Mein Nachnamen auch noch Fischer, also wirklich komplett.
00:40:31: Aber also schon sehr dreamy und verträumt, sehr kreativ und so bisschen flowy, das auf jeden Fall.
00:40:38: Mein Ascendent ist tatsächlich Steinbock.
00:40:43: Okay.
00:40:43: Hast du was Rationales?
00:40:45: Na, wenig.
00:40:46: Also so ein bisschen ab und zu mal hole ich mich schon wieder so auf dem Boden der Tatsachen zurück.
00:40:50: Aber ich bin schon eher
00:40:52: Fische.
00:40:53: Schon sehr,
00:40:54: sehr eindeutend.
00:40:55: Ich
00:40:56: lieb sowas.
00:40:57: Darüber
00:40:58: konnte ich jetzt eine ganze Stunde reden.
00:41:00: Ja, er ist einfach spannend.
00:41:01: Aber wir wissen, was mit Jeffrey passiert.
00:41:04: Mit unserer männlichen Waage.
00:41:06: Jeffrey gilt auf jeden Fall als sehr sportlich, ehrgeizig und fällt durch seine erhabene Präsenz auf.
00:41:11: Also er ist wirklich so in der High School der Typ, den man anschwärmt, so der von jedem Mädchen, der schwarm ist und ... Ja, ist sehr, sehr beliebt auf jeden Fall.
00:41:23: In seinem Highschool-Jahrbuch findet sich unter seine Abschlussfoto einen Satz, der dieses Bild ziemlich treffend zusammenfasst.
00:41:28: Dort heißt es, er steckt voller Lebensfreude, Lärm und Taten dran.
00:41:32: Es gibt wirklich niemanden wie ihn.
00:41:35: Nach dem Schulabschluss entscheidet sich Jeffrey McDonald für eine medizinische Laufbahn.
00:41:39: Er beginnt ein Medizinstudium und wählt früh den Weg in eine Militärdienst.
00:41:43: Anfang der neunzehntetzeiger Jahre lernt er Colette Stevenson kennen.
00:41:47: Ebenfalls aus New York.
00:41:48: Beide sind jung, ehrgeizig und richten ihren Blick nach vorn auf eine gemeinsame Zukunft.
00:41:53: Drei Jahre später heiraten die beiden und kurz darauf tritt er seine Ausbildung und Tätigkeit als Arzt in der US Army an.
00:42:00: Ihre Ehe beginnt also in einer fasesständiger Veränderung, erst Studium, dann militärischer Dienst, wiederholte Ortswechsel.
00:42:07: Nach außen hin meistern sie diese, durchaus der herausfordernden Jahre, als ein ambitioniertes, funktionierendes Paar.
00:42:14: In den darauffolgenden Jahren werden Kimberly und Kristen geboren und Anfang neunzehntunhundertsiebzig erwartet die Familie ihr drittes Kind.
00:42:26: Jeffrey arbeitet inzwischen als Militärarzt auf Fort Bragg, während Colette sich überwiegend um Haushalt und Kinder kümmert.
00:42:32: Von außen betrachtet, wiegt das Leben der Familie geordnet und zielstrebig, beinahe ideal typisch für ein junges Militärpart dieser Zeit.
00:42:40: Genau, dieses Bild beginnt aber für die Ermittler, nach und nach zu bröckeln.
00:42:44: Und ich finde, das ist so classy für True Crime Fälle, dass man anfängt, so hier passiert sowas nicht, in der Familie passiert sowas nicht und dann kommt alles ganz anders.
00:42:52: So die typische Bilderbuchfamilie, aber halt nur nach außen hin.
00:42:56: Ja,
00:42:56: ganz genau.
00:42:57: Denn mit dem Fortschreiten der Untersuchungen gerät Jeffrey McDonald zunehmend selbst ins visierte Ermittler.
00:43:02: Am Tatort finden sie ein Asquire-Magazin, in dem sich Artikel über die menschen Familie und deren Morde befinden.
00:43:09: Auffällig ist ein Fingerabdruck, der so wirkt, als habe jemand mit einer blutverschmierten Hand durch die Seiten geblättert.
00:43:16: Und so kommt auch die Frage auf, ob sich in diesem Moment in die Vorstellung dieser Eindringlinge gefestigt hat.
00:43:23: Also, dass Jeffrey vielleicht in dem Moment auf die Idee kam, das Ganze auf vier fremde Eindringlinge zu schieben.
00:43:30: Weil es ja genau das ist, wovor die Menschen gerade Angst haben.
00:43:34: Ja,
00:43:35: ja.
00:43:35: Und dadurch, dass das Drogenproblem ... in der Nähe der Militärbasis auch so groß ist, erscheint es auch nicht unwahrscheinlich.
00:43:43: Aber dann wäre das ja auch wirklich so gewesen, da habe ich schon die ganze Zeit drüber nachgedacht, dass er das gar nicht richtig geplant hätte, sondern dann während des Geschehens angefangen hat, da eine Magazinerung zu plättern und ein bisschen noch ins Boot zu schauen.
00:43:58: Den Gedanken finde ich auch komplett absurd.
00:44:00: Absurd trifft das sehr, sehr gut.
00:44:02: Und gleichzeitig wächst bei den Ermittlern der Eindruck, dass er hart und inszeniert wirken könnte.
00:44:06: Viele Spuren erscheinen nicht zufällig, sondern gezielt gesetzt.
00:44:09: Hinzu kommt ein Punkt, der zunehmend irritiert.
00:44:12: Denn Jeffries Verletzungen fallen im Vergleich, zu denen seine Familie deutlich geringer aus.
00:44:17: Denn wenn man sich allein mal seine Frau anschaut, die hat ja dann all in all, glaub ich, vierzig Stichverletzungen und ganz viele Schläge gegen den Kopf.
00:44:24: Und er hat auch Verletzungen am Kopf, aber eben nur eine wirkliche ... Stichverletzung ist natürlich im Vergleich zu den anderen drei wirkt es relativ wenig.
00:44:34: Für die Ermittler stellt sich eine naheliegende Frage.
00:44:37: Wenn es mehrere Angreifer gegeben haben soll, Menschen, die gesehen wurden, die erkannt werden konnten, warum stellen sie dann nicht sicher, dass auch er tot ist?
00:44:47: Die Diskrepanz zwischen der extremen Gewalt an den anderen Opfern und Jeffries Überleben wirkt erklärungsbedürftig.
00:44:53: Auch weitere Details verlieren ihre anfängliche Bedeutung, denn das blonde Haar, das man bei Colette gefunden hat, stellt sich als ihr eigenes heraus.
00:45:00: Also das gehört keiner fremden Frau, sondern ihr selbst.
00:45:04: Und auf dem Messer, das Jeffrey nach eigener Aussage aus ihrer Brust gezogen haben will, finden sich keine Fingerabdrücke, also weder seine noch die einer anderen Person, und wenn er sagt, er hätte das rausgezogen, müssten seine Fingerabdrücke ja eigentlich an diesem Messer zu finden sein.
00:45:18: Ja, das finde ich sehr, sehr merkwürdig.
00:45:21: Da können wir im Auftrag noch mal so ein bisschen drüber sprechen.
00:45:24: Ich hab generell ganz viele Dinge, die mir da aufgefallen sind.
00:45:27: Ja, schon.
00:45:28: Wo ich auf jeden Fall Rede bedarf
00:45:30: hab.
00:45:30: Und für sich genommen ist jeder dieser Punkte möglicherweise erklärbar, aber in ihrer Gesamtheit verändern sie den Blick auf das Geschehen.
00:45:38: Sie führen die Ermittler zu einem nächsten entscheidenden Schritt, der Analyse der Blutspuren am Tatort.
00:45:43: Und dafür ist ein Detail sehr zentral.
00:45:46: Denn Jeffrey McDonald ist die einzige Person im Haushalt mit Blutgruppe B. Und Colette hat Blutgruppe A, Kimberly A, B und Kristen Null.
00:45:55: Alle vier Personen haben eine unterschiedliche Blutgruppe.
00:45:57: Damit können die Ämter genau sagen, wo sich welches Blut befunden
00:46:01: hat.
00:46:01: Das muss man ja an der Stelle wahrscheinlich auch einmal kurz erwähnen.
00:46:05: Das war ja eine Zeit vor DNA-Analysen.
00:46:08: Deswegen ist das ja so entscheidend, dass es da eben diese vier unterschiedlichen Blutgruppen gab, weil sonst hätte man das gar nicht so genau zuordnen können.
00:46:17: Und damit haben sie eine Analyse, die dem Tatgeschehen nun erstmals eine überprüfbare Struktur gibt.
00:46:23: Interessant hierbei ist nun vor allem, wo sich Jeffries Blut sicherstellen lässt.
00:46:27: Zum einen finden die Ermittler es auf dem Küchenboden genau vor dem Schrank, in welchem sich die Putzhandschuhe befinden, sowie auf der rechten Seite neben dem Waschbecken im Badezimmer.
00:46:36: Es wirkt so, als sei es dort nach unten getropft wären die Personen, zu welcher es gehört, Darstand und sich eine Verletzung zuzog.
00:46:43: Und die Ermittler gehen nun davon aus, dass er sich diese Schnittverletzung im Selbst zugefügt hat und dass er genau wusste, wie tief er schneiden muss, dass es ihm nicht lebensbetreulich wird, aber so, dass es ihm schlimm genug aussieht, als wäre er auch attackiert worden.
00:46:57: Mit jeder ausgewerteten Spur verdichtet sich das Bild.
00:47:00: Was zunächst wie ein chaotischer Tatort wirkte, beginnt, eine eigene Logik zu entwickeln.
00:47:05: Die Zweifel der Ermittler werden konkreter, die Fragen dringlicher.
00:47:09: Am sechsten April ziehen sie schließlich Konsequenzen.
00:47:12: Jeffrey McDonald wird seitens des Militärs unter Hausarrest gestellt.
00:47:16: Und ich habe euch seine Reaktion an der Stelle einmal mitgebracht, also wie er diesen Moment später beschreibt.
00:47:54: Ja, merkwürdig.
00:47:55: Wie alt ist er da ungefähr?
00:47:57: Zu dem Zeitpunkt, als das Video aufgenommen wurde, habe ich schon über sechzig.
00:48:03: Vierzig Jahre später.
00:48:05: Ja.
00:48:05: Das ist schon heftig.
00:48:08: Und auch, wie er da immer noch so drauf besteht auf diese vier Menschen, die da durch... dieses Haus gewandert werden in der Nacht.
00:48:16: Ich, ja, bin ein bisschen sprachlos.
00:48:19: Er beschreibt hier auch, dass es für ihn so ein richtiger Schock gewesen wäre.
00:48:23: Und dass er gedacht hat, das muss jetzt hier ein schlechter Scherz sein.
00:48:26: Ich finde, seine Art zu sprechen, ich weiß nicht, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass er verdächtig wirkt.
00:48:34: Aber ja, ich hab mehrere Videos von ihm gesehen, wo ich dachte, er wirkt sehr überheblich und sehr ...
00:48:40: Ja.
00:48:41: abgeklärt irgendwie dafür, was da passiert ist.
00:48:44: Und es ist ja auch genau das, was wir beschrieben haben, auch im Krankenwagen war sein Verhalten ja sehr abgeklärt.
00:48:50: Wir haben das ja als erstes so ein bisschen eingeordnet als Schockzustand.
00:48:55: Wenn man das jetzt so betrachtet, könnte das aber natürlich auch einfach berechnend sein.
00:49:00: Das Militär bietet Jeffrey McDonald nun einen Lügendetektor-Test an, doch er beginnt zu diskutieren, erklärt, dass man dabei jede Emotion sehen werde und dass es verständlich sei, wenn er in diesem Zustand nicht zu kontrolliert antworten könne wie sonst.
00:49:12: Schließlich stimmt er dem Test zwar zunächst zu, zieht seine Zustimmung jedoch ein paar Minuten später wieder zurück, also ein Lügendetektor-Test gibt es nie.
00:49:25: Die Anhörung, die nun folgt, geht aus die umfangreichste Anhörung des US-Militärs in die Geschichte ein.
00:49:30: Es handelt sich um eine sogenannte Artikel-XXII-Anhörung, ein militärisches Vorverfahren vergleichbar mit einer zivilen Voruntersuchung.
00:49:38: In diesem Rahmen wird geprüft, ob die Beweise ausreichen, um eine formelle Anklage zu erheben.
00:49:42: Zeugen werden gehört, Beweise vorgestellt, und die Verteidigung erhält ungewöhnlich weitreichende Möglichkeiten, den Fall zu hinterfragen.
00:49:49: In dieser Phase erhält Jeffrey Unterstützung aus einer Richtung, die für die Ermittler zunächst viel Gewicht hat.
00:49:54: Colette Schiefvater, Fred Casab, stellt sich geschlossen hinter ihm.
00:49:59: Fred ist überzeugt von Jeffries Unschuld, er schreibt sogar einen Brief an das Militär, in dem er fordert, Jeffrey frei zu lassen.
00:50:05: In dem Schreiben betont er, dass es keine belastbaren Beweise für dessen Schuld gebe und dass man einen trauernden Vater zu Unrecht verdächtige.
00:50:11: Die Unterstützung gegenüber Jeff aus der Familie bleibt nicht ohne Wirkung.
00:50:16: Wenige Monate später werden die Vorwürfe gegen Jeffrey zunächst fallen gelassen.
00:50:19: Der Hausarrest endet und der Fall scheint für den Moment abgeschlossen.
00:50:23: Doch die Unterstützung von Fred Kasep bleibt nicht die ganze Zeit überbestehen, da kommen wir aber gleich noch drauf zu sprechen.
00:50:29: Nach der militärischen Entscheidung zu Gunsten Jeffrey McDonalds wurde die Spur um Helena Stokely erneut überprüft.
00:50:35: Sie wird mehrfach zu der Tat in Fortbreak befragt, doch ihre Aussagen bleiben sehr widersprüchlich.
00:50:40: Mal äußert sie, sie glaube in jener Nacht am Tatort gewesen zu sein, dann wieder erklärt sie, sich an nichts erinnern zu können oder Realität und Halluzination nicht voneinander unterscheiden zu können.
00:50:51: Diese Unsicherheit führt sie selbst auf ihren massiven Drogenkonsum zurück, insbesondere auf LSD und Heroin.
00:50:58: Im April, und er zieht sich Helena Stokli einem Lügendetektortest durchgeführt vom Militär.
00:51:05: Das Ergebnis gilt als nicht aussagekräftig, denn der Prüfer kommt zu dem Schluss, dass Stokli subjektiv davon überzeugt scheint, beteiligt gewesen zu sein, dass ihr psychischer Zustand und der fortgesetzte Drogenkonsum jedoch eine verlässliche Bewertung unmöglich machen.
00:51:19: Parallel dazu überprüfen die Ermittler ihr Umfeld, darunter auch ihren Partner Greg Mitchell.
00:51:25: Sie finden jedoch keine physischen Beweise, die Stokely oder andere Personen aus ihrem Umfeld mit dem Tatort in Verbindung bringen.
00:51:31: Es lassen sich Wetterfingerabdrücke, noch Blutspuren, Haare oder andere forensische Hinweise sichern.
00:51:37: Aufgrund der fehlenden Beweise und der mangelten Verlässigkeit ihrer Aussagen wird Helena Stokely nie angeklagt.
00:51:44: Sowohl Ermittler als auch Gerichte stufen sie nicht erst hartverdächtige, sondern als unzuverlässige Zeugen ein.
00:51:49: Ihre Rolle im Fall bleibt damit eine Spur, die zwar intensiv geprüft wird, jedoch keine juristisch belastbare Grundlage ergibt.
00:51:56: Und eben habe ich ja schon gesagt, dass Colette Stiefvater ihn zwar zu Anfang unterstützt, aber dass das nicht bestehen bleibt.
00:52:03: Denn in einem Monat nach der Einstellung der Vorwürfe beginnt er sich intensiver mit den Akten zu beschäftigen.
00:52:08: Er liest Berichte, spricht mit der Mitlern, setzt sich mit forensischen Details auseinander, die zuvor kaum eine Rolle für ihn gespielt haben.
00:52:15: Je tiefer Fred einsteigt, desto größer werden seine Zweifel.
00:52:19: Einzelne Widersprüche in Jeffries Darstellung fallen ihm auf, vor allem dort, wo sie mit dem medizinischen und forensischen Befunden nicht übereinstimmen.
00:52:26: was er zunächst als Ungenauigkeiten eines traumatisierten Überlebenden abgetan hat, beginnt für ihn ein anderes Gewicht zu bekommen.
00:52:33: Fred erkennt, dass viele der Beweise, die gegen Jeffrey sprechen, nicht entkräftet, sondern lediglich nicht weiter verfolgt worden sind.
00:52:40: Für ihn entsteht der Eindruck, dass der Fall nicht gelöst, sondern nur zur Seite gelegt wurde.
00:52:45: Der endgültige Umschwung kommt für Fred jedoch nicht durch Akten oder Gutachten, sondern durch einen Anruf.
00:52:51: Jeffrey meldet sich persönlich bei ihm.
00:52:53: Das Gespräch beginnt harmlos, fast beiläufig, also so wie immer.
00:52:57: Fred berichtet später, dass Jeffrey ihm erzählt habe, er habe gemeinsam mit anderen einen der Angreifer aufgespürt und getötet.
00:53:05: Eine Aussage, die Fred zutiefst erschüttert.
00:53:09: Nicht wegen ihres Inhalts allein, sondern wegen der Selbstverständlichkeit, mit der Jeffrey sie ausspricht.
00:53:14: Und später gibt Jeffrey zu, dass er hier gelogen hat und dass er ihre Eltern beruhigen wollte.
00:53:20: Also, er hat dann gesagt, die konnten nicht mehr schlafen, die hatten Angst in ihrem eigenen Haus.
00:53:24: Und ich hab das dann nur gesagt, damit die beiden wieder ruhig schlafen
00:53:29: können.
00:53:29: Mhm.
00:53:30: Ja.
00:53:30: Das
00:53:31: muss auch hart sein für Fred, da der ganzen Sache langsam auf die Schliche zu kommen.
00:53:36: Weil wer will von so etwas ausgehen?
00:53:38: Also, wenn es um meine Familie gehen würde, würde ich natürlich auch für jeden erst mal absolut die Hand ins Feuer legen und sagen, auf gar keinen Fall.
00:53:46: Und dann ... muss er wirklich mit jeder Akte, die er da gelesen hat und mit jeder neuen Information, sich langsam so ein Bild ergeben haben.
00:53:54: Dass er keiner sehen möchte in Menschen, die man eigentlich gerne hat.
00:53:57: Ja, ja, absolut.
00:53:58: Ich stelle mir das auch ganz schlimm vor.
00:54:00: Ich find auch diesen Anruf so ein bisschen verwirrend, um ehrlich zu sein.
00:54:04: Weil ich mich schon so ein bisschen auch frag, was er damit bezwecken wollte.
00:54:07: Also klar, er sagt, er wollte die Familie damit beruhigen.
00:54:10: Aber das bewegt er eher das Gegenteil.
00:54:13: Und ich find es auch relativ offensichtlich, dass es jetzt nicht ... Sonderlich beruhigend wirkt, wenn er erzählt, na ja, ich hab einen von denen aufgespürt.
00:54:22: Also erstens wären da ja noch drei andere Personen auf meinem Fuß.
00:54:27: Und zweitens, dass er dann damit so einer Selbstverständlichkeit sagt, na ja, wir haben den halt getötet, finde ich irgendwie auch nicht wirklich beruhigend.
00:54:34: Nee,
00:54:35: gar nicht.
00:54:35: Also, ja, und das ist wirklich so der finale Punkt, wo Fred sich denkt, okay, irgendwas stimmt hier auf jeden Fall ganz und gar nicht.
00:54:42: Und während sich Zweifel im privaten Umfeld und bei den Ermittlern verdichten, dreht Jeffrey McDonald zunehmend auch öffentlich auf.
00:54:48: Er sucht die Bühne, spricht den Interviews und schließt sich in einer Fernsehtalk-Show über den Fall.
00:54:53: Und der Auftritt sorgt für Irritation.
00:54:55: Viele Zuschauer empfinden McDonald als distanziert, teilweise arrogant.
00:54:59: Und er redet während dieser Talkshow kein einziges Mal über seine Frau oder seine Kinder und was mit ihm passiert ist, sondern wirklich nur darüber, dass er das Opfer von diesen Untersuchungen durch das Militär geworden ist und dass sie ihm das anlasten wollten, obwohl er gar nichts damit zu tun hat.
00:55:16: Also es geht nur darum, dass er der Arme in der Situation ist, aber er spricht kein einziges Mal über seine getötete Familie.
00:55:23: Also das finde ich halt schon auch sehr, sehr, sehr, sehr auffällig.
00:55:28: Ja.
00:55:29: sich da selbst so in den Mittelpunkt zu stellen, wenn da drei Menschen darunter zwei Kinder und seine Ehefrau gestorben sind?
00:55:36: Kann ich mir schon gut auch vorstellen, dass das nicht gut bei der Öffentlichkeit ankommt?
00:55:39: Nee.
00:55:40: Also, ich versteh bis zum gewissen Grad, wenn man vielleicht sachlich über die Tat spricht, weil das ist ja auch vielleicht der Umgang für manche Personen, dass sie sich da einfach ein bisschen abkapseln und überhaupt damit klarzukommen, aber dass er halt wirklich gar nicht über sie spricht, fand ich auch ein bisschen merkwürdig.
00:55:58: Besonders auffällig wirkt ein Moment, der später immer wieder zitiert wird.
00:56:02: Als Jeffrey sagt, dass es in diesem Fall keine Beweise gegen ihn gäbe, lächelt er.
00:56:07: Und ich hab diese Minisequenz, hab ich auch gesehen, und er sitzt wirklich da und grinst so ein bisschen und sagt, es gibt keine Beweise.
00:56:14: So
00:56:15: Siegesicher, oder?
00:56:17: Ja.
00:56:18: Schon so.
00:56:18: So ein bisschen stolz.
00:56:20: Ja.
00:56:21: Selbst Beweise hin oder her, du hast deine Familie verloren.
00:56:24: Ja, ja.
00:56:24: Worum geht's ja eigentlich?
00:56:28: Und er sagt dann auch so, ja, wie viele Fälle gibt es denn, in denen es keine Beweise gibt?
00:56:33: Und wirkt wirklich so, als fände er das eine gute Sache.
00:56:37: Und eigentlich sollte er das ja nicht gut finden, weil er es so
00:56:41: beschlimmt
00:56:41: finden.
00:56:42: Eigentlich sollte er ja nach den Tätern suchen wollen, für jeden neuen Hinweis freuen.
00:56:47: Und es wirkt fast so ein bisschen so, als wäre er halt wirklich so ein bisschen proud, als würde er jetzt so ein bisschen damit angeben.
00:56:52: Ich hab's geschafft.
00:56:54: Schon.
00:56:55: Und dieser Auftritt verändert dann die öffentliche Wahrnehmung wirklich komplett.
00:56:59: Nicht durch neue Fakten, sondern durch Eindruck.
00:57:02: Und er trägt dazu bei, dass der Zweifel an Jeffree's Geschichte nur nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen existiert, sondern auch vor laufenden Kameras.
00:57:09: In dieser Zeit zieht Jeffree nach Kalifornien, beginnt dort als Notarzt zu arbeiten und versucht sich, ein neues Leben aufzubauen.
00:57:15: Und er führt da... Ein sehr luxuriöses Leben, er kauft sich ganz viele Boote, Autos und trifft sich auch ganz viel mit Frauen.
00:57:23: Und da wurde auch oft darüber geurteilt, finde ich, kann man gar nicht so sagen, weil Trauer ist, finde ich, so vielseitig und jeder geht damit anders um.
00:57:32: brauchen ganz viele Jahre.
00:57:33: Manche lenken sich komplett ab, um sich gar nicht mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen.
00:57:37: Aber das wird auch sehr oft erwähnt, warum er überhaupt nach Kalifornien gezogen ist.
00:57:43: Und ich denke, okay, um vielleicht Abstand zu der ganzen Tat zu bekommen, könnte ich auch noch verstehen.
00:57:47: Aber das wird auch immer wieder betont, was er dafür Leben geführt hat.
00:57:51: Ich
00:57:52: freu mich halt, ob diese Tat landesweit Schlagzeilen gemacht hat.
00:57:55: Und inwiefern die Leute in Kalifornien eben von dieser Geschichte wussten?
00:58:01: Ich kann mir auch vorstellen, dass sie davon nichts gewusst haben.
00:58:03: Ich kann mir vorstellen, in den Siebzigeren, dass es noch nicht so Staaten übergleicht und irgendwie bekannt war.
00:58:08: Aber ich finde, auch immer, wenn man über Serienmörder spricht, merkt man ja, dass früher die Polizei nicht so zusammengearbeitet hat in den verschiedenen Bundesstaaten.
00:58:15: Ich könnte mir vorstellen, dass es wahrscheinlich auch ein Grund dafür war, dass er da eben neu anfangen muss, ohne dass irgendjemand denkt, er hat seine Familie ermordet.
00:58:24: Ja, genau.
00:58:25: Weil ich dachte mir eben auch, als du gesagt hast, er hätte sich damit ganz vielen verschiedenen Frauen getroffen.
00:58:30: Mit der Vorgeschichte wär ich da auf jeden Fall vorsichtig gewesen.
00:58:34: Deswegen bin ich auch davon ausgegangen, dass die vielleicht gar nicht genau wissen, mit wem sie hier auf den Date gehen.
00:58:39: Ja, wahrscheinlich nicht.
00:58:41: Und während Jeffrey in Kalifornien sein bestes Leben lebt, setzt sich Fred dafür ein, dass der Fall juristisch noch einmal überprüft wird.
00:58:51: Er spricht erneut mit Ermittlern, drängt auf eine neue Bewertung der Beweise und macht deutlich, dass er überzeugt ist, dass zentrale Fragen nie beantwortet worden sind.
00:59:00: Gemeinsam mit Ermittlerin Catfred schließt sich in das Haus am Castle Drive zurück.
00:59:03: Dort versuchen sie, den Tatablauf nach Jeffries eigener Darstellung zu rekonstruieren.
00:59:08: Schritt für Schritt gehen sie durch, was in dieser Nacht geschehen sein soll.
00:59:12: Doch je weiter die Rekonstruktion veranschreitet, desto deutlicher wird, die Aussagen passen nicht zu den räumlichen Gegebenheiten, nicht zu den Verletzungen, nicht zu den Spuren, die am Tatort gesichert wurden.
00:59:22: Bewegungen lassen sich nicht nachvollziehen, Zeitabläufe wirken widersprüchlich und Fred treibt die Wiederaufnahme des Fals immer weiter voran.
00:59:30: Also er kontaktiert Behörden und bringt den Fall immer wieder auf die Tagesordnung der Militärjustiz und der Staatsanwaltschaft.
00:59:37: Schließlich greifen die Behörden den Fall erneut auf.
00:59:40: Die Beweislage wird einer Grand Jury vorgelegt, einem Kremium, das prüft, ob ausreichender Verdacht für eine Anklage besteht.
00:59:47: Und insgesamt sagen hier seventy-fünf Zeugen aus, darunter auch Jeffrey selbst.
00:59:52: immer wieder beteuert er, seine Familie nicht getötet zu haben.
00:59:55: Und zu den anderen Zeugen gehören auch die Ärzte und Sanitäter, die Jeffrey in der Tat Nacht behandelt haben.
01:00:01: Und sie beschreiben seine Verletzungen nicht als lebensbetrohlich.
01:00:05: Besonders diese Schnittwunde an der Brust, die später erwähnt wird, sei sehr fein und nur etwa ein Zentimeter lang gewesen.
01:00:12: Und keiner der behandelten Ärzte habe zu irgendeinem Zeitpunkt den Eindruck gehabt, dass Jeffrey nicht überleben würde.
01:00:18: Also, er hatte diesen Lungen-Kollaps, aber ... Sie haben zu keinem Zeitpunkt immer gedacht, dass er aufgrund dessen sterben könnte.
01:00:26: Und auch, dass diese Wunde eben nur so ganz klein gewesen ist, hat sie schon stutzig werden lassen.
01:00:32: Aus seinem Zustand passe aus medizinischer Sicht nicht zu einem schweren Schock, obwohl er selbst diesen wiederholt, betont habe.
01:00:38: Er hat immer gesagt, ich fall gleich in den Schock, ich brauch das und das.
01:00:41: Das war aber immer so.
01:00:42: seine Beschreibung und die Ärzte konnten das aber nicht bestätigen, dass dem so war.
01:00:48: Darüber hinaus sagen Nachbarn und frühere Babysitterinnen der Familie aus.
01:00:51: Ihre Aussagen zeichnen ein Bild, das im Widerspruch zur öffentlichen Darstellung steht.
01:00:55: Sie berichten, dass die Beziehung zwischen Jeffrey und Kulett keineswegs durchgehend harmonisch geweckt habe und es Spannungen gegeben hat, die nach außen hinten nur selten sichtbar gewesen seien.
01:01:04: Aber wenn, haben die Nachbarn die beiden auch schon mal schreien hören, also das war auf jeden Fall nicht so die harmonischste Ehe, wie sieht das nach außen gerne?
01:01:14: gezeigt haben.
01:01:15: Ein besonders schwerwiegender Punkt vor der Grand Jury ist das blaue Pyjama Oberteil.
01:01:19: Das hast du uns ja vorhin beschrieben, dass das so auf Kuletzbrust lag und das wire Jeffries Pyjama Oberteil.
01:01:25: Und forensische Experten stellen fest, dass das Top und diese Einstiche lassen sich nach Einschätzung der Sachverständigen auf die einundzwanzig Stiche mit dem Eispickel zurückführen, die Colette im Brustbereich erlitten hat.
01:01:40: Also mehrere Durchstöße pro Bewegung sind dabei möglich.
01:01:43: Das heißt, wenn jemand jetzt einundzwanzig Mal mit dem Eispickel auf dieses Pyjama Oberteil einsticht, kann das dazu führen, dass eben achtundvierzig Risse auf diesem Oberteil zu sehen sind.
01:01:55: Und die Anzahl und Anordnung der Einstiche passen damit auffallend genau zu den Verletzungen an Kulettskörper.
01:02:01: Also es wirkt fast so, als hätte jemand das Oberteil auf ihre Brust gelegt und erst dann auf sie eingestochen durch dieses Oberteil hindurch.
01:02:08: Und Jeffrey hat ja aber beschrieben, dass er das erst im Nachhinein über sie drüber gelegt hat, richtig?
01:02:14: Ja, genau.
01:02:15: Um sie damit so ein bisschen wie zuzudecken.
01:02:17: Mhm.
01:02:18: Und er hatte auch geschildert, dass ihm das Oberteil eben während des Kampfes mit den Eindringlingen vom Körper gerissen worden sei, also ihm sei das so über den Kopf gestülpt worden und er hätte das dann gar nicht mehr angehabt.
01:02:29: Also das passt mit diesen Spuren an, Kuletzkörper passt das einfach vorne und hinten nicht zusammen.
01:02:35: Stattdessen stützt es die Annahme, dass das Top gezielt eingesetzt wurde.
01:02:39: Ein Detail, dass den Verdacht eines inszenierten Tatorts weiter erhärtet und für die Grand Jury zu einem zentralen Belastungspunkt wird.
01:02:46: Im weiteren Verlauf wird Jeffrey mit zusätzlichen forensischen Befunden konfrontiert.
01:02:50: Die Ermittler legen da, dass der blutige Fußabdruck, der in einem der Kinderzimmer gefunden wurde, Jeffrey McDonald zugeordnet werden konnte.
01:02:57: Bei der Analyse zeigt sich zudem, dass es sich um Kuletzblut handelte.
01:03:01: Also es sieht ihm so aus, als sei Jeffrey in das Blut seiner Frau getreten und dann aus dem Kinderzimmer gelaufen.
01:03:08: Und entscheiden ist dabei die Richtung der Spur, denn der Abdruck führt nur aus dem Zimmer hinaus, aber nicht hinein.
01:03:13: Und er hatte ja so Erinnerung geschildert, dass er erst zu seiner Frau gegangen ist und dann in die Kinderzimmer.
01:03:20: Also hätte ja nach seiner Schilderung der Fußabdruck, wenn überhaupt auch ins Kinderzimmer reinführen müssen, wenn er wirklich zuerst zu seiner Frau gegangen wäre.
01:03:28: Ja,
01:03:29: und ich frage mich halt auch, also eigentlich ist man ja davon ausgegangen, dass Colette im Schlafzimmer, also in ihrem Schlafzimmer getötet
01:03:37: wurde.
01:03:38: Wie kann es denn sein, dass ... im Kinderzimmer eine Blutlage ihres Plutus scheinbar gefunden
01:03:45: wurde,
01:03:46: in welche dann jemand reingetreten ist, wahrscheinlich Jeffrey, und da wieder rausgelaufen ist.
01:03:52: Das finde ich schon auch sehr, sehr merkwürdig.
01:03:55: Aus
01:03:55: forensischer Sicht halten Sie es für möglich, dass Kulett im Kinderzimmer getötet wurde.
01:04:00: Möglicherweise, bei dem Versuch, ihre Kinder zu schützen.
01:04:03: Du hast bestimmt, dass ihre Arme gebrochen waren.
01:04:06: Das klingt für jemanden, der sich mit aller Kraft gewährt hat.
01:04:09: Das klingt für mich wie eine Mama, die versucht, ihre Kinder zu schützen.
01:04:13: In der Rekonstruktion wird sie anschließend aus dem Kinderzimmer herausgetragen und ins Schlafzimmer gebracht.
01:04:19: Nicht nur, dass sie den Fußabdruck gefunden haben, sondern ... Sie haben auch gesagt, dass der Fußabdruck so aussah.
01:04:24: Ich weiß nicht, wie man das genau feststellen kann, aber als hätte er was Schweres getragen.
01:04:29: Weiß nicht, ob du dann einen festeren Abdruck hast,
01:04:32: aber vielleicht.
01:04:35: Und deswegen glauben sie eben, dass er sie im Schlafzimmer der Kinder getötet hat.
01:04:39: und sie dann anschließend in das Hauptschlafzimmer
01:04:41: gebracht hat.
01:04:42: Und da dann alles so inszeniert hat, wie die einmittler das dann vorgefunden haben?
01:04:46: Genau,
01:04:47: dass er dann noch die Badematte auch auf den Bauch gelegt hat, weil die gab es ja auch noch.
01:04:51: Also alles sehr, sehr seltsam.
01:04:55: Und diese Theorie wird aus Sicht der Ermittler durch weitere Spuren gestützt, denn Sarah, du hast ja vorhin schon gesagt, dass man diese blauen Fäden gefunden hat, ähm, ja, dreiundachtzig oder auf jeden Fall über achtzig.
01:05:05: Und diese Fäden gehören zu dem blauen Pyjama-Oberteil, das Jeffrey gehört.
01:05:10: Und das hat man eben nicht nur an Kulettes Wunden gefunden, sondern auch an den Körpern der Kinder, sowie am Kopfende des Ehebettes, genau dort, wo das Wort Pick mit Blut hingeschrieben worden war.
01:05:21: Und diese Befunde ergeben ... In der Gesamtzahl ja ein sehr schlüssiges Bild.
01:05:26: Und sie stellen Jeffries Schilderung der Nacht erneut infrage und werden von den Ermittlern als zentrales Element ihrer Rekonstruktion des Tatgeschehens herangezogen.
01:05:34: Auch bei einem scheinbar nebensächlichen Detail ergibt sich vor der Grantry eine weitere Diskrepanz.
01:05:39: Jeffries sagt dort aus, dass Kimberly also die ältere nie ins Bett gemacht habe und auch nie Probleme damit gehabt.
01:05:44: hätte.
01:05:45: Nach seiner Darstellung sei es ausschließlich die jüngere Tochter gewesen und er hat ja auch beschrieben, dass sie in der Tat Nacht ins Bett gemacht hat, also die jüngere Tochter und dass er sie dann ins Bett getragen hat.
01:05:55: Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch zu anderen Erkenntnissen.
01:05:59: Zum einen deuten die forensischen Hinweise darauf hin, dass es nicht Christians, sondern Kimberlies Urin war, der im Bett sichergestellt werden konnte.
01:06:07: Zum anderen gibt es eine weitere Zeugin.
01:06:08: Die Aussage, Jeffrey habe ihr gegenüber mehrfach erwähnt, dass Kimberly weiterhin regelmäßig ins Bett mache und dass das eine extreme Belastung für die Familie sei.
01:06:17: Und das widerspricht natürlich ebenfalls wieder seiner Darstellung, weil jetzt sagt er, die andere Tochter hätte ins Bett gemacht und hätte die andere Tochter in ihr Bettchen getragen.
01:06:27: Und das fällt so auf, weil er vor Gericht eben so stark darauf beharrt, dass sie nie ins Bett gemacht hätte.
01:06:31: Und das wirkt alles sehr, sehr.
01:06:34: seltsam.
01:06:35: Ich frage
01:06:35: mich aber auch wirklich, warum er das so hinstellt, beziehungsweise warum er da lügen sollte.
01:06:41: Also da bin ich noch nicht so richtig ein
01:06:43: nötige Lüge.
01:06:44: Ja, total.
01:06:45: Es wäre es ihm vielleicht irgendwie unangenehm, dass seine fünfjährige noch immer ins Bett macht, obwohl das ja an der Stelle wirklich gar nicht relevant
01:06:52: ist.
01:06:52: Ja.
01:06:53: Und für die Ermittler ist dieser Widerspruch nicht wegen des Themas selbst bedeutsam, sondern wegen dessen, was er offenlegt, denn Jeffrey macht vor der Grand Jury eine sehr klare kategorische Aussage eben, dass die ältere Tochter nie ins Bett gemacht habe.
01:07:05: Und genau diese steht im Gegensatz zu früheren Gesprächen und anderen Zeugen-Aussagen und eben auch zu den forensischen Beweisen.
01:07:11: Aus Sicht der Ermittler ist das ein weiterer Moment, in dem sich der Eindruck verstärkt, dass seine Schilderung der Ereignisse nicht konstant ist, sondern sich dem jeweiligen Kontext anpasst.
01:07:20: Doch damit nicht genug.
01:07:22: Jeffrey wird darauf hingewiesen, dass er selbst wiederholt angegeben habe, wieder einen Eispickel im Haus besessen, noch das Messer jemals zuvor gesehen zu haben.
01:07:29: Mehrere Zeugen, darunter auch die damalige Babysitterin, sagen aber aus, dass sich eben ein Eispickel im Haus befunden habe und die Babysitterin betont auch, dass sie diesen auch häufig selbst benutzt habe.
01:07:41: Als er mit diesen Zeugenaussagen konfrontiert wird, reagiert er sehr ungehalten.
01:07:44: Er weist sie zurück und kommentiert sie schnippisch mit den Worten Ach ja, zeugen die nach vier Jahren so etwas Aussagen.
01:07:51: Wie viel haben sie ihnen dafür bezahlt?
01:07:53: Und ich finde die Aussage passt auch wieder sehr gut zu allem, was du zuvor von Jeffrey beschrieben hast.
01:07:58: Also dieses... sehr selbstsichere und schon arrogante Verhalten teilweise.
01:08:05: Aber auch, dass er so schnippisch und ja auch sehr emotional reagiert
01:08:08: darauf.
01:08:09: Und in diesem Buch war wirklich auch der gesamte Verlauf von diesem Gespräch abgedruckt.
01:08:13: Also man hat genau gesehen, was sagt der Richter, was sagt Jeffrey?
01:08:15: Und er hat ihn auch mehrmals unterbrochen und war wirklich sehr, ja, sehr schnippisch und arrogant einfach.
01:08:21: Also ich hab das gelesen und war so, ja, ich kann mir genau vorstellen, wie er gerade da steht und sich da um Kopf und Kragen irgendwie redet.
01:08:27: Anders als die Jahre zuvor kommt die Grand Jury zu dem Schluss, dass die Hinweise um Widersprüche schwer genug wiegen.
01:08:33: Jeffrey McDonald wird nun wegen dreifachem Mordes angeklagt.
01:08:37: Mit der Entscheidung der Grand Jury, Anklage zu erheben, ist der Weg frei für ein reguläres Gerichtsverfahren.
01:08:43: Am sechzehnten Juli, neunzehnhundertneunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund vor geschworenen, unter Beobachtung der Medien und mit all den Details, die sich über die Jahre gesammelt haben.
01:09:03: Im Laufe des Prozesses sagen zahlreiche Zeugeninnen und Zeugen aus.
01:09:07: Ermittler, forensische Experten, Ärzte und Ärzten, Nachbarn, frühere Bekannte und Personen aus Jeffries näheren Umfeld.
01:09:16: Auch zentrale Beweistücke aus der Tat Nacht werden erneut analysiert und eingeordnet.
01:09:21: Die Verteidigung setzt dabei früh ein klaren Schwerpunkt.
01:09:24: Sie argumentiert nämlich, dass der Tatort massiv kontaminiert worden sei.
01:09:29: In der Nacht der Morde hätten sich mehr als zwanzig Personen im Haus am Castle Shrive aufgehalten, Militärpolizisten, Sanitäterinnen, Vorgesetzte und Nachbarn.
01:09:39: Viele hätten sich frei bewegt, Räume betreten, Gegenstände berührt.
01:09:43: Aus Sicht der Verteidigung sei die Spurenlage deshalb keineswegs eindeutig, sondern durch die frühen Maßnahmen untrennbar verfälscht.
01:09:52: Die Verteidigung beschränkt sich jedoch nicht auf die Kritik an der Spurensicherung, sie versucht darüber hinaus, eine alternative Täterschaft in den Prozess einzubringen.
01:10:01: Dabei rückt sie erneut Helena Stokely und ihren damaligen Partner Craig Mitchell in den Fokus.
01:10:07: Helena Stokely tritt im Prozess selbst als Zeugen auf, die Verteidigung verweist darauf, dass sie in den Jahren nach der Tat mehrfach gegenüber verschiedenen Personen angegeben habe, in der Tat Nacht im Haus der McDonalds gewesen zu sein.
01:10:19: Diese Aussagen werden als Hinweis darauf präsentiert, dass Jeffries ursprüngliche Schilderung von mehreren Eindringlingen nicht aus der Luft gegriffen sei.
01:10:29: Hinzu kommt aus Sicht der Verteidigung ein mögliches Motiv.
01:10:33: Jeffrey McDonald sei in der Drogenszene rund um Fortbreak bekannt gewesen, jedoch nicht wirklich beliebt.
01:10:40: Als Arzt habe er sich geweigert, Drogenabhängigen mit der Donen zu verschreiben, eine Substitution auf die viele Abhängige aber hofften.
01:10:48: Diese Weigerung habe zu Spannungen geführt, unter anderem auch mit Helena Stokles Partner, der selbst Drogenabhängig war.
01:10:56: Die Verteidigung zeichnet damit, das Bild eines möglichen Angriffs aus dem Drogenmilieu gespeist aus Frustration und Ablehnung.
01:11:04: Sie führen außerdem an, dass Craig genau wie Helena mehrfach darüber gesprochen habe, an den Taten beteiligt gewesen zu sein.
01:11:10: In der offiziellen Vernehmung wies er dies jedoch entschieden zurück.
01:11:14: Neben Helena Stokely selbst bringt die Verteidigung sieben weitere Zeuginnen und Zeugen vor Gericht und diese sagen eben alle aus, dass Helena vor ihnen behauptet habe, in der Tat Nacht im Hause der McDonalds gewesen zu sein.
01:11:28: Als Helena Stokely jedoch selbst in den Zeugen standritt, widerspricht sie diesen Darstellungen.
01:11:32: Sie habe das gesagt, aber sie erklärt nun, sie sei in jener Nacht nicht im Haus gewesen.
01:11:38: Ihre früheren Aussagen führt sie erneut auf ihren damaligen Drogenkonsum und ihre unsicheren Erinnerungen zurück.
01:11:45: Damit entsteht ein juristisches Problem.
01:11:47: Da die angeblichen Geständnisse Hellenaas nicht von ihr selbst bestätigt, sondern lediglich von Dritten wiedergegeben werden können, gelten sie als Hörensagen.
01:11:56: Infolgedessen dürfen die Aussagen der sieben Zeugen nicht als Beweismittel verwertet werden.
01:12:01: Zudem stuft das Gericht Helena Stokli selbst als unglaubwürdige Zeugen ein, ihre widersprüchlichen Aussagen, ihr jahrelanger Drogenkonsum und ihre wiederholten Erinnerungslücken führen dazu, dass ihre Aussagen vor Gericht kein Gewicht erhalten.
01:12:16: Nach wochenvoller Zeugenaussagen Gutachten und widersprüchlicher Darstellungen zieht sich die Jury zur Beratung zurück.
01:12:24: Am neunzwanzigsten August neunzwundhundertneunundsiebzig fällt dann schließlich das Urteil.
01:12:29: Die Gesporenen folgen der Argumentation der Anklage.
01:12:32: Jeffrey wird verurteilt wegen des Mordes II.
01:12:35: Grades an seiner schwangeren Ehefrau Collette sowie seiner Tochter Kimberly und des Mordes I. Grades an seiner zweiten Tochter Kristen.
01:12:43: Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Jeffrey McDonald der Täter war und dass der Tatort inszeniert wurde, um den Eindruck eines Angriffs von außen zu erwecken.
01:12:52: Für die drei Tötungsdelikte verhängt das Gericht drei aufeinander folgende lebenslange Haftstrafen.
01:12:58: Mit diesem Schuldspruch endet der Prozess, doch nicht die Debatte um den
01:13:02: Fall.
01:13:02: Denn während das Gericht ein Urteil spricht, bleiben in der Öffentlichkeit Zweifel, Fragen und Kontroversen bestehen, die den Fall bis heute begleiten.
01:13:12: Jeffrey McDonald sitzt dennoch bis heute in Haft, hat seit seiner Verurteilung aber zahlreiche Berufungen wieder Aufnahmeanträge und rechtliche Schritte eingeleitet, doch kein Gericht hat das Urteil aufgehoben.
01:13:24: Auch Anträge, auch vorzeitige oder aus humanitären Gründen gewährte Entlassung, wurden abgelehnt.
01:13:30: Jeffrey selbst betreut bis heute seine Unschuld.
01:13:33: Er vertritt die Ansicht, dass der Prozess unfair geführt worden sei und dass bestimmte Beweise nicht oder nicht ausreichend vor Gericht berücksichtigt wurden.
01:13:42: In diesem Zusammenhang verweiste unter anderem auf eine blutige Spritze sowie Wachsspuren, die am Tatort sichergestellt worden seien und aus seiner Sicht auf die Anwesenheit weiterer Person hindeuten könnten.
01:13:54: Und es würde ja auch genau in seine ursprüngliche Erzählung passen.
01:13:57: Also erstens, dass es eben drogenabhängige Täter innen waren und deswegen vielleicht die Spritze gefunden wurde und natürlich auch das Wachs, weil er ja diese Frau beschrieben hatte mit dem blonden Hahn, die damit einer Kerze durch das Haus gewandert wäre.
01:14:14: Die Gerichte haben diese Argumente jedoch wiederholt geprüft und verworfen, da sie entweder nicht als entlastend bewertet wurden oder keinen ausreichenden Einfluss auf die Beweiswürdigung hatten.
01:14:25: Unabhängig vom rechtskräftigen Urteil bleibt der Fall um Jeffrey McDonald bis heute Gegenstand öffentlicher Diskussion.
01:14:31: Viele Bücher, Dokumentationen und journalistische Ausarbeitungen haben immer wieder Fragen nach Ermittlungsfehlern, Beweisinterpretationen und möglicher Fehljustiz aufgeworfen.
01:14:42: Juristisch geht der Fall jedoch als abgeschlossen.
01:14:44: Jeffrey McDonald ist weiterhin inhaftiert und seine Verurteilung hat Bestand.
01:14:55: Nach der Veröffentlichung von Fatal Vision, in dem der Fall bis ins kleinste Detail aufgetröselt wird, also das ist auch das Buch, was sich zur Recherche geholt habe, verklagt Jeffrey McDonald den Outer Joe McGinnis.
01:15:08: Hintergrund ist die Art und Weise, wie das Buch entstanden ist, denn McGinnis hatte Jeffrey über Jahre hinweg begleitet, intensiven Kontakt zu ihm gehalten und ihm gegenüber den Eindruck vermittelt, an seine Unschuld zu glauben.
01:15:19: und er hat am Anfang auch an seine Unschuld geglaubt.
01:15:22: Das hat sich dann aber im Laufe seiner Recherche eben
01:15:25: geändert.
01:15:26: Genau,
01:15:28: je
01:15:28: tiefer er in den Fall eingetaucht ist, desto mehr hat er geglaubt, dass Jeffrey auf jeden Fall der wahre Täter ist.
01:15:35: Fatal Vision zeichnet das Bild, dass Jeffrey McDonald für die Taten verantwortlich ist.
01:15:40: Jeffrey weft McGinnis darauf Enttäuschung und Vertrauensmissbrauch vor.
01:15:44: Er argumentiert, der Auto habe sich unter falschen Voraussetzungen Zugang zu ihm, zu vertraulichen Gesprächen und zu persönlichen Unterlagen verschafft.
01:15:52: Der daraus resultierende Zivilprozess zieht sich über mehrere Jahre hinweg, endet jedoch ohne Erfolg für Jeffrey.
01:15:59: Das Gericht weist die Klage ab, mit Guinness bleibt ohne Konsequenzen.
01:16:03: Unabhängig von dem Rechtsstreit gilt Fatal Vision bis heute als eines der einflussreichsten und meist diskutierten True Crime Bücher der amerikanischen Literatur.
01:16:12: Das Werk wird für seine detaillierte Recherche und seine narrative Tiefe vielfach gelobt.
01:16:16: Zugleich aber auch kritisch diskutiert.
01:16:19: Insbesondere wegen der ethischen Fragen, die McGinnis Vorgehen aufwerft.
01:16:23: An der zentralen Wirkung des Buches ändert das jedoch nichts, denn Fair Television prägt bis heute maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung des Falls und hat wesentlich dazu beigetragen, dass Jeffrey McDonald in der öffentlichen Debatte als schuldig gilt.
01:16:36: Aber dazu hat er ja auch selbst beigetragen.
01:16:38: Unter anderem eben durch seine öffentlichen Auftritte.
01:16:41: indem er sich eben schon sehr merkwürdig verhalten hat und nicht unbedingt das beste Bild von sich selbst gezeichnet hat.
01:16:48: Ja,
01:16:48: er ist so ein Muster, also einmal war das Militärschuld, jetzt ist er Autorschuld, also er selbst trägt da irgendwie nie eine Verantwortung.
01:16:55: Und ich finde, es ist auch ein Muster, dass er aber sowas irgendwie immer wieder versucht, also er versucht immer wieder sich selbst zu äußern und selbst das Bild zu beeinflussen.
01:17:05: glaube ich auch, weil er glaubt, dass er das kann und dass man ihm glaubt.
01:17:09: Also ich glaube, dass er sich extrem selbst überschätzt und scheitert dann aber jedes mal wieder daran.
01:17:15: Ja, er wird bei den unnötigsten Lügen erwischen.
01:17:17: Ja, wenn es so was ist wie das mit dem Hemd oder mit welcher Tochter jetzt ins Bett macht oder auch nicht.
01:17:24: Also wenn du bei solchen Lügen schon ertappt wirst, wie soll man dir dann den Rest der Geschichte glauben?
01:17:29: Eben,
01:17:30: eben.
01:17:30: Im Laufe der Jahre sind viele der Menschen verstorben, deren Namen untrennbar mit diesem Fall verbunden sind.
01:17:35: Helena Stokely stippe in den Alten von nur dreißig Jahren, als Todesursache bei den Komplikationen einer schweren Leberzirose angegeben, eine Erkrankung, die in ihrem Fall im Zusammenhang mit jahrelangem Drogen- und Alkoholkonsum steht.
01:17:48: Auch Greg Mitchell, ihr damaliger Partner, stirbt in den frühen Achtzigerjahren.
01:17:52: Doch nicht nur mögliche Beteiligte und Randfiguren sterben im Laufe der Jahre, auch der Mann, der diesen Fall für Millionen Menschen erzählt, interpretiert und nachhaltig geprägt hat.
01:18:02: Joe McGinnis, der Autor von Fatal Vision, stebt in den Alten von einigen Jahren.
01:18:07: Mit ihm endet eine der einflussreichsten Stimmen in der öffentlichen Deutung dieses Falls, doch das Bild, das er gezeichnet hat, wirkt bis heute fort.
01:18:17: Und mich würde es interessieren, Glaubt ihr, dass Jeffrey schuldig ist oder könnte es schon sein, dass es sich zugetragen hat, wie er das ganz am Anfang beschrieben hat?
01:18:29: Ich glaube, bei solchen Fällen ist man ja immer besonders vorsichtig, weil so ein großer Vorwurf im Raum steht.
01:18:38: Keiner möchte die Schuld tragen, einen trauernden Witwa zu Unrecht beschuldigt zu haben.
01:18:44: Da ist, glaube ich, jeder ganz vorsichtig mit Vorwürfen in die Richtung.
01:18:50: Aber da ist so viel, was ich zum Beispiel die ganze Zeit schon sehr seltsam finde, ist, dass es genauso wie bei den Mansons abgelaufen sein soll, genau diese vier Personen, genau dieselben Worte.
01:19:02: Also, als hätte sich die Tat wirklich genauso wiederholt oder als hätte man einfach genau diese Inspo verwendet, das sage ich jetzt mal.
01:19:11: Ja, ja.
01:19:11: Und dann die ganzen Ungereimtheiten, die Fußabdrücke, das Blut, was dann einfach keinen Sinn ergibt, was nicht zu seiner Geschichte passt, dass sein Blut plötzlich in der Küche ist, dass er kaum Verletzungen hat, dass er sich selbst aber inszeniert, als würde er kurz vor einem Schock stehen.
01:19:28: Und ich habe ja selber gedacht, der kämpft da gerade um sein Leben,
01:19:31: bis
01:19:31: du so ein bisschen erklärt hast, was die Wunden jetzt eigentlich genauer bedeuten und dass sie gar nicht so gefährlich sind.
01:19:38: Und all das zusammen ... zeichnet eigentlich ein deutliches Bild.
01:19:42: Zusammen mit den Streitigkeiten.
01:19:44: Zusammen damit, dass die Beziehung nicht die war, die sie nach außen hin zu sein schien.
01:19:49: Ja.
01:19:49: Ja, es ist ganz schrecklich.
01:19:51: Ich verstehe immer noch nicht, wieso.
01:19:53: Ja.
01:19:53: Vor
01:19:54: allem, wieso die Kinder.
01:19:55: Ja.
01:19:56: Ja.
01:19:56: Wieso die schwangere Frau, wieso nicht scheiden lassen, wenn es nicht läuft.
01:20:01: Ja, ganz genau.
01:20:01: Ja.
01:20:02: Da gibt's aber auch, ich hab mich nämlich genau dasselbe gefragt.
01:20:05: Ich bin auch irgendwie nicht so dahinter gestiegen, was das ... Und ich habe das Laura gefragt und Laura hat da im Rahmen ihrer Recherche auch so eine Theorie gelesen.
01:20:18: Was man glaubt, was da passiert ist, weil das war ja gar nicht so richtig durchgeplant.
01:20:22: Der Blutabdruck in dem
01:20:24: Buch,
01:20:24: als hätte er dann verzweifelt noch gesucht nach, wie kann
01:20:27: ich
01:20:27: es jetzt verdecken?
01:20:29: Und das hab ich nämlich dann auch gesagt.
01:20:30: Und dazu passt die Theorie, die Laura gefunden hat.
01:20:32: Laura teilt die mal mit uns.
01:20:33: Ja, bei der Theorie würde ich sagen, geht's eigentlich um das Thema Überforderung, weil es hieß, dass dieser Fakt, dass das Kind ins Bett gemacht hat, dafür gesorgt hat, dass er komplett ausgerastet ist.
01:20:43: Und dass er richtig ... impulsiv agiert hat.
01:20:47: Und ich finde, so eine Übertötung spricht ja auch immer dafür.
01:20:49: Da war ja so viel Wut im Spiel, der hat ja so oft auf alle eingestochen.
01:20:54: Als ich das erst mal davon gelesen hab, dachte ich, wer ermordet seine ganze Familie, nur weil das Kind ins Bett macht, da haben wir auch drüber gesprochen.
01:21:00: Aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht dieser Fakt war, dass das Kind ins Bett gemacht hat, sondern dass es einfach die Überforderung war, dass er schon mit den zwei Kindern komplett überfordert war.
01:21:09: Und zwar ja grad ein drittes ... auf dem Weg, dann gab es die Spannungen in der Ehe und dann hat das Kind genau an dem Tag ins Bett gemacht und dann ist alles eskaliert quasi.
01:21:19: Und ich kann mir halt auch vorstellen, also ich muss sagen, das glaube ich muss man eigentlich nicht nochmal extra erwähnen, aber dass das ja wohl das banalste Motiv aller Zeiten ist, also dieser Flip, weil das Kind ins Bett gemacht hat.
01:21:32: kann ich absolut gar nicht nachvollziehen.
01:21:36: Aber ich kann mir schon vorstellen, dass, wenn er dann damit angefangen hat, dass er dann auch dachte, na ja, jetzt muss ich es ja irgendwie zu Ende bringen.
01:21:42: Und deswegen hat er dann halt seine ganze Familie ausgelöscht.
01:21:46: Und das war auch das einzige, was für mich so ein bisschen erklären würde, warum er vor Gericht so vehement dagegen gesprochen hat, dass seine ältere Tochter ins Bett gemacht hat.
01:21:57: Dass das der Grund war, warum er gesagt hat, weil das war ja das ursprüngliche ... Motiv, beziehungsweise so der Trigger.
01:22:04: Da steckte er schon viel mehr hinten dran, aber das war so der Trigger.
01:22:07: Und dass er das deswegen eben vor Gericht so ein bisschen verneint hat.
01:22:11: Dass er gesagt hat, nein, nein, das war meine Jüngere.
01:22:13: Also, dass er das gar nicht so in die Richtung hat gehen lassen
01:22:17: wollen.
01:22:19: Der war halt nahe gekommen.
01:22:20: Ja,
01:22:21: ganz genau.
01:22:22: Ich überleg gerade auch, weil ... Ich will das auf gar keinen Fall vergleichen, aber wir alle kennen den Moment.
01:22:28: Man hatte einen langen Tag.
01:22:29: Und dann kippt einem die Milchtüte um.
01:22:33: An jedem anderen Tag würde man einfach kurz wegwischen.
01:22:36: Und dann gibt es diesen einen Tag, einmal im Monat, da heult man deswegen einen Bericht zusammen.
01:22:41: Und wenn jemand fragt, wie so was ist denn passiert, und dann musst du antworten, ja, mir ist die Milch umgekippt.
01:22:46: Also, wie dem nicht klingt das.
01:22:47: Ja,
01:22:48: ja, voll.
01:22:48: Und wie gesagt, das soll auf gar keinen Fall eine Erklärung sein, oder?
01:22:54: Sonst irgendwas, aber ich kann mir vorstellen, dass an der Theorie wirklich was dran sein könnte, dass dann das dieses Fünktchen war, was alles zum Platzen gebracht hat.
01:23:04: Und es passt auch dazu, dass die Mama ja höchstwahrscheinlich die Kinder noch versucht hat, zu schützen, die gebrochenen Arme, von denen du erzählt hast.
01:23:12: Das könnte auch zu dieser Theorie passen, dass sie gemerkt hat, er rastet jetzt aus und sie hat noch versucht, zu schlichten.
01:23:19: Ja, ich kann mir das auch vorstellen.
01:23:21: Es ist auf jeden Fall echt heftig zu sehen, wie stark die Meinungen da auseinandergehen.
01:23:24: Also es gibt eine deutsche Doku zu dem Fall und in der Kommentarsparte unter dieser deutschen Doku stehen alle hinter ihm und sagen alle, er ist auf jeden Fall unschuldig und er war es nicht.
01:23:34: Und die Doku lenkt auch schon ein bisschen in die Richtung, muss man sagen.
01:23:36: Also am Ende wird es sehr stark hervorgehoben, dass diese Wachsspuren da gefunden wurden und... diese Spritze auch, wo ich auch dachte, okay, er war halt Arzt.
01:23:46: Also, er hätte auch vielleicht, weiß nicht, könnte damit irgendwie zusammenhängen.
01:23:49: Auf jeden Fall wird's schon in der Doku ein bisschen in die Richtung gelenkt.
01:23:52: Dann gibt's auch eine englisch-sprachige Doku, wo wir auch den Ausschnitt von Jeffrey vorhin gehört haben.
01:23:57: Und in der Kommentarspalte darunter sind alle total gegen ihn und sagen, er war's auf jeden Fall.
01:24:01: Also, es ist wirklich so, entweder man ist auf der einen oder auf der anderen Seite, hab ich so das Gefühl, also, es spaltet.
01:24:06: die Gesellschaft heute noch sehr stark.
01:24:08: Also ich muss auch sagen, ich habe mit Laura vorab schon so ein bisschen die ganzen Beweise und Indizien auseinandergenommen.
01:24:14: Und für mich gab es wirklich so ein paar Dinge, die erklärbar gewesen wären, tatsächlich.
01:24:21: Was für mich aber ganz eindeutig dafür spricht, dass er hier nicht die Wahrheit sagt und meiner Meinung nach eben, aufgrund dessen auch der Täter sein muss, ist, dass er da gelogen hat bezüglich des Mädchens das ins Bett gemacht hat.
01:24:35: Das ist für mich so abstrus, dass er deswegen gelogen hat.
01:24:38: Also ich glaube, dass er damit auf jeden Fall irgendwas verbirgt.
01:24:43: Dann eben auch, dass er gelogen hat bei dem T-Shirt.
01:24:46: Wo ich auch nicht verstehe, warum er das getan hat, weil offensichtlich kann man ja dann erkennen, dass das T-Shirt schon über ihr lag, als auf sie eingestochen
01:24:58: wurde.
01:24:59: Dass er da gelogen hat, finde ich unerklärlich, dass spricht für mich einfach auch stark dafür, dass er was damit zu tun hat.
01:25:06: Und die Fingerabdrücke auf dem Messer.
01:25:09: Weil wenn er, der beschrieben, hätte das Messer rausgezogen, dann müssten ja mindestens seine Fingerabdrücke drauf sein.
01:25:17: Das bedeutet ja, er muss das weggewischt haben.
01:25:19: Er muss das Messer gesäubert haben.
01:25:21: Und ich hab auch nicht von vornherein nicht verstanden, warum er als Arzt das Messer darausgezogen hätte.
01:25:26: Und dann rüber ins andere Zimmer rennt.
01:25:29: Weil ... Dann würde ich doch erst mal versuchen, die Wunde zu stillen oder das Stecken zu lassen.
01:25:35: Aber dass du das rausziehst und dann rüber rennst, das hat für mich auch keinen Sinn ergeben.
01:25:39: Vielleicht hat er in dem Moment auch gedacht, für seine Frau kommt dir die Hilfe zu spät.
01:25:43: Und wollte sie da so eben nicht liegen lassen, hat das deswegen rausgenommen und sie dann zugedeckt.
01:25:48: Aber das ergibt für mich irgendwie auch alles keinen richtigen Sinn.
01:25:51: Also, ich bin schon auch eher Team,
01:25:55: er war's.
01:25:56: Ja, aber ich glaub, aus unserer Zeit Eigentlich auch noch andere Spuren finden müssen.
01:26:00: Ja, kann man sagen, wurde kontaminiert.
01:26:01: Aber letztendlich komme ich auch zum Schluss, dass ich schon glaub, dass er der Täter ist.
01:26:06: Ja,
01:26:07: das sehe ich auch so.
01:26:08: Und damit sind wir am Ende des heutigen Falls angekommen.
01:26:11: Boah, Leute, das war ein ziemlich erplottes Twist.
01:26:15: Ja.
01:26:16: Damit hab ich echt nicht gerechnet.
01:26:17: Ich hab es an deinem Gesicht gesehen.
01:26:19: Du hast ja auch so richtig mitgefühlt mit Jeffrey.
01:26:22: Ja, na klar.
01:26:22: Du hast richtig mitgefühlt, du warst da emotional.
01:26:25: Total mit im Boot so.
01:26:27: Das ging
01:26:27: mir auch so am Anfang.
01:26:29: Und dann so dieser ... Schwung, also, dass es so gekippt ist.
01:26:33: Ich hab damit auch gar nicht gerechnet gehabt, ursprünglich.
01:26:36: Ich habe tatsächlich gestern erst wieder über die Manson-Familie gesprochen.
01:26:41: Ich habe nämlich einen Fall aufgenommen zu Ariana Walk.
01:26:45: Das ist die Enkelin von Rosemary, die auch von der Manson-Familie ermordet wurde.
01:26:50: Ja.
01:26:51: Und Ariana selbst ist auch ermordet worden.
01:26:55: Und ... Da stellt sich so ein bisschen die Frage, ob auf dieser Familie so was wie ein tödlicher Fluch liegt.
01:27:01: Weil die Art und Weise, wie Ariana ermordet wurde, ist sogar sehr ähnlich gewesen, zu der, wie ihre Großmutter damals getötet wurde.
01:27:08: Wow.
01:27:09: Und da dachte ich mir erst mal, ist übrigens ein Fall für euch.
01:27:12: Würde voll in eurem Podcast passen.
01:27:14: Weil das wirklich diese gruseligen Parallelen hat, und dann halt Jahrzehnte später.
01:27:20: Und zum anderen war ich deswegen auch wieder voll im menschen Thema drin.
01:27:23: Und alles, was ihr beschrieben habt, dass zu dieser Zeit wirklich das ganze Land Angst hatte vor, genau so etwas.
01:27:30: Dass da gefühlt einmal die Woche irgendeine andere Schlagzeile war, irgendwelche anderen Angriffe.
01:27:35: Und ja, dass er sich das zu Nutze gemacht hat.
01:27:40: Deswegen war ich so auf seiner Seite, weil diese Dinge sind damals ja wirklich passiert.
01:27:44: Es war ja wirklich eine reale Angst, die die Menschen damals hatten.
01:27:49: Wahnsinn.
01:27:50: Ja,
01:27:50: also, ich bin auf den Fall auch gar nicht klargekommen.
01:27:56: Wir machen es nach unseren Fällen.
01:27:58: Wir haben dich schon ein bisschen eingeweiht.
01:28:00: Ja, immer so, dass wir einmal versuchen, auf andere Gedanken zu kommen.
01:28:03: Ja, sehr gut.
01:28:04: Und deswegen bringen wir normalerweise immer einen Gänsehautogon Moment, nennen wir das, aus unserer Community mit.
01:28:11: Aber heute lassen wir dich ein kruseliges Erlebnis von dir erzählen.
01:28:26: Ich ... Musste zu sagen, ich darf gar nicht zu viel darüber sprechen.
01:28:32: Ich war in Kuba und ich hatte Kontakt mit Hexen.
01:28:37: Das ist dort was ganz Normales.
01:28:40: Also das wirklich an jeder Ecke kannst du dir die Zukunft voraussagen lassen.
01:28:45: Du kannst dir Karten legen lassen.
01:28:47: Und ich hatte einen sehr, sehr spannenden Moment.
01:28:52: Über die anderen darf ich nicht reden, weil ich aber auch Geister-Austreibungen gesehen
01:28:56: habe.
01:28:57: Wow!
01:28:59: Das war der Wahnsinn.
01:29:00: Es war unfassbar intensiv.
01:29:02: Das dauert sehr lange, bis der Geist ausgetrieben ist.
01:29:06: Am Ende hat man mir ganz verschwörerisch gesagt, dass ich mir niemanden darüber sprechen darf.
01:29:11: Über das, was ich gerade gesehen habe, würde
01:29:12: ich auch nicht machen.
01:29:13: Und ich dachte mir, bevor der ausgetriebene Geister in mich reinhüpft, lass ich das besser.
01:29:18: Aber von einer Begegnung kann ich erzählen und zwar, Da bin ich einfach auf der Straße gelaufen und da kam plötzlich eine sehr, sehr alte Lady zu mir und meinte, dein Opa aus Frankreich, ich soll dich von ihm grüßen.
01:29:35: Und dann ist sie weitergegangen.
01:29:36: Und wir haben vorher nicht miteinander geredet.
01:29:39: Es war eine völlig fremde Frau und mein Opa ist Franzose.
01:29:45: Oh, wow.
01:29:46: Und ich verstehe bis heute nicht genau, was da passiert ist.
01:29:50: Aber ich war einfach als Touristin da in Havana unterwegs.
01:29:55: Und sie kam zu mir, nahe meine Hand und meinte nur, ich sollte dich von deinem Uphaus Frankreich grüßen.
01:30:00: Oh mein Gott, das ist krass.
01:30:03: Das
01:30:03: verstehe ich bis heute nicht, was da passiert ist.
01:30:05: Und ich muss sagen, dass ich vorher auch so ein bisschen skeptisch war, allem übernatürlichen gegenüber, allen Energien gegenüber, aber ab dem Moment.
01:30:15: Also wirklich.
01:30:16: Ist ja
01:30:16: Beweis eigentlich dann.
01:30:18: Wir wissen so wenig, habe ich im Gefühl, dass seitdem, ja, bin ich deutlich offener für alles.
01:30:25: Ja,
01:30:25: verstehe.
01:30:26: Spirituelle.
01:30:27: Ja,
01:30:27: verstehe ich.
01:30:28: Aber so eine Begegnung finde ich dann auch immer irgendwie schön einfach.
01:30:32: Ja.
01:30:32: Also es ist ja einfach eine wunderschöne Begegnung.
01:30:33: Wenn es dann wirklich so ein Gruß von deinem Opa war, finde ich das richtig, richtig.
01:30:38: Ja, irgendwie, es hatte auch gar nichts Gruseliges, obwohl ich den Mann nie kennengelernt hab und er seit fünftig Jahren tot ist.
01:30:44: Aber ich dachte mir in dem Moment, oh, viel nett.
01:30:47: Ja, voll, schön.
01:30:48: Danke, Opa.
01:30:49: Das war ein bisschen
01:30:50: krass.
01:30:50: Ja, voll.
01:30:52: Aber das klingt alles generell sehr, sehr spannend.
01:30:54: Also, ich bin ja schon sehr offen für so Spirituales und auch so ein bisschen in die Richtung, was so ... Naja, Karten legen etc.
01:31:04: angeht.
01:31:04: Also ich bin da schon, ich bin da schon drin.
01:31:06: Das ist ja in Indien auch viel Thema, also sehr, sehr präsent.
01:31:11: Und ich hab da gar nicht so richtig an Kuba und Co.
01:31:13: gedacht, aber...
01:31:14: Doch, also Kuba, da geht's richtig ab.
01:31:16: Das ist also für alles spirituell und so.
01:31:19: Es ist ein Hammerort.
01:31:20: Also sehr religiös auch.
01:31:22: Ja.
01:31:22: Es gibt da eine eigene Religion.
01:31:24: Und die wird... sehr aktiv gelebt.
01:31:28: Und dann gibt es Ketten und Gewänder und Zeremonien, verschiedene Zeremonien für verschiedene Dinge, die man so gebrauchen kann.
01:31:34: Kann so verschiedene Zeremonien machen.
01:31:36: Und dann wird getrommelt und getanzt.
01:31:38: Und da wird sich auch in Trance getanzt.
01:31:41: Das ist auch
01:31:41: ganz
01:31:42: spannend gewesen.
01:31:43: Also die Tänzer kippen dann manchmal auch um.
01:31:45: Am Ende so einer Zeremonie sind völlig fertig.
01:31:48: Aber dann ist es geschafft sozusagen.
01:31:52: Alles klingt super spannend.
01:31:55: Also, ich glaub, da musst du auf jeden Fall mal.
01:31:56: Bucketlist.
01:31:57: Ja, wirklich.
01:31:58: Seh ich dich.
01:31:59: Ja.
01:32:00: Ich seh mich da auch.
01:32:01: Wow.
01:32:02: Mega cool.
01:32:02: Vielen Dank auf jeden Fall, dass du den Moment mit uns geteilt hast.
01:32:05: Ja, super.
01:32:05: Gerne.
01:32:06: Danke, dass ihr diesen Fall mit mir geteilt habt.
01:32:08: Ja, sehr, sehr gerne.
01:32:09: Wir freuen uns mega darüber, dass du mit unserer heutigen Frage dabei
01:32:12: bist.
01:32:13: Ja.
01:32:13: Laura hat's ja vorhin schon gesagt, so richtige Full Circle Pinch Me Moment.
01:32:17: Es war richtig, richtig schön, mit dir aufzunehmen.
01:32:20: Vielen, vielen Dank, dass ihr hergekommen seid.
01:32:22: Ich sag ja, ihr müsst häufiger nach Köln kommen.
01:32:25: Ja, ich seh ich.
01:32:26: Müssen wir machen.
01:32:27: Vielleicht muss das ihr auch mal häufiger stattfinden.
01:32:29: Ja, voll
01:32:30: gerne.
01:32:31: Richtig, richtig gerne.
01:32:32: An der Stelle können wir vielleicht auch schon mal einmal spoilern, dass wir auch einmal mit bei dir im Podcast sind.
01:32:38: Stimmt.
01:32:38: Wenn ihr die Zuschauer Lust haben auf einen zweiten Plott-Twist, den gibt's jetzt auf dem Mordermittwochkanal.
01:32:44: Generell große Empfehlung für deinem Podcast.
01:32:46: Falls irgendjemand von unseren Zuhörerinnen noch keinen voll oder gelassen habe bei dir, dann solltet ihr das jetzt auf jeden Fall
01:32:53: nachholen.
01:32:53: Ja, dann wird es jetzt mal allerhöhe zu Eisenbahnen.
01:32:56: Sehr cool.
01:32:56: Dann würde ich
01:32:57: sagen, sind wir am Ende der heutigen Folge angekommen.
01:32:59: Dann hoffen wir natürlich, dass ihr alle nächsten Sonntag wieder mit dabei seid.
01:33:01: und bis dahin schöne Träume.
01:33:03: Tschüssi.
01:33:04: Tschüss.
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